40 bis 60 Prozent der Schmetterlinge gelten heute als gefährdet oder als vom Aussterben bedroht. Die sensiblen Falter zeigen uns, dass ihre Lebensräume schwinden. Ohne Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten sterben nicht nur die Blumenwiesen – auch Kürbisse, Äpfel oder Marillen stünden ohne ihren fleißigen Bestäubern vor dem Aus.

Was wir gegen den drohenden ökologischen Kollaps tun können, zeigt die neue Publikation "Biodiversität 2030" von Blühendes Österreich und GLOBAL 2000. Im Report veranschaulichen WissenschaftlerInnen und BäuerInnen, mit welchen Maßnahmen wir konkret das Ruder wieder herumreißen können. Die Utopie für Realisten zeigt: Eine andere Welt ist zum Greifen nah!

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pressekonferenz aufgeflattert

Nach der Reportserie “Ausgeflattert”, die Publikationen von Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 zum gegenwärtigen Schmetterlingssterben, schreibt der neue Report “Aufgeflattert”, im wahrsten Sinne des Wortes, Geschichte. Die industrielle Landwirtschaft, die Versiegelung der Böden und Billigimporte von Lebensmitteln gehören 2030 der Vergangenheit an.

Durch ein Umdenken der Bevölkerung, das besonders in der “Fridays for Future-” Bewegung fußt, finden die heimischen BäuerInnen Rückhalt bei den KonsumentInnen, die nach dem Motto “Die Natur ums Eck” partnerschaftlich zusammenrücken. 

Dank der vielfältigen Kulturlandschaften genießt Österreich 2030 international sein neues Image als Öko-Tourismusregion, weg vom Wintersport hin zur Sommerfrische. Nicht nur der Mensch fühlt sich von der Vielfalt angezogen: Mit ihr kommen auch die Insekten, allen voran die Schmetterlinge und andere Bestäuber für Kürbis, Marille und Co., zurück. Die Transformation weg von monotoner Einfalt bis hin zur lebendigen Vielfalt wurde durch Einführung der CO2-Steuer beschleunigt. Der neue Report schlägt Brücken zwischen Heute und 2030, Theorie und Praxis, Realität und Utopie.


“Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Schreckensszenario eines dramatischen Rückganges der Schmetterlinge bzw. der Insektenfauna Österreichs als ein globales Phänomen bestätigt. Unser neuer Report zeigt, (...) dass es wichtig ist, lokal zu handeln, um den drohenden Kollaps der Biodiversität zu verhindern,” sagt Schmetterlingsforscher Peter Huemer.
 

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Aurorafalter

Unterschiedliche Blickwinkel skizzieren einen Weg

Experten und Expertinnen aus unterschiedlichen Fachgebieten aber auch nachhaltige Bauern und Bäuerinnen blicken aus ihrer Perspektive in die Zukunft. Überraschenderweise ähneln sich ihre zentralen Aussagen. Zusammengefasst kann aufgrund folgender 12 Maßnahmen die Artenvielfalt wieder aufatmen:

  1. Die Landnutzung orientiert sich dem Ziel, die Ökosytemleistungsbilanz voranzutreiben
  2. Der Pestizideinsatz der Landwirtschaft wird stark eingeschränkt.
  3. Agrarsubventionen orientieren sich nach den Zielen einer nachhaltigen Landwirtschaft.
  4. Alle neuen Gesetze, Erlässe, Förderungen und Steuern werden überprüft, ob sie auch im Hinblick der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sowie der 2020 Aichi-Biodiversitätsziele übereinstimmen. 
  5. Mehr Artenvielfalt im Grünland durch insektenfreundlichere Bewirtschaftungsweisen und einem Stopp zum Verlust des Grünlandes.
  6. Die Fläche der Naturschutzgebiete hat sich bis 2030 verdoppelt. Ihr Management wird zum Wohl der Insekten abgestimmt.
  7. Mehr heimische Blühpflanzen in den Städten und insektenfreundliche Grünflächen im öffentlichen Raum lässt die Vielfalt wieder aufblühen.
  8. Wildbestäuber erhalten einen erhöhten Schutzstatus.
  9. Es wird für weniger Lichtverschmutzung gesorgt. Bestehende Anlagen werden technisch umgerüstet und werde für Insekten weniger attraktiv. Kunstlicht im Freiland wird abgebaut.
  10. Ein österreichweites Biodiversitäts-Monitoring etabliert sich, damit man flächendeckend über den Status-quo der Fauna und Flora Österreichs Bescheid weiß.
  11. Mehr Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung für eine ökologische Landnutzung und über das Insektensterben informiert die heimische Bevölkerung. 
  12. Forschungs- und Bildungsoffensive durch die Implementierung einer Taxonomie-Offensive für ExpertInnen und Amateur-EntomologInnen sowie die Förderung der Artenkenntnisse in breiten Bevölkerungsschichten.

„Die Biodiversitäts- und Klimakrise kann nur noch durch ein sektorenübergreifendes und unabdingbares Miteinander und ein gemeinsames Wollen abgeschwächt werden. Mit Blühendes Österreich haben wir uns vorgenommen, eine starkes und sachorientiertes Zeichen für dieses Miteinander zu setzen und Brücken zwischen entscheidenden Sektoren zu schaffen. Mein Dank gilt allen ehrenamtlichen Autorinnen und Autoren und den wissenschaftlichen Leitern Peter Huemer und Johannes Rüdisser. Dieser Report steht für die Hoffnung,” resümiert Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich.

 

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Geballtes Wissen in einem Report – folgende ExpertInnen leisteten ihren gehaltvollen Beitrag:

  • Peter Huemer (Schmetterlingsforscher, Tiroler Landesmuseen)
  • Johannes Rüdisser (Ökologe, Universität Innsbruck)
  • Renate Christ (UNO Klimabeirat)
  • Erich Tasser (Institut für Alpine Umwelt, EURAC)
  • Andrea Schwarzmann (Bundesbäurin, ARGE Österreichische Bäuerinnen in der LK Österreich)
  • Markus Schermer (Institut für Soziologie, Universität Innsbruck)
  • Ulrike Tappeiner (Institut für Ökologie, Universität Innsbruck)
  • Christian Holler, DI Katharina Varadi-Dianat (ARGE Streuobst)
  • Gábor Wichmann (BirdLife Österreich)
  • Johann G. Zaller (Institut für Zoologie, Universität für Bodenkultur Wien)

Nachhaltige Landwirtschaft aus der Praxis – Persönlichkeiten mit Vorbildcharakter:

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