Marillen Rezepte von süß bis pikant: So kochst du alle ein!

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So schmeckt der Sommer – nach süßen Erdbeeren, herzhaften Kirschen und saftigen Marillen. Gerade bei Letzteren zählen wir jedes Jahr die Tage bis zum Erntebeginn. Und das ist keineswegs nur so dahingesagt, sondern steinobstharter Ernst, wie man an der Wachauer Marillen Webcam (!!!) erkennen kann. Blühendes Österreich feiert die sehnsüchtig erwartete Marillen Saison mit 7 Rezepten, von klassisch mit Marmelade und Knödeln bis hin zu Marille einmal anders mit gefüllter Schweinsroulade und gegrillten Marillen-Rosmarin Spießen.

Marillenmarmelade

(c) Shutterstock / Slavica-Stajic

1 Marillenmarmelade

Keine Sachertorte ohne Marillenmarmelade, kein Frühstück ohne süßem Semmerl. Deswegen unbedingt ein paar Steigen mehr einpacken, wenn im Supermarkt oder beim nächsten Marillenbauern die Marillen Saison startet.

 

Zutaten Marillenmarmelade

 

  • 1,5 kg Marillen, gewaschen und entkernt
  • rund 500 g Gelierzucker in der 3:1 Variante
  • Saft einer kleinen Zitrone

Marillen waschen, halbieren, entkernen und danach in etwas kleinere Würfeln schneiden. Das Obst mit dem Gelierzucker und dem Zitronensaft mischen und für einige Stunden gut durchziehen lassen. In der Zwischenzeit Marmeladegläser gründlich waschen und steril machen. Die Marillen für einige Minuten aufkochen lassen. Immer wieder gut umrühren bis die Marillen schön weich sind. Die gekochten Marillen je nach Geschmack etwas gröber oder ganz fein pürieren. Danach direkt in die gesäuberten Gläser einfüllen, aber bitte vorsichtig beim Abfüllen der heißen Marillenmarmelade. Die Einmachgläser zum Auskühlen umdrehen.

FAKT: Marillen sind botanisch mit Pfirsichen und Mandeln verwandt und zählen eigentlich zu den Rosengewächsen.

2 Marillenknödel mit Topfenteig

An was oder viel eher, an wen erinnert dich der Geschmack an Marillenknödeln? An heiße Sommertage am See oder das Sonntagsessen mit der Urli-Oma? So oder so, mit diesem einfachen Rezept holst du süße Erinnerungen zu dir nachhause.


Zutaten Marillenknödel

 

  • 8 Marillen
  • 8 Würfelzucker
  • 2 Hände voll Semmelbrösel
  • 100 g Butter
  • Staubzucker
  • 250 g Topfen
  • 1 Ei
  • 130 g Mehl
  • 60 g Butter
  • 1 Prise Salz
  • Vanillezucker

Topfen in ein sauberes Küchentuch legen und überschüssige Flüssigkeit sanft ausdrücken. Danach mit Ei, Mehl, weicher Butter und einer Prise Salz und Vanillezucker sorgfältig miteinander vermengen. Den Teig für circa 1 Stunde ruhen lassen. In der Zwischenzeit kannst du die Marillen vorbereiten: Waschen und entkernen und mit einem Stück Würfelzucker befüllen. Den Topfenteig zu einer Rolle formen und in 8 gleichmäßige Stücke schneiden. Jede einzelne Teigportion in der Hand flach drücken, die Marille in der Mitte platzieren und mit dem Teig vorsichtig umwickeln. Die Marillenknödel in leicht gesalzenem, schwach köchelndem Wasser für circa 15 Minuten ziehen lassen. Sie tauchen an die Oberfläche, sobald sie fertig sind. In der Zwischenzeit Bröseln vorbereiten: Butter in der Pfanne schmelzen lassen und Bröseln mit Zucker schön goldbraun anrösten. Die fertigen Knödeln in der Brösel-Pfanne schwenken und mit Staubzucker heiß servieren.

TIPP: Probier‘ auch kleine Abwandlungen des Rezepts und mische etwas Zimt in die Bröselmischung oder tauche den Würfelzucker kurz vor der Verarbeitung in Rum.

Marillen aus der Region

(c) Blühendes Österreich / Alex Papis

Marillen frisch aus der Region

Nicht jeder hat das Glück, einen Garten voll mit Marillenbäumen oder einen Marillenbauern gleich bei sich um die Ecke zu haben. Wer es trotzdem regional und frisch mag, sollte beim Einkauf unbedingt auf die Herkunft achten!

3 Marillen Chutney

Das süß zu salzig passt, ist längst kein großes Küchengeheimnis mehr. Deswegen unbedingt die Vorratskammer neben Marillenmarmelade mit pikantem Marillen Chutney füllen. Gerade im Sommer hat man damit für jede Grill-Einladung das perfekte Mitbringsel. Denn selbstgemachte Chutneys sind eine g’schmackige Begleitung zum gegrillten Huhn, Rind, Lamm, aber auch zum knusprigen Halloumi.

