Marille / Aprikose

Die Aprikose wird in Österreich, Bayern und Südtirol „Marille“ genannt. Sie ist ein Steinobst, das zur Familie der Rosengewächse gehört.

Allgemein

Name

Der Name leitet sich vermutlich von der wissenschaftlichen Bezeichnung „Prunus armeniaca“ ab, die über das italienische „armellino“ zur „Marille“ wurde.

Herkunft

Die Marille stammt wahrscheinlich aus dem Nordosten Chinas. Von dort gelangte sie über Armenien (deshalb der wissenschaftliche Namenszusatz „armeniaca“) bis nach Mitteleuropa. Und zwar entweder über die Mittelmeerländer oder über das Schwarze Meer und die Donau. Der älteste in Österreich gefundene Marillenkern stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.

Ansprüche

Marillenbäume brauchen viel Sonne und vertragen Trockenheit recht gut. Sehr empfindlich sind sie gegenüber Frühjahrsfrost (v. a. zur Blüte) und Regen (v. a. zur Erntezeit).

Vorkommen

Das weltweit größte Marillenanbaugebiet liegt in der Provinz Malatya in der Osttürkei. In Europa wird die Marille als wärmeliebende Pflanze v. a. im Mittelmeerraum angebaut. Aber auch „Wärmeinseln“ in den Alpen erlauben Marillenanbau: etwa im Südtiroler Vinschgau oder im Schweizer Wallis. In Österreich kommt die Marille v. a. in Niederösterreich (Wachau, Weinviertel), im Burgenland und in der Steiermark vor.

Wachauer Marille

Besonders bekannt ist in Österreich die „Wachauer Marille“. In der Wachau, einem traditionellen Weinanbaugebiet im Donautal Niederösterreichs, findet die Marille ideale Klima- und Bodenbedingungen vor. Bekannt ist der Marillenanbau dort schon länger. Verstärkt wurde er aber insbesondere ab 1890, als die Wachauer Weingärten durch die Reblaus verwüstet wurden. Heute wachsen rd. 100.000 Marillenbäume in der Wachau. Die Zeit der Marillenblüte hat dort auch große touristische Bedeutung.

Die Wachauer Marille ist keine eigene Sorte (die heißt „Klosterneuburger Marille“), wohl aber seit 1996 eine eigens geschützte Ursprungsbezeichnung der EU. Sie dürfen nur ganz bestimmte Marillen tragen, die strenge Herkunftskriterien erfüllen. Gut 220 Obstbaubetriebe erzeugen die „Original Wachauer Marille“. Ihr wird ein markanter Geschmack und eine vorzügliche Eignung zur Weiterverarbeitung nachgesagt.

Übrigens: Ein „Marillenzistel“ ist der traditionelle Marillen-Pflückkorb in der Wachau. Er ist schmal und läuft nach unten spitz zu. Das erleichtert die Marillenernte im Astgewirr der Bäume und schont jene Marillen, die im Korb zuunterst liegen.

Baum, Blüten, Früchte

Marillenbäume sind Laubbäume, die normalerweise bis etwa 6 Meter hoch werden. Sie blühen – je nach Witterung – zwischen Mitte März und Mitte April. Die Blüten sind weiß bis rosa und ziehen wegen ihres Nektarreichtums zahlreiche Bienen an („Bienenweide“).

Marillen sind Steinfrüchte, d. h. sie besitzen im Inneren einen harten, verholzten Kern. Die Früchte haben ca. 4 bis 8 cm Durchmesser und sind orange, manchmal auch mit „roten Bäckchen“. Sie besitzen einen feinen, samtigen „Haarpelz“ sowie eine typische Längsfurche.

Marillen werden am besten erst vom Baum geerntet, wenn sie vollreif sind. In Österreich ist das meist zwischen Mitte Juli und Anfang August der Fall. Reife Marillen erkennt man daran, dass sich der Kern sehr leicht vom Fruchtfleisch lösen lässt. Die Ernte erfolgt per Hand und ist sehr arbeitsaufwendig: Da nicht alle Früchte zugleich reifen, muss in einem Obstgarten pro Jahr bis zu fünf Mal hintereinander geerntet werden.

Sorten

In Österreich gibt es mehrere z. T. alte Marillensorten, die sich in Form, Farbe und Geschmack unterscheiden. Sie nennen sich z. B. „Alte Ananas-Marille“, „Frühe Rosenmarille“, „Niedersulzer Pfirsichmarille“ oder „Schmelzende von Gaweinstal“.

Inhaltsstoffe

Marillen zeichnen sich u. a. durch einen hohen Gehalt folgender Inhaltsstoffe aus:

  • Wasser (78-93 %, je nach Sorte bzw. Quellenangabe)
  • Beta-Carotin (eine Vorstufe des Vitamins A) – kein heimisches Obst hat mehr als die „Karotte des Obstgartens“! Das ist gut für die Augen, die Haut (Antioxidantium) und das Immunsystem.
  • Vitamin C (stärkt das Immunsystem)
  • Kalium (für Wasserhaushalt und Muskelfunktion)

Verwendung (u. a.):

  • zum puren Genuss (frisch oder getrocknet)
  • Marillenbrand oder -likör
  • Marillenmarmelade (unverzichtbar in Sachertorte und Faschingskrapfen)
  • Marillenknödel (aus Topfenteig)
  • Marillenkompott
  • Marillensaft
  • Marillenkuchen
  • zur Verfeinerung von Fleisch

 

Zahlen & Fakten

2017 wurden weltweit auf 536.000 ha Marillen angebaut. Die größten Anbauflächen fanden sich in der Türkei (125.000 ha), gefolgt von Algerien (44.300 ha), Usbekistan (41.700 ha) und Pakistan (30.900 ha). Auch bei der Erntemenge führte die Türkei (985.000 Tonnen). Die folgenden Plätze nahmen Usbekistan (533.000 t), Italien (266.000 t), Algerien (257.000 t) und der Iran (239.000 t) ein. Weltweit wurden im Jahr 2017 4,26 Mio. Tonnen geerntet.

 Im österreichischen Erwerbsobstanbau erntete man 2018 insgesamt 7.600 Tonnen Marillen. Das entspricht einer 53-prozentigen Steigerung gegenüber 2017 – einem Jahr, in dem die Marillenernte allerdings wegen Spätfrösten sehr gering ausgefallen ist. In den letzten zehn Jahren (2009-2018) schwankte die jährliche Marillenernte in Österreich zwischen 2.000 Tonnen (2012) und 10.400 Tonnen (2013). Über 80 % der österreichischen Marillen stammten 2018 aus Niederösterreich.

In Österreich werden auf knapp über 1.000 ha Marillen angebaut (Stand: 2017). Das ist eine Zunahme von 54 % gegenüber 2007 – und entspricht etwa 6 % der gesamten Obstanbaufläche in Österreich von rd. 15.700 ha. 2017 gab es 1.110 österreichische Betriebe mit Marillenanbau. Die meisten davon in Niederösterreich (680 Betriebe, 660 ha), gefolgt von der Steiermark (217 Betriebe, 160 ha) und dem Burgenland (111 Betriebe, 100 ha).

 (Quelle: FAOSTAT, Statistik Austria)

 

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