So werden deine Hände nach der Gartenarbeit wieder geschmeidig und bleiben auch im Winter sanft und weich. Ein Selbstversuch inspiriert von einem vor einem halben Jahrhundert erschienenen Naturkosmetik-Rezeptbuch

Eitelkeit ist mir nicht ganz fremd, ich verbringe meine Zeit aber lieber im Garten als vor dem Spiegel. Die Arbeit draußen strapaziert meine Hände, zu jeder Jahreszeit, ganz besonders aber im Herbst und im Winter. Bislang habe ich meine rauen Hände nach dem Waschen trotzdem oft erst dann eingeschmiert, wenn das durch schmerzhafte Risse nicht mehr zu vermeiden war. Oder wenn sich die Kinder mit dem harschen Hinweis „Papa, deine Hände kratzen!“ weigerten, mir ohne Handschuhe ihre Hand zu geben. Oder wenn die Liebste mir unmißverständlich ihre Creme reichte und meinte, ich möge mir doch – bitte! – die Hände einschmieren.

Ohnehin achtet (laut Elite Partners) jede zweite Frau besonders auf die Hände ihres Gegenübers. Fürs gedeihliche und gepflegte Miteinander ist es also kein Schaden, besser auf die eigenen Pranken zu achten. An diesen oft gehegten Vorsatz dachte ich wieder einmal als ich die neuen Männerpflegeprodukte eines Waldviertler Biokosmetikstartups mit dem hedonistischen Imperativ „Schau auf Di!“ im Namen ausprobierte. Und einmal mehr als mir tags darauf beim alljährlichen Aussortieren meiner Bibliothek an einem Regentag ein antiquarisch abgestaubtes „Rezeptbuch für Naturkosmetik“ mit 318 Rezepten zum Selbermachen in die Hände fiel. Jetzt oder nie, dachte ich. Was nicht weniger meinte als: Jetzt ausprobieren oder ausmisten! Und: Schau auf Di! Also: Schau auf deine Hände! Denn diese waren wieder einmal ungeschmeidig wie Schmirgelpapier.

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Stephanie Faber, Pionierin der Naturkosmetik

3 DIY-Tipps wie meine Hände geschmeidig werden (und künftig bleiben)

habe ich für mich aus dem Kapitel „Die Pflege der Hände und Arme“ des von Stephanie Faber vor bald einem halben Jahrhundert erschienenen Naturkosmetikbestsellers destilliert, der meine Aufmerksamkeit – ich gesteh’s! – Anfangs vor allem durch sein späthippiesk freizügiges Oben-ohne-Coverfoto erregte. Was aus der großbürgerlichen Journalistin und Buchautorin, „eine Dame der Münchner Society, die zur Radikalen geworden ist“ (Die Zeit), die durch ihre Beschäftigung mit Naturkosmetik zur Tierversuchsgegnerin und Tierschutzaktivistin wurde, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.
Ob sie noch lebt? Ihr Naturkosmetik-Rezeptbuch jedenfalls kann auch Jahrzehnte nach seinem Erscheinen noch inspirieren und soll meine mittelalten Männerhänden künftig geschmeidig halten.

Reib dich mit Zitronenschalen ein!

„Benutzen Sie jede Gelegenheit, die Hände rasch mit Zitronenschale oder etwas Saft abzureiben. Die Zitrone machen die Hände zart, sie desinfizieren und bleichen auf schonendste Weise,“ rät Stephanie Faber in den frühen Siebzigerjahren. Klar, dass das heute nur für unbehandelte Bio-Zitronen gelten kann, aktualisiere ich beim Lesen. Selbst hantiere ich ja mittlerweile eher selten mit Zitrusfrüchten, weil ich mir angewöhnt habe, in Marinaden und für Salate statt importierten Zitronen besser einen Schuss frischen Verjus (den sauren Saft grüner Trauben) zu verwenden. Schmeckt besser, stammt aus der Gegend.

Fabers Vorschlag, „wenn Ihnen ein fetthaltige Creme nicht angenehm ist“ doch einfach selbst eine Handpflege-Lotion aus Zitronensaft, Honig und Milch zu mischen, hat mich jedenfalls gleich angesprochen. Weil ich fettige Fingern hasse, habe ich also eine Biozitrone gekauft und mich an ihre Anleitung gehalten: „Dazu erwärmt man eine Tasse Milch, löst darin einen Teelöffel Honig auf und rührt eine halbe ausgepresste Zitrone unter.“

So weit, so gut. Soweit ich sagen kann: wirksam.

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Veranstaltungstipp:


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Creme dein Gesicht ein!

Das sympathischste aller Rezepte ist wunderbar pragmatisch. „Es scheint mir überflüssig, ein besonderes Rezept für Handcremes anzugeben. Wer sich am Morgen das Gesicht eincremt, wird kaum die Hände waschen, um anschließend eine ganz ähnliche Handcreme aufzutragen.“ Soll heißen: Schmier dir das Gesicht ein, dann bekommen deine Hände auch gleich etwas ab. Fürs Erste reicht also meine neue Gesichtscreme. Und demnächst wage ich mich ohnehin auf unbekanntes Terrain und werde mir meine Gesichtscremes selbst zusammenmischen.

Gönn deinen Fingern ein Teebad!

„Gegen Schrunden und aufgesprungene Hände helfen Abreibungen mit verdünntem Obstessig und Zitronensaft, Handbäder mit Kamillen-, Salbei- oder Thymiantee,“ weiß Stephanie Faber. Da spricht mich am ehesten das Handbad im lauwarmen Tee an. Praktisch, dass draußen im Garten der Salbei wuchert und gedeiht. Auch das Handbad im lauwarmen Olivenöl klingt gut („Nach dem Bad sind die Nagelhäute besonders weich, schließen Sie deshalb gleich eine Maniküre an.“).

Bloß die nach dem Teebad empfohlene Mischung aus zwei Teilen Lanolin und einem Teil Zinksalbe, die über Nacht auf die Hände einwirken soll und für die man „um die Bettwäsche nicht zu beschmutzen, (…) kochfeste Baumwollhandschuhe anziehen“ möge, scheint mir übertrieben. Schließlich gehört die Abendlektüre im Bett zu den Freuden des Alltags und würde durch Zinkfäustlinge doch erheblich erschwert.

Schließlich soll die Körperpflege nicht auf Kosten des Geistes gehen. Aber schauen wir mal. Ich taste mich heran. Mit hoffentlich immer geschmeidigeren Händen.

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Die Pflege der Hände und Arme

Ein Nachtrag:
Wie populär und von der Kosmetikindustrie bekämpft die Selbermacher-Kosmetikratgeber von Stephanie Faber in den späten 70er und frühen 80er Jahren zeigt eine historische Reportage von Die Zeit aus dem Jahr 1983: „"Waschküchenkosmetik" höhnten die Werbeträger der Branche, darunter vor allem die etablierten Frauenzeitschriften, und boten "Professoren" auf, die vor Bakterien warnten. Ein Fachblatt schlug in schöner Offenheit vor, ein bis zwei Millionen vom Werbeetat zur Bekämpfung der Faber-Seuche lockerzumachen.“

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