Wusstest du, dass Graugänse uns Menschen sehr ähnlich sind? Sie sind äußerst soziale Wesen und ihre Liebe kennt keine Grenzen. Wie Graugänse Beziehungen leben und warum ihre Küken in den Kindergarten gehen.
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Gänsefamilie auf Nahrungssuche

Jetzt im Frühling wimmelt es nahe dem Schilf geradezu von Gänsefamilien mit frisch geschlüpften Küken. Doch der Nachwuchs der Graugänse hat einen schweren Start ins Leben. Da bietet der üppige Schilfgürtel des Neusiedler Sees den perfekte Brutplatz: Die Gänsepaare können hier im Schutz des Schilfs ihre Eier ausbrüten und finden genügend Nahrung für die Kleinen auf den angrenzenden Wiesen und Hutweiden. Das ist nicht zuletzt dem Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel zu verdanken. Dieser kümmert sich um den Erhalt der Wiesenlandschaft und bietet den Gänsen und ihren Kindern, den Gösseln, Schutz.

Bei der Exkursion “Im Kindergarten der Graugänse” tauchen wir ein in das Familien- und Liebesleben dieser putzigen und äußerst interessanten Tieren.

Die meisten der heimischen Graugänse – die zu der etwa 50.000 Tiere zählenden zentraleuropäischen Population gehören – blieben inzwischen das ganze Jahr über in der Gegend um den Neusiedler See, erzählt uns Barbara Kofler, Biologin, Ökologin und Rangerin im Nationalpark. Das war nicht immer so: Noch vor einigen Jahren zogen die Tiere im Winter nach Nordafrika. Mittlerweile bleibt der Großteil der Graugänse auch zur kalten Jahreszeit in der Region und den angrenzenden Gebieten, und zum hiesigen Bestand gesellen sich weitere Gänse aus dem Norden. Graugänse sind charakteristisch für die Region – weshalb sie auch das Wappen des Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel schmücken. Hier geht es ihnen bestens: Generell nehmen die Bestände der Graugänse ab, am Neusiedler See steigen sie jedoch erfreulicherweise an.

Sozialer Halt im Gänse-Clan

Gänse sind hoch soziale Tiere. Dabei spielt Kommunikation eine wichtige Rolle. Die Körpersprache der Graugänse lässt erkennen, wie die Stimmung gerade ist. Ein vertikal erhobener Hals mit horizontal gehaltenem Schnabel heißt "Achtung", wenn der Schnabel über die Horizontale erhoben ist, gibt der Ganter an. Feine Nuancen machen bei der Deutung der Gänsesprache also oft den Unterschied. Das erfordert einiges an Übung.Die Körpersprache lässt zudem erahnen, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt – bei Graugänsen gibt es äußerlich keinen markanten Unterschied zwischen den Geschlechtern. Meist sind es die Männchen in einer Gruppe, die sich mehr umschauen und Wache halten.

“In einer Gruppe von 100 Gänsen kennt jeder jeden persönlich”

Die Gänse-Clans sind von Weibchen dominiert. Das heißt, die Schwestern beziehungsweise Mutter und Tochter gehen gemeinsam als Familie durch’s Leben. Die männlichen Jungen bleiben etwa ein bis drei Jahre bei ihrem Eltern-Clan. Wenn sie dann geschlechtsreif sind, verlassen sie die Familie und schließen sich dem Clan ihrer Geliebten an.Generell ist es von Vorteil, einen möglichst großen Clan zu bilden, denn diese haben eine höhere soziale Stellung in den Gänsescharen. Sie bekommen etwa die besseren Schlafplätze im Zentrum der Schar, wo sie besonders gut geschützt sind.

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Gänsenest

Lebenslanges Eheglück?

Früher wurde davon ausgegangen, dass Gänse Partnerschaften für’s Leben eingehen. Inzwischen weiß man jedoch, dass auch bei den Gänsen alles möglich ist. Die Dauer des Beziehungsglücks reicht von drei bis 15 Jahren, wobei Graugänse etwa 20 Jahre alt werden. Die meiste Lebenszeit verbringen sie in Partnerschaft, denn sozialer Rückhalt ist für Gänse extrem wichtig.

