Kinderleicht und ein ideales Geschenk: ein Deo selber machen aus 100 % Bio-Zutaten.

Zutaten (für 8 Deo-Fläschchen):

8 Bio-Zitronen
1,6 Liter Mineralwasser
16 Teelöffel Natron
1 Blatt Backpapier
8 Zerstäuber-Fläschchen
1/4 Liter Wodka

Stimmt schon: Es wird Menschen geben, die ein Deo als Geschenk als eher unhöfliche Geste empfinden, als feindseligen Akt oder einen unmissverständlichen Wink mit dem Zaunpfahl. Solche Zeitgenossen beglücken wir besser mit einem guten Buch, einem Gedichtband oder einem Wodkazerstäuber. Ja, richtig gelesen: Ein Wodkazerstäuber sollte in keiner Küche fehlen. Das weiß ich selbst auch erst seit kurzem, seit ich am LFI (kurz für „Ländliches Fortbildungsinstitut“) einen Kurs über Grüne Kosmetik besucht habe.

Warum Wodka?

Wodka im Zerstäuber braucht es, um sauber zu arbeiten. Das hat uns Teilnehmerinnen (ich war der einzige Mann im Kurs und fühle mich als Mann mit der weiblichen Formulierung fortan einfach mitgemeint) Gabriela Nedoma, Vortragende und Versierte in Sachen Grüne Kosmetik, eingebläut.

Denn Wodka ist – das wissen alle AlkoholikerInnen – geruchsneutral und, für die meisten von uns relevanter: absolut geschmacksneutral. Zumindest wenn es darum geht, beim Einkochen Marmeladegläser vor dem Befüllen zu desinfizieren. Oder eben, wenn selbstgemachte Kosmetika in Fläschchen, Tiegel oder Flacons abgefüllt werden.

Sie selbst habe im Alltag immer einen Sprüher mit Wodka dabei, gestand Gabriela. Und auch ich möchte mir angewöhnen, so eine Sprühflasche mit Hochprozentigem künftig in Griffweite zu haben. Praktisch, bekömmlich, länger haltbar.

Jeden Löffel, jeden Trichter, selbst die Reibe für die Zitronenschale und natürlich auch die später befüllten Flüssigkeitsspender haben wir im Kosmetikkurs mit Wodka besprüht.

Ich weiß jetzt schon nicht mehr wie ich jemals Marmelade machen konnte, ohne Wodka im Zerstäuber.

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In unser Deo kommt ausschließlich die Schale von Biozitronen. Sie sind unbehandelt.

Schritt für Schritt zum DIY-Deo

  1. Zitrone heiß waschen – Das Um und Auf bei Grüner Kosmetik ist Hygiene. Saubere Hände braucht es sowieso. Aber auch unbehandelte Biozitronen müssen gewaschen werden. Man weiß schließlich nie, wer das Obst beim Pflücken, beim Transport oder auch im Laden bereits in den Fingern hatte. Und etwas anderes als Biozitronen kommen für uns ohnehin nicht in Frage. Schließlich verarbeiten wir für unser Deo die Schale.
     
  2. Zitrone reiben – Mit einer Reibe raspeln wir die Schale der Zitrusfrucht vorsichtig ab – bis nur noch die weiße Unterhaut zu sehen ist. Wichtig: Sowohl die Reibe als auch der Teller oder die Schüssel, mit der wir arbeiten, werden behutsam mit Wodka benebelt bevor sie zum Einsatz kommen.
     
  3. Geraspelte Schalen in  Wasser einrühren – Die Zitronenschalenraspeln werden mit einem ebenso wodkabehandelten Löffel ins Mineralwasser gerührt. 15 bis 20 Minuten soll alles ziehen. Die ätherischen Öle der Zitrone desodorieren und wirken kühlend und straffend auf die Haut.
     
  4. Natron einrühren – Im Anschluss rühren wir das Natron Löffel für Löffel ein bis die Flüssigkeit gesättigt ist. Das ist dann der Fall, wenn die Flüssigkeit kein Natron mehr aufnimmt und dieses auch beim Einrühren am Boden sichtbar bleibt. Etwas ruhen lassen.
     
  5. Filtern – Auch der Filter bzw. das Sieb wird mit Wodka gereinigt. Es ist wichtig, dass in der Flüssigkeit wirklich keine Zitrusschalenreste bleiben. Schließlich schmiert sich niemand gerne Zitrusflankerl in die Achseln.
     
  6. Abfüllen – Auf ausgebreitetem Backpapier bereiten wir die gewaschenen Sprühfläschchen vor, opfern ein wenig Wodka, sprühen ihn auch durch die Schläuche, damit alles desinfiziert ist. Dann füllen wir das Zitruswasser vorsichtig in die Fläschchen. Im Kühlschrank ist das nunmehr fertig abgefüllte Deo ein bis zwei Monate haltbar.
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Der Trichter, das Fläschchen, der Löffel: Alles wird mit Wodka benebelt.

Was wir im LFI-Kurs auch gelernt haben: Wir verwenden beim Herstellen von Kosmetik niemals stinknormales Wasser. Da kann dessen Qualität noch so gut sein – die Keimbelastung von Leitungswasser bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Wir bevorzugen also Mineralwasser (das nicht prickelnd sein muss, aber Kohlensäure enthalten darf). Oder aber wir kochen das Leitungswasser einfach ab.

Stimmt schon. Jetzt bleiben wir plötzlich auf acht fast gehäuteten Zitronen sitzen. Womöglich wäre es eine nette Geste, einfach Gäste auf ein paar Wodka Lemon einzuladen.

Vorsicht: Die ätherischen Öle der Zitrone wirken phototoxisch und verstärken die Lichteinstrahlung des Sonnenlichts. Sie können zu Hautreizungen führen. 

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