Im kommenden April wird sich in einigen Gegenden Österreichs wieder ein ganz besonderer Vogel bemerkbar machen. Hoffentlich! Die winzige Zwergohreule ist der einzige echte Zugvogel unter den heimischen Eulen und hierzulande ein sehr seltener Brutvogel.

Winzig ist leider auch ihr Bestand. Durch die Zerstörung des speziellen Lebensraums und das Schwinden ihrer Lieblingsnahrung ist die Zwergohreule in Österreich unmittelbar vom Aussterben bedroht.

Wie der Zwerg aussieht, warum er im Herbst in den Süden fliegt, wieso er sich in Obstgärten besonders wohl fühlt und wie wir ihn schützen können, erfährst du in diesem Artikel.

So erkennst du die Zwergohreule

Otus scops, so der wissenschaftliche Name, ist nach dem Sperlingskauz die kleinste aller europäischen Eulenarten. Mit einer Körperlänge von etwa 20 cm ist die Zwergohreule kaum größer als eine Amsel. Ein bisschen imposanter wirkt unser kleiner Teufel wenn er aufgeregt ist und seine "Hörner" aufstellt. Das Gefieder der Zwergohreule ist im Grunde grau oder bräunlich, die Zeichnung mit dunklen und hellen Streifen gibt dem Vogel die Farben von Baumrinde. Somit ist unsere Freundin eine Meisterin der Tarnung! Sie an einem Stamm oder Ast entdecken zu wollen, gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen.

Leichter zu erkennen und noch unverwechselbarer als ihr Aussehen ist zum Glück der Gesang der Zwergohreule. Tju … tju … tju … tönt es im Frühling flötend, aber auch sehr eintönig im Obstgarten. Zwischen den Lauten vergehen etwa 2 bis 4 Sekunden. Dafür dauert das Singen des Männchens oft stundenlang an!

Eine Eule, die über das Meer fliegt …

Obwohl auch einige Populationen an den wärmsten Zipfeln Europas in Spanien, Italien oder Griechenland überwintern, fliegen die allermeisten europäischen Zwergohreulen jedes Jahr im September bis nach Afrika, um dort südlich der Sahara zu überwintern. Wie die meisten Zugvögel tun sie das aus einem sehr einfachen Grund. Während andere Eulenarten in erster Linie Mäusen und anderen kleinen Säugetieren nachstellen, macht unser kleiner Teufel vor allem großen Insekten die Hölle heiß und die sind im Winter nicht verfügbar!

  … und Heuschrecken jagt.

Grashüpfer, Heupferde, Grillen und dicke Käfer stehen ganz oben auf dem Speiseplan. Ihre Nahrung jagt die Zwergohreule stets in der Dämmerung oder Nacht, in insektenreichen Wiesen und Trockenrasen, an Waldrändern oder Feldrainen. Von Ästen oder Zaunpfählen aus späht sie mit ihren großen, gelben Augen nach Beutetieren und schlägt lautlos zu.

Zwergohreule

Baumhöhlen sind die schönsten Plätze zum Brüten.

Zwergohreulen brüten in den Höhlen alter Laubbäume. Zur Not nehmen sie auch Nistkästen oder leerstehende Vogelnester an, doch am liebsten sind den verliebten Paaren natürliche Hohlräume in knorrigen Eichen oder Obstbäumen. Dort legt das Weibchen im Mai seine Eier und so werden in guten Sommern 3 bis 4 kleine Zwergohreulen aufgezogen, die sich am Ende der Saison emanzipieren und selbst die weite Reise über das Meer antreten.

 

Streuobstwiesen: Alte Bäume zum Brüten und Wiesen zur Jagd

Zwergohreulen benötigen zum Überleben reich strukturierte, halboffene Lebensräume mit hohem Insektenreichtum. Im Süden Europas, wo sie häufiger vorkommen, besiedeln sie auch lichte trockene Wälder. Doch bei uns zieht es sie seit jeher in die Nähe der Menschen, denn unsere Wälder sind für sie zu dicht bewachsen. Den perfekten Lebensraum findet sie in extensiv bewirtschafteten Obstgärten und vor allem in ausgedehnten Streuobstwiesen. Wie Wiedehopf, Wendehals oder einige Fledermausarten findet hier auch die Zwergohreule alles, was sie braucht: Hochstämmige alte Bäume, durch Mahd oder Beweidung kultiviertes, insektenreiches Grasland und eine allgemein strukturreiche Umgebung mit Feldrändern, Hecken oder Böschungen.

