Siloballen / Silageballen / Rundballen

Ein Siloballen ist ein Behältnis aus Kunststoff, in dem sich Silage befindet. Das sind Pflanzen (meist Gras, aber auch Mais oder Klee), die durch Vergären haltbar gemacht und als Tierfutter verwendet werden. Ein Siloballen ist meist rund, hat ca. einen Meter Durchmesser und wiegt mehrere hundert Kilo.

Allgemein

Herstellung

Bei der Grassilage-Herstellung wird das gemähte Gras auf der Wiese kurz getrocknet. Oft dauert das nur einen Tag, weil das Gras schon mit einer Restfeuchte von ca. 65 % weiterverarbeitet werden kann (vgl.: Heu erst bei ca. 15 %). Nach dem Trocknen wird das Gras aufgesammelt, in einer Ballenpresse gepresst und mittels Ballenwickelgerät mit Stretchfolien aus Kunststoff (im Normalfall Polyethylen) umwickelt. So entsteht ein großer, meist weißer, hellgrüner oder türkiser Siloballen. In ihm ist das Gras luftdicht verschlossen. Nun kann die Gärung zu Silage beginnen.

Gärung

Im Siloballen läuft der gleiche Gärvorgang ab wie in den großen Hochsilos, die man früher häufig neben Bauerhöfen sah. Er funktioniert ähnlich wie beim Sauerkraut-Herstellen: Milchsäurebakterien vergären den Pflanzenzucker und bilden daraus Milchsäure. Durch das Ansäuern wird die Entwicklung von Fäulnisbakterien gestoppt, das Pflanzenmaterial wird konserviert.

Vorteile der Siloballen

  • Futtermittel-Konservierung
  • Einfacher Futtermittel-Transport, auch „in Portionen“
  • Weniger Schönwettertage zum Trocknen nötig als bei der Heuherstellung
  • Zeitliche Flexibilität: Nebenerwerbslandwirte können die Silierarbeit an Externe vergeben und die Ballen dann einlagern, wenn sie Zeit haben.
  • Weniger Staubentwicklung als bei der Heuproduktion

Nachteile der Siloballen

  • Im Zusammenhang mit der Grassilage-Herstellung werden Wiesen immer früher gemäht, häufig schon bevor die Wiesenpflanzen Früchte bilden. Zudem wird oft reichlich gedüngt. Beides trägt zum Verschwinden artenreicher Blumenwiesen bei.
  • Weil die Futterpflanzen noch feucht „eingepackt“ werden, fallen viele Pflanzensamen nicht auf den Boden, sondern landen im Siloballen. Die natürliche Nachsaat fehlt.
  • Auch viele Insekten landen im Siloballen. Sie haben wenig Zeit zum Flüchten – anders als beim Heu, das länger auf der Wiese liegen bleibt.
  • Bei Silage-Herstellung wird oft eine ganze Wiese großflächig gemäht, sozusagen „auf einen Sitz“. Auch jene Tiere, die nicht im Siloballen landen, finden auf so einer Wiese dann kaum mehr Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Aus Sicht der Artenvielfalt wäre günstiger, verschiedene Wiesenbereiche zeitlich versetzt zu mähen.
  • Milch aus Silage-Fütterung eignet sich nicht für die Rohmilchkäse-Herstellung (Clostridien-Gefahr).
  • Hohe Mengen an Kunststofffolie fallen an. Bereits im Jahr 2006 wurden in Österreich mehr als 5.000 Tonnen Stretchfolie verkauft.
  • u. U. optische Beeinträchtigung des Landschaftsbildes
  • ev. Geruchsbelästigung (v. a. wenn der Silierprozess nicht optimal verlaufen ist oder der Siloballen beschädigt ist, z. B. durch Wildtiere)

 

Zahlen & Fakten

Grassilage und Siloballen werden immer mehr zum „Standard-Winterfutter“ fürs Vieh. Sie verdrängen zunehmend die Heuproduktion. Gab es 1988 gezählte 77 Siloballen in Österreich, so waren es 2006 schon 5,6 Millionen. 2010 verwendeten 85 % der österreichischen Landwirte Silofutter.

 

Blühendes Österreich-Artikel:

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