 

Zutaten Marillen Chutney

 

  • 600 g Marillen, entkernt und gewaschen und klein gewürfelt
  • 120 ml Weißweinessig
  • 1 Ingwer (2 bis 3 daumenbreite Scheibe), gerieben
  • 2 mittlere Knoblauchzehen, klein
  • 1 Zwiebel, klein würfeln
  • 1 ½ gestrichene Teelöffel Senfkörner
  • Saft einer halben Zitrone
  • ½ Teelöffel Curry
  • ½ TL Korianderkörner zerstoßen
  • 150 g Gelierzucker
  • 1 TL Salz, Pfeffer und eine Prise Chili
  • Rapsöl

Eine Pfanne mit Rapsöl erhitzen und Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Korianderkörner, Curry und Senfkörner leicht anschwitzen. Marillen, Salz, Pfeffer, Chili und Gelierzucker hinzufügen und am Ende mit Zitronensaft und Weißweinessig ablöschen und ein wenig einkochen bis das Chutney schön eingedickt ist. Danach in sterile Einmachgläser füllen.

FAKT: Wie praktisch, dass die Marillen im Sommer reif werden. Denn gerade dann, wenn uns an heißen Sommertagen der Schweiß von der Stirn rinnt, sollten wir unbedingt auf unseren Wassergehalt achten. Marille sei Dank zeichnet sie sich durch einen besonders hohen Wassergehalt aus.

Bowl mit gegrillter Marille

(c) Blühendes Österreich / Alex Papis

4 Couscous Bowl mit gegrillter Marille

Süß und salzig in einer Schüssel. Bowls sind derzeit in aller Munde, weil sie – nicht zu viel und zu wenig – die perfekte Menge für eine vollständige Mahlzeit ergeben. Außerdem lassen sich die Zutaten am Vortag oder in der Früh schnell und einfach vorbereiten und ergeben im Büro – flott zusammengemixt – das perfekte Mittagessen als Alternative zur Extrawurstsemmerl mit Gurkerl.

Zutaten Couscous Bowl mit gegrillter Marille (Rezept von Sabine Hogl #obsessedwithlemonzest)

 

  • 4-5 Marillen, waschen, entkernen und vierteln
  • 200 g Couscous
  • 200 ml Wasser
  • 200 g Kichererbsen, abspülen und abtropfen
  • 3 – 4 EL Harissa Paste
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 dünne Scheiben Halloumi
  • 2 Hände voll Spinat
  • 1 Hand voll Petersilie (stattdessen wahlweise Koriander) kleingehackt
  • ca. 5 frische Cocktailtomaten, würfeln
  • ca. 5 getrocknete Tomaten, würfeln
  • Olivenöl
  • Salz
  • Joghurt mit der Zitronenzeste einer halben Zitrone

Couscous in einem Topf mit Deckel im heißen Wasser circa 10 Minuten ziehen lassen. Zuerst Halloumi mit ein wenig Olivenöl, danach die Marillen leicht salzen und bei hoher Temperatur anbraten. Die Marillen sollten nur ganz kurz – bis sie Farbe annehmen – in der Pfanne bleiben. Andernfalls werden sie ganz schnell matschig. Einen frischen Spritzer Olivenöl in die Pfanne (bei mittelhoher Hitze) Knoblauch anschwitzen und Kichererbsen dazu geben und mit circa 3 EL Harissa Paste würzen. Hier  darf es auch – je nach Geschmack – ruhig ein bisschen mehr sein. Am Ende frisch gehackte Petersilie drüberstreuen. Jetzt kommt alles in eine Schüssel: Eine Schicht frischer Spinat, Couscous, Kichererbsen, frische und getrocknete Tomaten, Marillen und am Ende der knusprige Halloumi.

FAKT: Das weltweit größte Marillen Anbaugebiet liegt entgegen mancher Wunschvorstellungen nicht in der Wachau, sondern in Malatya, einer Provinz in der Osttürkei. Dort werden die Marillen entkernt und in die Sonne zum Trocknen gelegt.

5 Huhn mit Chorizo und Marille

Marille, Sommer und ein Hauch vom Süden – das passt. Und zwar genauso gut, wie Huhn, Chorizo und Marillen. Dieses Rezept muss man einfach einmal ausprobieren, um zu verstehen, wie gut diese ungewöhnlichen Zutaten miteinander harmonieren.