Eine gespritzte Obstplantage nützt ihr ebenso wenig wie überdüngte Wiesen und kurzgeschorene Rasen. Im Garten der Zwergohreule muss es blühen und summen und zirpen! Anspruchsvoll ist er schon, der kleine Teufel.

Unsere Veranstaltungstipps:

BirdLife Österreich: Vögel des Auwalds und der Streuobstwiesen

(Renaturierungen am Alten Rhein und Blick über die Grenze in eine Graureiherkolonie.)
Wann? 5. Mai 2018, vormittags ab 7:30 in Höchst (Vorarlberg)

BirdLife Österreich: Vögel, Pflanzen und Kulturgeschichte am Mönchsberg und Rainberg

Wann? 27. Mai 2018, ab 7 Uhr halbtätig, Hildmannsplatz (Salzburg)

 

Die Zwergohreule ist vom Aussterben bedroht.

In Europa kommt die kleine Eule hauptsächlich in den mediterranen Regionen vor. Als wärmeliebende Art stößt sie im Alpenraum an ihre nördliche Verbreitungsgrenze und besiedelt bei uns wohl immer schon nur sehr milde und trockene Lagen. Dennoch war sie bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in fast allen österreichischen Bundesländern zuhause. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft, dem verstärkten Einsatz von Insektiziden, dem damit verbundenen Insektensterbendem und der Zerstörung vieler artenreicher Lebensräume nahmen auch die Bestände der Zwergohreule dramatisch ab. Heute gibt es vermutlich kaum mehr als 50 Brutpaare! Diese verteilen sich auf einige wenige Inseln vor allem in Kärnten, der Steiermark oder an den Hängen des burgenländischen Rosaliengebirges. Studien zeigen, dass der Klimawandel und die damit einhergehende Erwärmung der Zwergohreule zugutekommen könnten, solange es ausreichend insektenreiche Grünlandlebensräume gäbe. Um ihr Überleben zu sichern, bedarf es aber auch konkreter Schutzmaßnahmen und großzügiger Initiativen zur Pflege traditioneller Kulturlandschaften.

Gesucht: Österreichs schönste Streuobstwiese!

Blühendes Österreich sucht gemeinsam mit der ARGE Streuobst von 23. April bis 8. Juli 2018 die schönste Streuobstwiese der Alpenrepublik!

Die schönsten drei Streuobstwiesen und Hausgärten aus allen Bundesländern werden prämiert. Die erstgereihten 100 Einreichungen bekommen 100 regionaltypische Obstbäume geschenkt. Der Bundessieger aus der Kategorie Streuobstwiese erhält die Erntewundermaschine „Obstraupe“, der Hausgartengewinner eine Haus-/Hydropresse. Alle 54 Preisträger bekommen eine Plakette als Auszeichnung.

 

Meckerziege oder flotte Biene?

Flotte Biene! Dann bist du auf Österreichs größter Plattform für Naturerlebnisse genau richtig.

Jetzt registrieren

Verwandte Naturerlebnisse

Nature-English-Week

Nationalparkcamp Eckartsau: Nature-English-Week 1 und 2

26. Juli |
Niederösterreich
Veranstalter: Nationalparkbetrieb Donau-Auen der Österreichischen Bundesforste

Die Englischkenntnisse auf Vordermann bringen und Spaß in der Natur erleben. Betreuung durch einen Native Speaker und das Nationalpark-Rangerteam. Nahezu den ganzen Tag wird Englisch gesprochen – es fällt gar nicht auf, wie viel dabei gelernt wird!

Im Angebot inkludiert:

  • Nächtigung in komfortablen Zelten
  • Moderne Sanitärräume
  • Aufenthaltsbereiche für Schlechtwetterprogramm
  • Campgelände mit eigener Feuerstelle und Spielwies
  • Naturerlebnisgelände fußläufig in 5 min. erreichbar
  • Vollverpflegung (Frühstück, Lunchpakete während des Tages, Grillabend bzw. Abendessen im Gasthaus, Getränke)
  • Durchgehende inhaltliche Gestaltung und Begleitung während des Tages über die gesamte Aufenthaltszeit durch zertifizierte Nationalpark-Rangerinnen und -Ranger. Dazu gehören Themenexkursionen bzw. -wanderungen, Nationalparkzentrum im Schloss Orth an der Donau mit dem Auerlebnisgelände Schlossinsel, Forschungslabor am Campgelände, Benützung der Tümpelanlage im Rahmen von Exkursionen, Rätsel-Rallye, umweltpädagogisches Spieleprogramm, wissenschaftliches und kreatives Arbeiten, Führung durch Schloss Eckartsau etc. … inkl. aller benötigten Arbeitsmaterialien
  • Benützung der Fahrräder im Rahmen der Exkursionen

