Zum Naturlexikon Rosaceae | Bäume & Sträucher, Blumen & Gräser

So erkennst du die Rosengewächse:

  • Kräuter, Sträucher und Bäume
  • Blätter wechselständig, meist mit Nebenblättern
  • Blüten radiärsymmetrisch, mit (meist je 5) freien Kelch- und Kronblättern, oft mit Außenkelch
  • meist zahlreiche Staubblätter
  • ein bis viele, nicht miteinander verwachsene Fruchtblätter (Stempel)

Beschreibung

Die Rosengewächse umfassen Kräuter, Sträucher und Bäume. Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet und haben fast immer Nebenblätter (zipfel- oder blattartige Anhängsel am Grund des Blattstiels, auch Stipeln genannt). Die Blattspreite ist oft geteilt oder aus mehreren Teilblättern zusammengesetzt (z. B. Fiederblätter der Rosen). Die Sträucher haben oft Stacheln oder Dornen.

Die Blüten sind radiärsymmetrisch, die Blütenhülle ist meist fünfzählig und besteht aus Kelch und Krone (d. h., es gibt 5 Kelch- und 5 Kronblätter). Unterhalb des Kelchs sitzt nicht selten ein weiterer Kreis aus 5 kelchblattähnlichen Hochblättern, die einen sogenannten „Außenkelch“ bilden. Die Blütenhüllblätter sind frei (nicht miteinander verwachsen). Der Blütenboden ist oft vergrößert und bildet manchmal einen krugförmigen Achsenbecher, der einen verwachsenen Kelch vortäuschen kann. Es sind meist zahlreiche Staubblätter vorhanden. Die Fruchtblätter sind nicht miteinander verwachsen, können jedoch in den Blütenboden eingesenkt und von diesem umwachsen sein („Apfelfrucht“). Die Zahl der Fruchtblätter variiert innerhalb der Familie sehr stark.

Bei manchen Gattungen wird der Blütenboden zur Fruchtzeit fleischig (z. B. Erdbeere, Apfel), bei anderen werden Teile des Fruchtknotens fleischig und bilden Steinfrüchte, die entweder einzeln (weil nur ein Fruchtknoten pro Blüte vorhanden; z. B. Kirsche, Pfirsich) oder als Sammelsteinfrucht (z. B. Himbeere) auftreten. Manche Gruppen innerhalb der Rosengewächse haben aufgrund teilweiser asexueller Vermehrung eine verwirrende Vielfalt sogenannter „Kleinarten“ entwickelt, so etwa Frauenmantel (Alchemilla), Brombeere (Rubus subg. Rubus) oder Mehlbeere (Sorbus).

Es gibt wohl kaum eine andere Pflanzenfamilie der gemäßigten Breiten, die einen so hohen Anteil an vom Menschen genutzten Obstfrüchten aufweist: Apfel, Birne, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Kirsche, Marille, Pfirsich, Weichsel oder Zwetschke – und dies sind nur die am häufigsten angebauten Arten. Erstaunlich ist auch die Farb- und Geschmacksvielfalt bei den unter den Namen „Kriecherl, Ringlotte, Spilling oder Zibate“ bekannten Formen innerhalb der Pflaumenverwandtschaft.

Etliche Rosengewächse sind bekannte Heilpflanzen, so etwa Frauenmantel, Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina), Mädesüß (Filipendula), Odermenning (Agrimonia) oder Weißdorn (Crataegus).

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