Nermina Mumić mag brennende Ideen. Deshalb sticht sie als Mathematikerin, Unternehmerin und als Bundesvorsitzende der Muslimischen Jugend Österreich mit ihrem Erfindergeist und Engagement heraus.

Wie sie zum Thema Nachhaltigkeit und Naturschutz steht? Blühendes Österreich hat das Jurymitglied der Brennnessel 2019 – der unbürokratischen Finanzspritze für Natur- und artenschutzprojekte im Wert von € 200.000 – zum Interview getroffen.

 

Wie steht der Islam zum Naturschutz? Welche grünen Bewegungen gibt es?

Aus islamischer Sicht hat der Mensch die Aufgabe auf der Erde bekommen, Verantwortung für sie, seine Umwelt und seine Mitmenschen zu übernehmen.

Der Schutz der Umwelt, das Wohlergehen aller Tiere und Pflanzen, der
verantwortungsbewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen wie das
Vermeiden von Wasserverschwendung zählen dazu.

Menschen, die mit ihrem Fehlverhalten unsere Umwelt verschmutzen, Tiere schlecht behandeln, schädliche Pflanzenschutzmittel und -gifte in der Landwirtschaft verwenden und den Generationen nach ihnen somit eine gesunde Zukunft nehmen, weil sie somit zur Umwelt- und Klimakrise beitragen, entsprechen nicht den Vorstellungen einer islamischen Lebensweise. Das Buch 'Öko-Dschihad' von Fatima Kowanda fasst diese Sichtweise und Bewegungen in die Richtung gut zusammen.


Welchen Anklang fand die diesjährige Aktion "Ramadan der Nachhaltigkeit"?

Beim sozial-karitativen Projekt Fasten-Teilen-Helfen engagieren sich im
Fastenmonat Ramadan Tausende muslimische Jugendliche aktiv in der
heimischen Gesellschaft.

Jedes Jahr setzen wir dabei einen anderen Themenschwerpunkt, um unterschiedliche Bereiche, in denen ein soziales Ungleichgewicht herrscht, zu adressieren und damit unseren Mitmenschen eine Stütze zu sein und einen nachhaltigen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten.

Nach Themen wie Armut, AlleinerzieherInnen und Obdachlosigkeit haben wir im heurigen Jahr den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit gesetzt. Dabei haben bundesweit über 2.000 Jugendliche Workshops zu dem Thema besucht, Grünflächen gepflanzt, Müll aufgesammelt und entsprechende Einrichtungen in allen Bundesländern besucht.

Was ist deiner Meinung nach das schönste Platzerl Österreichs?

Als Niederösterreicherin bin ich geneigt das schöne Mostviertel zu
nennen, aber Österreich ist insgesamt ein wunderschönes Fleckerl. Am
meisten genieße ich jedoch Zugfahren von Salzburg nach Bregenz, wo man zwischen den Bergen durchbummelt und ein herrliches Alpenpanorama genießen darf.

Wenn du zurück an deine Kindheit denkst, was war dein Lieblingsspiel in der Natur?

Ich bin im Mostviertel am Land aufgewachsen. Den Sommer haben wir immer an der Pielach verbracht, den Fluss rauf und runter geschwommen, von Bäumen ins Wasser gesprungen oder den Sprung vom Wasserfall gewagt.

Wie kann jede/r im Alltag einen einfachen Beitrag leisten, um die Natur zu schützen?

Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unsere Umwelt und das Klima zu schützen. Das bedeutet Verantwortung zu übernehmen, seitens der Wirtschaft und der Politik, aber auch auf individueller Ebene.

Dazu gehört, sein eigenes Konsumverhalten zu überdenken und zu überlegen, wo man Schritte zur C02 Neutralität setzen kann. Für manche kann das Verzicht auf Fleischkonsum bedeuten, für andere Umstieg auf recyclebare Materialien oder der Umstieg auf Öffis.

Warum ist es wichtig, jetzt neue Zeichen und Aktionen für die Nachhaltigkeit zu setzen?

Das globale Klima steckt in einer Krise, während es Menschen gibt, die das immer noch leugnen. Es ist wichtig, auf unterschiedlichen Ebenen in der breiten Gesellschaft ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir in der Verantwortung für unseren Planeten und die kommenden Generationen stehen. Dazu gehört eine breite Palette an Maßnahmen und Aktionen. Einen Plan bzw. Planeten B gibt es nicht.

Was zeichnet die Brennnessel als neuer Naturschutzpreis deiner Meinung nach besonders aus?

Oft wird argumentiert, dass man sich Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht leisten könne, weil das in manchen Fällen (kurzfristig) mit mehr Kosten in Verbindung steht. Die Brennnessel schafft Anreize, Maßnahmen in die Richtung zu setzen - von großen Projekten bis zu ganz einfachen Initiativen wie Bäume pflanzen.

Dabei kann jede und jeder unkompliziert einreichen, ohne zwangsläufig an eine große Organisation oder Struktur gebunden zu sein. Individuen und Gruppen werden nicht nur zum Umweltschutz und Nachhaltigkeit motiviert, sondern auch substanziell darin unterstützt. Mir gefällt ganz besonders, dass es sich mit niederschwelligen Projekten besonders auch an junge Menschen richtet.

 

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Über Nermina Mumić

Seit 2015 ist die niederösterreichische Bundesvorsitzende der Muslimischen Jugend Österreich. Sie ist Mathematikerin an der Technischen Universität Wien und deckt mit ihrem Tech-Startup Legitary Betrug im Musikstreaming auf. 

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Nermina Mumic

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