Zum Naturlexikon Vipera berus | Reptilien

So erkennst du die Kreuzotter:

  • die häufigste Viper (Otter) in Österreich. Vipern erkennt man unter anderem meist an ihren Augen und den senkrecht geschlitzten Pupillen. Auch sind ihr Kopf und Schwanz, im Gegensatz zu Nattern, mehr oder weniger deutlich vom übrigen Körper abgesetzt.
  • kleine bis mittelgroße Schlange, selten mehr als 60 cm lang
  • Grundfärbung in der Regel braun oder grau, den Rücken ziert ein dunkles, oft schwarzes Zickzack-Band.

Verhalten und Vorkommen

Von allen heimischen Schlangen besiedelt die Kreuzotter die kühlsten Lebensräume. Auch Feuchtigkeit darf nicht fehlen. Darum trifft man sie besonders häufig im Hügelland und Gebirge (bis in 3000 m Seehöhe!), aber auch im Flachland in Mooren und an Waldrändern. Hier badet sie morgens gern in der Sonne und lauert dann ihrer bevorzugten Beute auf.

Die Kreuzotter ernährt sich von Mäusen und anderen kleinen Säugern, Fröschen, Eidechsen und anderen Schlangen. Als Giftschlange lähmt sie diese mit einem gezielten Biss und nimmt die Verfolgung dank ihres guten Geruchssinns auf. Die Beutetiere werden im Ganzen verschlungen, was der Schlange oft einige Mühe bereitet. Gerade aufgrund ihrer geringen Größe hat die Kreuzotter selbst auch zahlreiche Fressfeinde. Viele Raubtiere und Greifvögel haben sie auf ihrem Speiseplan, aber auch Wildschweine können die Bestände lokal stark dezimieren.

Für Schlangen untypisch ist die Kreuzotter lebendgebärend aber somit gut an die oft kurzen Sommer ihres Lebensraums angepasst. Die Eier reifen unter der Haut der Weibchen heran, wo sie mehr Wärme als im Boden tanken können. Im Spätsommer oder Herbst bringt die Schlangenmutter dann bis zu 15 Jungottern zur Welt, die sich, wie ihre Eltern auch, bald einen Unterschlupf für eine mehrmonatige Winterruhe und Kältestarre suchen.

Besonderheiten

Der Biss einer Kreuzotter kann sehr schmerzhaft sein, ist für gesunde erwachsene Menschen aber niemals lebensgefährlich. Dennoch sollte so rasch wie möglich ein Arzt aufgesucht werden. Bei Kindern oder geschwächten Personen ist tatsächlich größte Vorsicht und Eile geboten. Kreuzottern beißen bei Menschen nur zu, wenn sie sich bedroht fühlen oder in die Enge getrieben werden. In aller Regel flüchten sie lange vor dem Kontakt, da sie Erschütterungen besonders gut wahrnehmen können. Wer dieser schönen Schlange auf einer Wanderung begegnet, kann sich also glücklich schätzen und die Gelegenheit für eine kurze Beobachtung aus sicherer Entfernung nützen.

Neben Tieren mit der oben beschriebenen Zeichnung in vielen Variationen kommen auch rein schwarz- und ganz rot gefärbte Kreuzottern vor. Im Volksmund werden diese Tiere Höllenottern, bzw. Kupferottern genannt. Früher dachte man sogar, dass es sich dabei um eigene Arten handelt.

Gefährdung

Wie alle Schlangen ist die Kreuzotter bei uns streng geschützt und darf weder gefangen, noch getötet werden. Während ihre Populationen im Gebirge als relativ stabil gelten, sind die Bestände im Flachland vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet. Der Erhalt von Moorgesellschaften, Waldsäumen und –lichtungen und allgemein von kleinräumigen, leicht verbuschten Biotopen in unserer immer intensiver genutzten Kulturlandschaft ist für den Schutz der Kreuzotter besonders wichtig.

Zum Naturlexikon
stark gefährdet gefährdet nicht gefährdet Status unbekannt
Austria

Größe
60 cm

Färbung
braun oder grau, den Rücken ziert ein dunkles, oft schwarzes Zickzack-Band

Gelege
lebendgebärend

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