Nistkästen hämmern, Blumensamen säen, Insektenhotels befüllen: In der Volksschule Oberlaa wird der Pausenhof zum Naturparadies. Zwischen Schulbänken und Stadtverkehr entsteht ein blühender Lebensraum, in dem Kinder Biodiversität nicht nur lernen – sondern mit eigenen Händen erschaffen.

Vom Dornröschenschlaf zum lebendigen Lernraum

Im 10. Wiener Gemeindebezirk herrscht Aufbruchstimmung: Ein 6.000 Quadratmeter großer Schulgarten, der lange brach lag, erwacht zu neuem Leben. Die Oberlaaer Landjugend verwandelt gemeinsam mit der Volksschule am Oberlaaer Platz und dem Landschaftspflegeverein eine ungenutzte Grünfläche in einen Ort, an dem Bildung und Naturschutz greifbar werden.

„Die Kinder waren begeistert! Dass sie mit ihren eigenen Händen so viel bewirken und schaffen können für die Biodiversität – das war für viele ein Aha-Erlebnis",

erzählt Sophie Plaß, Lehrerin und Mitglied der Landjugend Oberlaa, die das Projekt von beiden Seiten begleitet.

Seit Frühling 2025 wird gehämmert, gepflanzt und gesät. In Kleingruppen bauten Kinder und Jugendliche gemeinsam Nistkästen und Insektenhotels, legten einen Naschgarten an und verwandelten sterile Rasenflächen in bunte Blühwiesen. Auch Schüler:innen, die im Schulalltag oft Schwierigkeiten haben, blühten hier auf.

 

„Wow, da blüht unsere Wiese!"

 

Was bedeutet Biodiversität eigentlich? Warum sind heimische Pflanzen wichtig für Tiere? Und was wollen Wildbienen gar nicht? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Workshops mit den Erst- und Zweitklässler:innen. Doch statt grauer Theorie gab es buntes Treiben: tagelang draußen arbeiten, handwerklich aktiv sein und Verantwortung über die blühenden, summanden und flatterhaften Schützlinge übernehmen.

„'Wow, da blüht unsere Wiese!' – die Freude der Kinder, wenn die Pflanzen aufgehen, das sind die schönsten Momente", schwärmt Sophie Plaß.

Viele Kinder brachten bereits erstaunlich viel Wissen mit – und konnten endlich zeigen, was sie über die Natur wussten. Der Schulgarten wurde zum Ort, an dem Fähigkeiten und Fertigkeiten spielerisch erlernt und ausgelebt werden konnten.

 

Herausforderungen: Unwissende und Sommerhitze

 

Doch der Weg zum blühenden Paradies war auch steinig. Eine der größten Hürden: Nicht jeder weiß um den unbezahlbaren Wert einer Naturwiese Bescheid. Als die frisch gesäte Oase nichts ahnend betreten und zerstört wurde, musste schnell reagiert werden. Mittlerweile schützt ein Schild die wertvolle Blühfläche.

Auch die Sommermonate stellten das Team vor Herausforderungen: Wie bewässert man einen Garten während der Ferienzeit? Die Lösung: Eine clevere Bewässerungsanlage mit Computerschlauch und Hahn sorgt nun dafür, dass die Pflanzen auch in der schulfreien Zeit gedeihen.


 

Urbanes Refugium für bedrohte Arten

 

Blühwiesen, Hecken und Totholzbereiche bieten bedrohten Tierarten wie Wildbienen, Schmetterlingen, Vögeln und Igeln neuen Lebensraum. Heimische, insektenfreundliche Pflanzen wie Wiesen-Salbei, Margerite und Klee locken surrende und flatternde Besucher an. Mitten in der Stadt wird biologische Vielfalt nicht nur erhalten – sie wird erlebbar.

Mitte Februar geht es weiter: Dann werden die Insektenhotels befüllt und die Nisthilfen fertiggestellt. Im Juni ist das Projekt offiziell abgeschlossen, doch die Schule führt es eigenständig weiter. Der Garten mag noch im Winterschlaf liegen – doch die Knospen sind die stillen Vorboten eines vielfältigen Erwachens.

 

Wenn Jugend, Schule und Natur zusammenwachsen

 

Das Besondere an diesem Projekt ist die Verbindung: Eine Jugendorganisation am Stadtrand, eine engagierte Volksschule und ein Landschaftspflegeverein schaffen gemeinsam etwas, das nachhaltig wirkt. Die Oberlaaer Landjugend – ein „bunter Haufen mit einer Vision" – gestaltet hier nicht nur einen Garten, sondern das Leben am Stadtrand aktiv mit.

