Immer mehr Zugvögel fliegen im Winter nicht mehr in den Süden, sondern bleiben in Österreich. Sie reagieren damit auf die Klimaerwärmung.

Wir freuen uns, wenn im Frühling die ersten Pflanzen knospen und die Vögel zwitschern. In den letzten Jahren mussten wir häufig gar nicht mehr auf diese Frühlingsboten warten, denn: Immer mehr Zugvögel, die uns die erblühende Jahreszeit normalerweise ankündigen, überwintern in Österreich. Sie pfeifen auf den Winter und ersparen sich aufgrund der Klimaerwärmung ihre langen Flugstrecken.

Zugvögel vertrauen beim Klima auf ihre innere Uhr. Diese steuert – abgestimmt auf den Jahresrhythmus – ihre lebenserhaltenden Maßnahmen und bestimmt ihr Zugverhalten. Kurzstreckenzieher, wie etwa Rotkehlchen, Buchfink oder Stieglitz, sind aufgrund der genetischen Veranlagung besonders flexibel. Sie können sich von allen Zugvogelarten am leichtesten an veränderte Klimabedingungen und Wetterphänomene anpassen. Diejenigen, die sich doch entschließen wegzufliegen, finden neue Flugrouten und kommen früher aus ihrem Winterquartier zurück.

Ihre Langstreckenzieher-Kollegen wie der Kuckuck oder der Storch stellen sich schwerer auf veränderte Bedingungen ein. Um ihre bis zu 6.000 Kilometer langen Flugstrecken (One-Way) sicher zu überwinden, sind ihre Routen exakt im Erbgut fixiert. Flexibel zu sein, ist für sie damit alles andere als einfach. Auch bei ihrer Rückkehr haben diese Zugvogelarten Nachteile: Weil andere Frühheimkehrer schon da sind, bleibt für die Langstreckenzieher weniger Nahrungsangebot übrig – die besten Reviere sind schon besetzt. Diese Vögel müssen sich künftig an die Veränderungen anpassen und sich neue Möglichkeiten suchen, um zu überleben.

Autorin: Daniela Illich

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