Artenreiche Wiesen müssen regelmäßig gemäht werden. Manchmal sogar per Hand. Mit der Sense. Nur: Wer kann das noch? Zum Beispiel Thomas Huber. Bei einem Kurs im Biosphärenpark Nockberge vermittelt er die Grundlagen von Sensenmähen, Wetzen und Dengeln.

 

„Du könntest noch lockerer werden in den Knien“, rät Sensenlehrer Thomas. Und recht hat er. Permanent überwache ich mich selbst: Sind die Knie ausreichend gebeugt? Ist der Rücken gerade? Ist der Sensenschwung schön gleichmäßig? Das führt dazu, dass ich ungefähr so entspannt bin wie ein Teenager beim ersten Rendezvous.

Tanz am grünen Parkett

„Einfach nicht nachdenken, dann funktioniert Sensenmähen am besten“, empfiehlt Thomas, „das ist so ähnlich wie beim Tanzen.“ Womit einiges klar wird. Schließlich bin ich nicht gerade als „Alpen-Astaire“ bekannt.

 

Rendezvous mit dem Sensenmann

Thomas‘ Job heute: mir das Sensenmähen beizubringen. Bei einem Sensenkurs des Biosphärenparks Kärntner Nockberge. Der Ort des Geschehens: der Striedingerhof in Eisentratten. Wie an den Hang geklebt thront er über steilen Bergwiesen.

Dann geht es ran ans lebende Objekt. Sprich: ans Gras. Das mäht man vorzugsweise am Morgen, wenn es noch feucht ist vom Tau. Thomas steht mit schulterbreiter Fußstellung da und zirkelt mit der Sense Halbkreise ins Gras. Flüssig, schwungvoll und geschmeidig. Das entlockt der Sense das typische, pfeifend-zischende Geräusch. Danach zockelt er mit den Füßen zentimeterweise weiter und nimmt sich die nächsten Grashalme vor.

Das Schöne beim Mähen: Man hat sofort das Feedback vor Augen. Entweder ist das Gras weg oder nicht. Oder irgendwas dazwischen, so wie bei mir. Am Ende des Sensenschwunges bleibt immer ein Büschel Gras stehen. Rätselhaft.

Eine Armlänge plus eine Handbreit: Biosphärenpark-Rangerin Sandra stellt den Griffabstand ein

Wozu mähen?

„Kulturlandschaft wie diese artenreichen Wiesen zu erhalten, das ist die Hauptaufgabe des Biosphärenparks Nockberge“, erklärt Biosphärenpark-Rangerin Sandra. Dazu müssen sie regelmäßig gemäht werden. Die Handsense gefährdet Wiesentiere bei der Mahd am wenigsten, vom Rehkitz bis zu Insekten. Sie ist auch erste Wahl, wenn es für Motormäher und Motorsense zu steil wird oder sich ein teurer Motormäher nicht auszahlt.

 

Uralte Kulturtechnik am Rückzug

„Es gibt einen Bruch zwischen den Generationen. Den wollen wir mit diesem Kurs im Biosphärenpark etwas abfangen“, sagt Thomas. „Zum Sensenmähen kommen heute die Siebzigjährigen. Und die wenigen Jungen, die es noch können, brauchen den Opa oder den Vater, der die Sense gebrauchsfertig herrichtet.“

Denn einfach eine x-beliebige Sense nehmen und loslegen, das ist keine gute Idee.

Daher passen wir zuerst den Sensenstiel und den Abstand der Griffe genau an die eigene Arm- und Beinlänge an. Aber Achtung: „Sensenstiel“ zu sagen, das geht gar nicht! Der heißt im Fachjargon nämlich „Wurf“ oder „Worb“. „Wer dennoch ‚Stiel‘ sagt, zahlt eine Runde Bier“, gibt Thomas vor. Bis es ihm wenige Minuten später selbst rausrutscht. Wir erlassen ihm die Strafbiere gnädig.

Die Länge des Sensenblattes wählt man je nach Gelände: Je steiler und unebener, desto kürzer. Fürs effiziente Mähen muss das Blatt auch im optimalen Winkel am Wurf montiert werden.

 

 

Sensenmähen: schwungvoll und mit Pfiff

Dann geht es ran ans lebende Objekt. Sprich: ans Gras. Das mäht man vorzugsweise am Morgen, wenn es noch feucht ist vom Tau. Thomas steht mit schulterbreiter Fußstellung da und zirkelt mit der Sense Halbkreise ins Gras. Flüssig, schwungvoll und geschmeidig. Das entlockt der Sense das typische, pfeifend-zischende Geräusch. Danach zockelt er mit den Füßen zentimeterweise weiter und nimmt sich die nächsten Grashalme vor.

Das Schöne beim Mähen: Man hat sofort das Feedback vor Augen. Entweder ist das Gras weg oder nicht. Oder irgendwas dazwischen, so wie bei mir. Am Ende des Sensenschwunges bleibt immer ein Büschel Gras stehen. Rätselhaft.

