Mit ihren Schafen und Ziegen beweiden die Zillners die Wiesen der Hundsheimer Berge in Niederösterreich wie vor 1.000 Jahren. Sie bewahren damit einen Schatz der Natur. Die Initiative Blühendes Österreich unterstützt sie im Rahmen ihres Naturschutzprogramms FLORA (Förderung von Landwirtinnen und Landwirten und Organisationen zur Rettung unserer Artenvielfalt) dabei.

 

Auf den Wiesen der Hundsheimer Berge im Osten Niederösterreichs grasen Schafe und Ziegen der Familie Zillner. Erich und Elisabeth haben vor über 30 Jahren Wien verlassen und sich einer ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft mit Schafen verschrieben. Mit Sohn Emanuel und seiner Freundin Ilse sowie deren Ziegen ist seit knapp einem Jahr bereits die nächste Generation vor Ort.

Im Auftrag für die Vielfalt

Mit ihrer extensiven Beweidung von rund 60 Hektar Weideland erhalten die Zillners eine äußerst selten gewordene Landschaft: Die Region mit dem Hundsheimer Berg, dem Spitzerberg und der Königswarte zählt zu den wertvollsten Trocken- und Halbtrockenrasenhabitaten in Österreich, die teilweise auch unter Naturschutz stehen. „Wir stecken täglich eine bestimmte Fläche ab, die der Futtermenge unserer Tiere für einen Tag entspricht. Ist zu viel Buschwerk auf der Fläche vorhanden, wird diese verkleinert. Oder man lässt die Tiere einen Tag länger dort“, erklärt Erich Zillner die Pflege der Flächen. „Das ist zwar im Sinne der konventionellen Landwirtschaft uninteressant, aber für die Vielfalt der Flora und Fauna unabdingbar.“ Die Biodiversität ist gerade in den Hundsheimer Bergen besonders hoch: Rund 1.200 Schmetterlingsarten sind in der Region nachgewiesen. Die Hainburger Feder-Nelke, eine äußerst seltene Nelkenart, ist in Österreich ausschließlich auf den Hundsheimer Bergen zu Hause.

Blühendes Österreich unterstützt extensive Landwirtschaft

Die Initiative Blühendes Österreich unterstützt die Zillners bei ihrer Arbeit. Ihr Hof ist einer von rund 120 Betrieben, die für die Initiative ursprünglichen Naturraum in Österreich erhalten. Sie werden auch von den Kundinnen und Kunden von BILLA, MERKUR, BIPA, PENNY und ADEG unterstützt – beim Kauf bestimmter Eigenmarken geht ein Cent für den Erhalt seltener Naturflächen an die Initiative. „Der Hof der Familie Zillner ist ein Leuchtturmprojekt“, sagt Ronald Würflinger, Geschäftsführer der Stiftung Blühendes Österreich. „Vor rund 1.000 Jahren bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auf den Hundsheimer Bergen alles mit Schafen und Kühen beweidet. Somit hat sich eine besonders reiche Vegetation gebildet und gehalten. Mittlerweile führt die Familie Zillner den letzten verbliebenen Schafbetrieb in Hundsheim. Ohne sie würde ein großer Teil der Offenlandflächen nicht mehr existieren.“

Eine Frage des Idealismus

Die Zillners erhalten für ihre aufwändige Arbeit eine jährliche Prämie von der Stiftung Blühendes Österreich. Eine Arbeit, die im landwirtschaftlichen Fördersystem in Österreich derzeit kaum Beachtung findet – aufgrund ihrer Unwirtschaftlichkeit. „Diese Art der Landwirtschaft wirft kaum Ertrag ab. Förderprogramme bewerten aber nur nach dem maximalen Ertrag. Die ökologische Bedeutung einer Fläche wird nicht berücksichtigt“, erklärt Ronald Würflinger. „Im Grunde genommen ist die Arbeit der Zillners unbezahlbar.“

Für die Familie ist ihr Zugang zur Landwirtschaft mit ihren Schafen und Ziegen auch eine Frage des Idealismus. „Dass diese Flächen erhalten bleiben, ist uns ein persönliches Anliegen“, sagt Erich Zillner. Für Blühendes Österreich pflegt er mit seiner Familie aktuell fünf Hektar Trocken- und Halbtrockenrasen. „Es ist einfach etwas das Sinn und Spaß macht.“

Autorin: Maria Schoiswohl

Hintergrundinformation

Erich und Elisabeth Zillner sowie Emanuel Zillner und Ilse Gumprecht betreiben auf ihren Höfen in den Hundsheimer Bergen auch einen Ab-Hof-Verkauf. Weitere Informationen zum Schafbetrieb und zum Ziegenhof finden Sie hier:

Schafe: www.schafweide.at
Ziegen: www.zigu.at

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