Zutaten Huhn mit Marille und Chorizo (Rezept von Sabine Hogl)

 

  • 8 Hühnerkeulen, gesalzen, gepfeffert und mit etwas Paprikapulver (süß oder scharf, nach Belieben) würzen und mit etwas Öl bestreichen
  • 2 rote Zwiebeln, geschält und geviertelt
  • 200 – 225 g Chorizo, in grobe Würfel geschnitten
  • 15-20 Stück Marillen, halbiert und entkernt
  • ein paar Zweige frischer Thymian
  • 10 Stück getrocknete Tomaten, halbiert, kurz in heißem Wasser eingeweicht und ausgedrückt
  • Salz, Pfeffer, Öl
  • Weißbrot zum Servieren und Sauce tunken

Backrohr auf 220° C Ober- und Unterhitze vorheizen. Auflaufform mit Öl einstreichen, die gewürzten Hühnerkeulen und Zwiebeln darin verteilen und ab ins Rohr. Nach 20 Minuten die Hühnerkeulen umdrehen und die Chorizo, die Marillen, den mit etwas Öl beträufelten Thymian und die getrockneten Tomaten rundherum verteilen. Die Hühnerkeulen sollten circa weitere 20 Minuten im Backrohr bleiben bis sie durch sind und die Chorizo knusprig ist (eventuell die letzten 5 Minuten Heißluft zuschalten, damit die Haut der Hühnerkeulen knusprig ist). Mit Weißbrot servieren.

TIPP: Bei den Marillen muss es schnell gehen. Im Obstkorb sollten die Marillen nicht länger als wenige Tage liegen bleiben und am besten erst waschen kurz vor der Verwendung.

Schweinsroulade mit Marillen Füllung

(c) Blühendes Österreich / Alex Papis

6 Schweinsrouladen mit Marillen-Füllung

„Marille und Estragon passen immer gut zusammen“, erklärt uns die passionierte Köchin Sabine Hogl. Als wir sie fragen, ob sie ein paar Marillen Rezepte für uns hat, gerät sie ins Schwärmen. Sie liebt Marillen und auch ihre Verarbeitung, wie man an diesem herzhaft-originellen Rezept auch bestens erkennen kann.

 

Zutaten Schweinsrouladen mit Marillen-Füllung (Rezept von Sabine Hogl)

 

  • 4 Schweinsschnitzel, etwas plattiert
  • 100 g Ricotta
  • 4 Marillen, in kleine Stücke geschnitten
  • 1 kleine Handvoll Pinienkerne, geröstet und gehackt
  • 1 TL gehackter Estragon
  • 1 EL Senf
  • 8 Speckstreifen
  • 4 kleine Holz- oder Metallspieße

Schweinsschnitzel mit Senf bestreichen, salzen und pfeffern. Danach folgt eine dünne Schicht Ricotta, gehackter Estragon, Pinienkerne und die klein gewürfelten Marillen-Stücke. Jetzt erst wird das Schnitzel zur Roulade: Fleisch vorsichtig einrollen und mit Speck einwickeln, eventuell mit Spießen befestigen und in der Pfanne bei großer Hitze braten bis der Speck knusprig ist. Im Backrohr bei 120°C weitere 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Als Beilage empfiehlt Sabine ein Safran Risotto.

FAKT: Das in der Marille enthaltene Beta-Carotin sorgt für das charakteristische Marillen-Orange. Dieses wird in unserem Körper in das wertvolle Vitamin A umgewandelt, das nicht nur gut bei Schilddrüsenüberfunktion und wichtig für unsere Augen ist. Die Marille hält uns auch länger jung, denn Vitamin A wirkt antioxidativ und fängt freie Radikale in unserem Körper, die unsere Zellen und somit auch unsere Haut schädigen können.

Marillen am Grill

(c) Blühendes Österreich / Alex Papis

7 Gegrillte Marillen-Rosmarin Spieße mit Vanilleeis

Rezept von Jakob Bretterbauer – mehr Rezepte von unserem #aufgetischt Koch findest du hier.

Für eine sommerliche Hochzeit hat sich unser #aufgetischt Koch Jakob Bretterbauer eine süße Überraschung einfallen lassen. Die Marillen werden nicht nur auf dicken Rosmarinzweigen aufgespießt und gegrillt, sondern mit Granola, Orangensirup und Vanilleeis sommerfit gemacht.

Zutaten für Gegrillte Marillen-Rosmarin Spieße (Rezept von Jakob Bretterbauer)

 

  • 3 entkernte Marille pro Zweig
  • Orangensirup, eventuell mit einem Schuss Rum verfeinern
  • Rosmarin-Zweige
  • Vanille Eis
  • Granola

Die Marillen waschen und entkernen. Mit einem Holzspieß kannst du bereits ein Loch in jede Marille machen, damit du nachher die Marillen leichter mit dem Rosmarin Zweig aufspießen kannst. Je nach Länge des Zweiges und Größe der Marillen 2 bis 3 Marillen auf einen Zweig. Die süßen Spieße kommen danach direkt auf den Grill bis die Marillen leicht angebräunt sind. Danach einen Schuss Orangensirup über den Spieß und mit einer Portion Vanille Eis und crunchigem Granola als Topping obendrauf anrichten.

Wusstest du, dass die Marille eigentlich eine echte Exotin ist. In der Antike wurde sie bereits in der Gegend des heutigen Armeniens verzehrt, andere Quellen nennen China und sogar Indien als erste Anbaugebiete.

Spargel_Wieselblower

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