Magerwiese der Tieflagen

Rote Liste Österreich: 2 (stark gefährdet)

Charakterisierung & Nutzungsgeschichte

Bis vor wenigen Jahrzehnten war dieser Lebensraumtyp eine der häufigsten Wiesengesellschaften Mitteleuropas. Mit einem ausgewogenen Verhältnis aus Gräsern und Kräutern zählt dieses Urbild einer Wiese zu den artenreichsten Pflanzengemeinschaften. Da ihre Standorte aber maschinell gut bearbeitbar und leicht intensivierbar sind, kam es in den letzten Jahrzehnten zu einem raschen Schwund dieser Wiesen. An ihrer Stelle wurden sehr oft artenarme Grasäcker für die Silage angelegt. Da diese besondere Wiesengesellschaft in dieser Komplexität erst durch Jahrhunderte lange menschliche Bewirtschaftung geschaffen wurde, sind ihre rasanten Verluste besonders schmerzlich.
Magerwiesen beheimaten eine bunte Blumenvielfalt und damit auch viele Bienen und Schmetterlinge.

Magerwiesen beheimaten eine bunte Blumenvielfalt und damit auch viele Bienen und Schmetterlinge.

Ökologie und Verbreitung

Dieser nur in den Ebenen und in niedrigen Berg- und Hügellagen vorkommende Wiesentyp bevorzugt gut mit Wasser versorgte, frische und zumeist tiefgründige Böden. Wichtig ist ein gewisser Basenreichtum, d.h. diesen Lebensraumtyp findet man vor allem auf kalkreichen Substraten. Er kommt in allen österreichischen Regionen vor, in den Alpen aber nur in manchen Tälern. Diese Wiesengesellschaft wird normalerweise zweimal im Jahr gemäht und bietet dauerhafte Erträge bei wenig Aufwand. Wir schützen im Rahmen von Blühendes ÖsterreichMagerwiesen in der Apfelregion Südoststeiermark.

Typische Arten
Charakteristisch für diesen Wiesentyp ist die vielfältige Mischung an Gräsern und Kräutern. Neben den häufigen Arten Glatthafer und Flaumhafer kommen auch eine Vielzahl anderer Süßgräser wie etwa Zittergras, Ruchgras oder Aufrechte Trespe vor. Prominent sind auch die Kräuter vertreten. So können Arten wie der Wiesen-Salbei, das Knollen-Mädesüß oder die Wiesen-Flockenblume während ihrer Blütezeit die Farbe der Wiese bestimmen. Aber auch nach der ersten Mahd bildet sich bis zum Spätsommer hin wieder ein bunter Blütenflor aus, der für eine große Zahl von Wildbienen, Honigbienen und Schmetterlingen lebensnotwendig ist.

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