Der Schulgarten Oberlaa zeigt: Naturschutz braucht keinen großen Acker auf dem Land. Er braucht engagierte Menschen, neugierige Kinder und den Mut, auch mitten in der Stadt Raum für Wildnis zu schaffen. Ein Ort, an dem eine Generation heranwächst, die Biodiversität nicht nur kennt – sondern schätzt und schützt.

Dieses Projekt wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert, die NextGenerationEU und von Blühendes Österreich - BILLA gemeinnützige Privatstiftung kofinanziert.


 

Image
Logoleiste

Meckerziege oder flotte Biene?

Flotte Biene! Dann bist du auf Österreichs größter Plattform für Naturerlebnisse genau richtig.

Jetzt registrieren

Verwandte Naturerlebnisse

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

31. Aug. |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Infohütte, Erlebniszentrum Weidendom

Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

Am Veranstaltungsort befindet sich ein rollstuhlgerechtes WC.

Kosten für Forschungsprogramme (11:00, 14:00 und 16:00 Uhr):

Erwachsene: € 7,00
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: € 5,00
Familienkarte (max. 4 Personen): € 12,00

Sondertermine sowie spezielle Programme für (Bus-)Gruppen und Schulen werden im Infobüro Admont organisiert. Unsere Gruppenangebote finden Sie hier.

Wir sind Partner der Steiermark-Card, Bonuspartner der Schladming-Dachstein Card und ZWEI UND MEHR Vorteilsbetrieb.

Forschungsprogramm 1: Die Reise in den Mikrokosmos "Wasser" 

Tauchen Sie in die spanndende Welt der Wasserlebewesen ein. Eine selbst genommene Wasserprobe kann beim Mikroskopieren "unter die Lupe" genommen werden. Dabei entdeckt man Kleinstlebewesen, die man in dieser Größe noch nie gesehen hat.

 Forschungsprogramm 2: Wildnis erforschen im Auwald

Gehen Sie auf die Suche nach Wildnis in der Aulandschaft um den Weidendom und erfahren, welche Bäume gerne nasse Füße haben und welche seltene Vogelart ganz in der Nähe brütet.

Forschungsprogramm3: Abenteuer Wilde Wiese 

Ein:e Nationalpark Ranger:in zeigt Ihnen wie Sie in einer wilden Wiese auf Entdeckungsreise gehen können und neben schillernden Käfern und Bienen auf Nektarsuche auch Russischen Bären oder eine rotflügelige Schnarrschrecke aufspüren.


Die Gruppe entscheidet, welches der drei Programme stattfindet.

Erwachsene, Jugendliche
Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und Jugendliche

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
Ja, denn wir finden, unser Nationalpark Gesäuse ist bei jedem Wetter ein Erlebnis!

Darf ich meinen vierbeinigen Freund mitbringen?
Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.


 

  • Öffnungszeiten: (der Weidendom ist ganzjährig frei betretbar, betreutes Besucherprogramm zu folgenden Zeiten)

    01.05.2026 - 30.06.2026: Samstag, Sonntag, Feiertage, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
    01.07.2026 - 13.09.2026 : täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
    14.09.2026 - 30.09.2026: Samstag, Sonntag, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Die Forschungsprogramme finden während der Öffnungszeiten immer um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt.

Sondertermine außerhalb der Öffnungszeiten, sowie spezielle Programme für Gruppen, Busgruppen und Schulen werden im Informationsbüro in Admont organisiert, Tel. +43(0)3613/21160-20, info@nationalpark-gesaeuse.at

Unter fachkundiger Anleitung tauchen kleine und große Besucher:innen in die wilde Seite des Nationalparks ein.

Drei unterschiedliche Programme ermöglichen Besucher:innen einen spannenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks zu bekommen: „Die Reise in den Mikrokosmos Wasser“, „Abenteuer Wilde Wiese“ oder „Wildnis erforschen im Auwald“.

Keine Anmeldung erforderlich

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Österreichische Bundesbahn: www.oebb.at
BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Bachbrücke/Weidendom (RegioBus 912)
  • Johnsbach im Nationalpark Bahnhof (ÖBB)
Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom
Der Fährte folgen