“Es gibt alles bei den Gänsen - Hauptsache nicht Single”

Bei Gänsen ist alles erlaubt: ob klassische Zweierbeziehung, „Ménage à trois“ oder gleichgeschlechtliche Partnerschaft. Eine Beziehung gibt den Gänsen Sicherheit, stärkt ihr Immunsystem und hält sie somit gesund. Das haben Hormon-Proben gezeigt, die viel über den gesundheitlichen und emotionalen Zustand von Mensch und Tier aussagen. So ist der Testosteronspiegel bei Single-Gänsen deutlich erhöht, was zu Stress führt. Zudem sparen Gänse in Partnerschaft bis zu 20 Prozent ihrer Energie, was in freier Wildbahn überlebensnotwendig sein kann.

Nun geht’s ans Nest bauen

Am Neusiedler See brüten jährlich zwischen 1.500 und 2.000 Graugans-Paare im schützenden Schilf. Zusätzlich bewohnen etwa 4.000 Nichtbrüter in größeren Gruppen den Seewinkel. Während die Nichtbrüter das Weite suchen, wenn man in ihre Nähe kommt, können die Brutpaare wunderbar beobachtet werden. Sie bleiben bei ihren Gelegen und den frisch geschlüpften Gösseln, die noch nicht flugtauglich sind. Grundsätzlich beginnt die Brutzeit im März, in besonders milden Wintern jedoch auch früher. Bei einem erneuten Kälteeinbruch verlieren die Gänse dann häufig ihre Jungen und müssen noch ein zweites Gelege mit in der Regel vier bis zehn Eiern ausbrüten. Um den Nachwuchs während der drei bis vier Wochen dauernden Brutzeit vor Kälte zu schützen, kleiden die Eltern das Gelege mit flauschigen Dunenfedern aus. Wenn die Weibchen – die meist für’s Brüten zuständig sind – das Nest einmal verlassen, decken sie die Eier zusätzlich mit Federn zu. Sind die Gössel erst geschlüpft, fängt ein harter Kampf ums Überleben an.

NaturfreundInnen aufgepasst! Im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel gibt es zahlreiche spannende geführte Exkursionen rund um Flora und Fauna des Neusiedlersees. Schau dir jetzt das aktuelle Programm an.

Kleine Gössel leben gefährlich

Das Leben der Gössel steht vor allem im ersten Jahr auf Messers Schneide, denn Gänse haben zahlreiche Feinde: Füchse, Adler und andere Greifvögel wie die Rohrweihe, sowie Marder oder Großmöwen. Bei Graugänsen ist die Jugendsterblichkeit sehr hoch. Doch auch erwachsene Tiere sind am Boden nicht sicher. Besonders gefährlich ist auch für die Großen die Zeit, wenn sie einmal im Jahr ihr gesamtes Federkleid wechseln. Beim sogenannten Mausern werfen die Graugänse alle Flugfedern gleichzeitig ab. Während dieser vier bis sechs Wochen können sie nicht abheben und sind ihren Feinden somit vermehrt ausgesetzt.Die größte Bedrohung für die Graugänse sei aber immer noch der Mensch, macht uns die Exkursionsleiterin Barbara Kofler aufmerksam. Durch den steigenden Lebensraumverlust wagen sich die Gänse bei zu geringem Nahrungsangebot auf Äcker und in bewohnte Gebiete, wo sie nicht immer willkommen sind. Auch die Jagd spielt nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Verringerung der Graugans-Bestände.

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Gänse Konrad Lorenz

Im Kindergarten der Graugänse

Das spezifisch im Seewinkel vorkommende Phänomen der “Kindergärten” könnte eine Strategie der Gänse sein, ihre Jungen besser über die Runden zu kriegen. In den Kindergärten schließen sich bis zu 100 Gössel zu einer Gruppe zusammen und folgen einem einzigen Elternpaar. Das ist nur möglich, weil die Jungen von Anfang an selbst fressen und nicht wie andere Vogelküken gefüttert werden müssen.

Die Beobachtung der Graugänse hat gezeigt, dass die Kindergartenbildung nur in den ersten zwei Wochen nach dem Schlüpfen zustande kommt. In dieser Zeit können die Gössel ihre Eltern noch nicht von anderen Gänsen unterscheiden. Sie laufen allem nach, was einer Gans gleicht. Diese sogenannte Prägung hat schon der Verhaltensforscher und “Gänse-Papa” Konrad Lorenz bei seinen Graugänsen im oberösterreichischen Almtal beobachtet: Die Gössel halten das Erste, was sie nach dem Schlüpfen sehen, für ihre Eltern. Egal ob es sich dabei um eine Gans, einen Menschen oder auch einen Fußball handelt. Im Gänsemarsch geht es dann hinterher, ohne große Differenzierung.

