Umweltbildung: Was Kinder bewegen

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Mit dem neuen Veranstaltungskalender bietet Blühendes Österreich eine zentrale Plattform für Naturerlebnisse, Naturschutz und Nachhaltigkeit. Wir wollten von einer Expertin in Sachen Umweltbildung wissen, wie sie dieses Thema angeht. Karoline Iber ist Geschäftsführerin der Kinderuni und hat uns im Interview erzählt, was Kinder mit ihrem Umweltbewusstsein alles bewegen können.

 

Umwelt und Klima sind unter anderem sehr zentrale Themen an der Kinderuni. Warum?

Karoline Iber: Wir möchten Kinder mit den verschiedensten gesellschaftlich relevanten Themen konfrontieren – auch wenn sie zum Teil nicht unheikel und schwierig sind. Der Klimawandel gehört da natürlich auch dazu. Mit diesem Thema lässt sich außerdem sehr gut zeigen, dass es unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen gibt, die sich mit einem Kernproblem auseinandersetzen. Sei es Technik, Geographie oder auch Medizin. Das macht die Wissenschaft ja aus.

Welche Umwelt-Themen wurden an der KinderuniWien dieses Jahr behandelt?

Karoline Iber: Heuer ging es unter dem Motto „Umwelt und Klima“ zum Beispiel an der Boku um Naturgefahren, um das Thema „Mein Essen und das Klima“ oder auch darum, wie ein Sonnenhaus funktioniert. Unter dem Motto „Energie und Umwelt“ haben wir uns die Bionik der Schmetterlinge angeschaut, oder Experimente zur Reinigung von verschmutztem Wasser gemacht und über saubere Energie gesprochen.

Mitte August geht die Kinderuni auch noch auf Tour – warum?

Karoline Iber: Wir starten in den Wiener Parks. Hier erreichen wir ganz ungezwungen auch jene Kinder, die vielleicht nicht so einfach den Weg zur Kinderuni finden und aus einem weniger privilegierten Umfeld kommen. Immerhin gibt es da gewisse Hemmschwellen, auch wenn unser Angebot kostenlos ist. Manchmal kann es etwa Probleme mit der Sprache geben. In die Parks kommen deswegen auch Vermittlerinnen und Vermittler, die aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen und zum Beispiel arabisch oder türkisch sprechen. Letztes Jahr konnten wir im Herderpark in Simmering 150 Kinder erreichen.

Was passiert konkret in den Parks?

 

Karoline Iber: Wir bauen in den Parks einen mobilen Hörsaal auf und es gibt verschiedene Boxen und Stationen zum Experimentieren, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen den Kindern verschiedenste Themen näher. Natürlich ist auch das Klima dabei. Zum Beispiel geht es ums Recycling: „Was steckt in meinem Kaugummi?“ oder „Wie viele Leben hat ein Marmeladeglas?“. Wir sprechen über richtiges Glasrecycling und suchen nach Alternativen für die Plastikflasche. Aber auch die Gletscher sind ein wichtiges Thema. Unter dem Motto „Flutsch und weg – Was bewegt sich da in den Bergen“ geht es um die Veränderung der alpinen Welt.

Welchen Einfluss haben die Kinder und ihr Wissen?

Karoline Iber: Kinder haben oft eine total steuernde Funktion in den Familien. Sie sind da sehr streng, weil sie spüren, dass es auch um ihre Zukunft geht. Sie möchten, dass die Welt schön bleibt. Kinder denken ja nur in die Zukunft und weniger in die Vergangenheit, deswegen ist es ihnen nah und plausibel, dass wir die Umwelt schützen müssen. Sie können einen deutlichen Einfluss auf das Einkaufsverhalten oder die Mülltrennung bei sich zu Hause haben. Bei uns bekommen sie den Beleg und die Argumente. Oft heißt es dann – „An der Uni haben wir gelernt…“

Über "Kinderuni Wien & Kinderuni on Tour"

2018 konnten mit der Kinderuni Wien innerhalb von 2 Wochen 4.300 Kinder erreicht werden. Bis zu 700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligten sich an einem der größten Kinderbildungsprojekte Europas. Mitte August geht die Kinderuni noch on Tour – und zwar in die Wiener Parks aber auch in die Nationalparks Niederösterreichs.

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