Anreise Sonntag, 14 Uhr, Abreise Freitag, 14 Uhr

Österreichische Bundesforste AG, Nationalparkcamp Eckartsau
Linda Täubling
Tel.
0664/6189114
E-Mail: linda.taeubling@bundesforste.at

Anmeldung bis 30. April 2026 erforderlich!

Pro Person € 510,-

mind. 15, max. 20 Kinder
Geeignet für Kinder und Jugendliche der 5. bis 8. Schulstufe

Nationalparkcamp Eckartsau: Nature-English-Week 1 und 2
Der Fährte folgen
Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

26. Juli |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Infohütte, Erlebniszentrum Weidendom

Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

Am Veranstaltungsort befindet sich ein rollstuhlgerechtes WC.

Kosten für Forschungsprogramme (11:00, 14:00 und 16:00 Uhr):

Erwachsene: € 7,00
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: € 5,00
Familienkarte (max. 4 Personen): € 12,00

Sondertermine sowie spezielle Programme für (Bus-)Gruppen und Schulen werden im Infobüro Admont organisiert. Unsere Gruppenangebote finden Sie hier.

Wir sind Partner der Steiermark-Card, Bonuspartner der Schladming-Dachstein Card und ZWEI UND MEHR Vorteilsbetrieb.

Forschungsprogramm 1: Die Reise in den Mikrokosmos "Wasser" 

Tauchen Sie in die spanndende Welt der Wasserlebewesen ein. Eine selbst genommene Wasserprobe kann beim Mikroskopieren "unter die Lupe" genommen werden. Dabei entdeckt man Kleinstlebewesen, die man in dieser Größe noch nie gesehen hat.

 Forschungsprogramm 2: Wildnis erforschen im Auwald

Gehen Sie auf die Suche nach Wildnis in der Aulandschaft um den Weidendom und erfahren, welche Bäume gerne nasse Füße haben und welche seltene Vogelart ganz in der Nähe brütet.

Forschungsprogramm3: Abenteuer Wilde Wiese 

Ein:e Nationalpark Ranger:in zeigt Ihnen wie Sie in einer wilden Wiese auf Entdeckungsreise gehen können und neben schillernden Käfern und Bienen auf Nektarsuche auch Russischen Bären oder eine rotflügelige Schnarrschrecke aufspüren.


Die Gruppe entscheidet, welches der drei Programme stattfindet.

Erwachsene, Jugendliche
Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und Jugendliche

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
Ja, denn wir finden, unser Nationalpark Gesäuse ist bei jedem Wetter ein Erlebnis!

Darf ich meinen vierbeinigen Freund mitbringen?
Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.


 

  • Öffnungszeiten: (der Weidendom ist ganzjährig frei betretbar, betreutes Besucherprogramm zu folgenden Zeiten)

    01.05.2026 - 30.06.2026: Samstag, Sonntag, Feiertage, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
    01.07.2026 - 13.09.2026 : täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
    14.09.2026 - 30.09.2026: Samstag, Sonntag, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Die Forschungsprogramme finden während der Öffnungszeiten immer um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt.

Sondertermine außerhalb der Öffnungszeiten, sowie spezielle Programme für Gruppen, Busgruppen und Schulen werden im Informationsbüro in Admont organisiert, Tel. +43(0)3613/21160-20, info@nationalpark-gesaeuse.at

Unter fachkundiger Anleitung tauchen kleine und große Besucher:innen in die wilde Seite des Nationalparks ein.

Drei unterschiedliche Programme ermöglichen Besucher:innen einen spannenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks zu bekommen: „Die Reise in den Mikrokosmos Wasser“, „Abenteuer Wilde Wiese“ oder „Wildnis erforschen im Auwald“.

Keine Anmeldung erforderlich

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Österreichische Bundesbahn: www.oebb.at
BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Bachbrücke/Weidendom (RegioBus 912)
  • Johnsbach im Nationalpark Bahnhof (ÖBB)
Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom
Der Fährte folgen