Kommt es daher während diesen ersten beiden entscheidenden Wochen zu einer größeren Ansammlung von Tieren und es entsteht ein Durcheinander – etwa beim Angriff einer Rohrweihe – kann es sein, dass die Jungen ihre leiblichen Eltern verlieren und einer neuen Familie folgen. Für die Gänseeltern kann es auch von Vorteil sein, “fremde” Gössel in die Schar aufzunehmen: So wird das Risiko, ein "eigenes" Gössel an einen Fressfeind zu verlieren, minimiert. Eine weitere Beobachtung ist, dass sich die Graugansküken aktiv neuen dominanten Eltern anschließen, etwa wenn sich Vater und Mutter streiten und sie sich bei einem anderen Gänsepaar sicherer fühlen. Dieses junge Phänomen im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel bedarf jedoch noch ausführlicher Forschung.

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Steinböcke sind majestätische Tiere. Sie faszinieren durch ihre Größe, ihre Trittsicherheit, ihre atemberaubenden Sprünge in Felswänden oder Kämpfe auf ausgesetzten Felsen. Die Beobachtung eines Steinbockes aus nächster Nähe zählt zu den unvergesslichsten Erlebnissen im Nationalpark Hohe Tauern.
Wann: jeden Freitag von 31.05. - 05.09.2019
Alter: ab 7 Jahre
Wo: 07:00 Uhr, Glocknerhaus, Winkl 33, 9844 Heiligenblut
Dauer: ca. 2,5 Stunden, davon 1,5 Stunden Gehzeit
Preis: EW € 17.-/KI € 11.- (gratis mit NP Kärnten Card)
Charakter: leichte Wanderung im hochalpinen Gelände

Voranmeldung erforderlich, bis 16:00 Uhr am Vortag möglich
Tel. +43(0)4825-6161 oder nationalpark@ktn.gv.at

Für alle Wanderungen wird stabiles Schuhwerk, warme, wetterfeste Kleidung sowie ein Rucksack mit Getränk und Jause empfohlen.

Eine gute körperliche Verfassung ist Voraussetzung!

Bei schlechten Witterungsbedingungen behält sich die Nationalparkverwaltung vor, Exkursionen aus Sicherheitsgründen abzusagen.

Die Teilnahme an den Programmen erfolgt auf eigene Gefahr. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung!

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Im imposanten Kalser Ködnitztal begeben Sie sich auf die Suche nach den BIG FIVE des Nationalparks Hohe Tauern: Steinadler, Steinbock, Gämse, Bartgeier und Murmeltier haben hier ihren perfekten Lebensraum gefunden. In Begleitung des Nationalpark-Rangers und mit Ferngläsern und Spektiv „bewaffnet“/ausgestattet kommen Sie den Wildtieren so nah wie nie.
Dauer: 08:30 bis 12:30 (mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar)
Gesamtgehzeit: ca. 1,5 Stunden
Höhenmeter: ca. 150 m
Treffpunkt: Glocknerwinkel Kals

Erwachsene: €17,00
Kinder bis 14 Jahre: €11,00

Ausrüstung: Feste Bergschuhe, Regen-/Sonnenschutz, Getränk, Jause

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Nordkette Entdeckertour

19. Juli | Ab 08:30
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Höhenstraße 151
Innsbruck 6020
Österreich

Innsbruck, 6020

Veranstalter: Naturpark Karwendel

Im größten Naturpark Österreichs – hoch über Innsbruck im Reich von Steinbock, Schneehuhn und Co.
Von der Hafelekar-Bergstation geht es zunächst zum Hafelekarspitz. Von dort eröffnet sich ein spektakulärer Blick ins „wilde“ Karwendel. Zahlreiche Tiere wie Steinböcke, Gämse und Schneehühner haben hier ihr Zuhause und mit etwas Glück lassen sie sich auch beobachten. Auf dem Goetheweg werden wir mehrmals die Perspektiven wechseln – einmal schweift der Blick in das urban geprägte Inntal im Süden, das andere Mal erstreckt er sich in Richtung der ursprünglichen Naturlandschaft des Karwendels im Norden. Auf der wunderschön gelegenen Pfeishütte können wir uns bei einer gemütlichen Rast stärken, ehe es wieder zurück zum Hafelekar geht.

Treffpunkt: Kassa Hungerburg, Innsbruck

Dauer: ca. 6 Stunden (inkl. Einkehr)
Höhenmeter/Länge: 688 hm; 11 km
Kosten: die geführte Wanderung ist kostenlos; für die Bahnfahrt gelten die regulären Tarife; das Freizeitticket Tirol ist gültig

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