Wetzen: Schneid beweisen

Selbst Profis müssen alle paar Minuten mit dem Wetzstein nachschärfen. Thomas, ganz pragmatisch: „Es gibt viele Techniken fürs Wetzen. Egal. Wichtig ist: Die Sense muss schneiden.“ Der gemeinsame Nenner dafür: Die Schmalseite des Steins beidseits über das Sensenblatt ziehen, vom Bart zur Spitze, ohne dabei zu sehr aufzukanten.

Und nass muss er sein, der Wetzstein. Daher wird er im sogenannten „Kumpf“ aufbewahrt. Das ist ein längliches Behältnis aus Kunststoff, Messing oder Kuhhorn, das man sich hinten an den Hosenbund klemmt. Es ist mit Wasser gefüllt – und oben offen. Was man nicht vergessen sollte, wenn man sich bückt. Wieder was fürs Leben gelernt.

Glundner Käse &amp

Dengeln: mit feiner Klinge

Später sitzen wir mit gekrümmten Rücken und klopfen mit speziellen Hämmern aufs Sensenblatt. Wir dengeln – im Gleichklang. Das hat fast schon etwas Meditatives. Das Ziel: die vordersten zwei, drei Millimeter der Schneide (den „Dengel“) so bearbeiten, dass sie wieder hauchdünn sind. Und damit scharf. War das Wetzen das Feintuning der Schneide, so ist das Dengeln die Grundlage. Ohne Dengeln hilft alles Wetzen nichts.

 

Sensenmähen: ka g’mahte Wies‘n

Gegen Ende des Kurses treibt uns ein Gewitter in die Stube des Striedingerhofes. Dort verwöhnt uns Bäuerin Elisabeth mit einer ebenso opulenten wie köstlichen Jause.

Zeit für ein Resümee: Nach sechs Stunden Kurs bin ich bei weitem kein Sensenmäh-Großmeister. Aber Thomas hat mir erfolgreich vermittelt, worauf es ankommt. Der Rest ist großteils Übung. Und das mit meinen Tanzkünsten, das kriegen wir auch noch irgendwie hin.

(Autor: Uwe Grinzinger)

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Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

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1. Aug. |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

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Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

Am Veranstaltungsort befindet sich ein rollstuhlgerechtes WC.

Kosten für Forschungsprogramme (11:00, 14:00 und 16:00 Uhr):

Erwachsene: € 7,00
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Sondertermine sowie spezielle Programme für (Bus-)Gruppen und Schulen werden im Infobüro Admont organisiert. Unsere Gruppenangebote finden Sie hier.

Wir sind Partner der Steiermark-Card, Bonuspartner der Schladming-Dachstein Card und ZWEI UND MEHR Vorteilsbetrieb.

Forschungsprogramm 1: Die Reise in den Mikrokosmos "Wasser" 

Tauchen Sie in die spanndende Welt der Wasserlebewesen ein. Eine selbst genommene Wasserprobe kann beim Mikroskopieren "unter die Lupe" genommen werden. Dabei entdeckt man Kleinstlebewesen, die man in dieser Größe noch nie gesehen hat.

 Forschungsprogramm 2: Wildnis erforschen im Auwald

Gehen Sie auf die Suche nach Wildnis in der Aulandschaft um den Weidendom und erfahren, welche Bäume gerne nasse Füße haben und welche seltene Vogelart ganz in der Nähe brütet.

Forschungsprogramm3: Abenteuer Wilde Wiese 

Ein:e Nationalpark Ranger:in zeigt Ihnen wie Sie in einer wilden Wiese auf Entdeckungsreise gehen können und neben schillernden Käfern und Bienen auf Nektarsuche auch Russischen Bären oder eine rotflügelige Schnarrschrecke aufspüren.


Die Gruppe entscheidet, welches der drei Programme stattfindet.

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Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und Jugendliche

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
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Darf ich meinen vierbeinigen Freund mitbringen?
Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.


 

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Die Forschungsprogramme finden während der Öffnungszeiten immer um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt.

Sondertermine außerhalb der Öffnungszeiten, sowie spezielle Programme für Gruppen, Busgruppen und Schulen werden im Informationsbüro in Admont organisiert, Tel. +43(0)3613/21160-20, info@nationalpark-gesaeuse.at

Unter fachkundiger Anleitung tauchen kleine und große Besucher:innen in die wilde Seite des Nationalparks ein.

Drei unterschiedliche Programme ermöglichen Besucher:innen einen spannenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks zu bekommen: „Die Reise in den Mikrokosmos Wasser“, „Abenteuer Wilde Wiese“ oder „Wildnis erforschen im Auwald“.

Keine Anmeldung erforderlich

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Österreichische Bundesbahn: www.oebb.at
BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Bachbrücke/Weidendom (RegioBus 912)
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Der Fährte folgen
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