Eine Wanderung durch den tief verschneiten Winterwald, wilde Schneeballschlachten oder ein perfekt gesetzter Schwung am Berghang: Schnee versüßt uns die kalte Jahreszeit und macht jeden Winter erst komplett.

30 % der Nordhalbkugel sind im Winter von Schnee bedeckt. Aber wie bildet er sich eigentlich, wie kann es sein, dass er gleichzeitig kühlt und wärmt – und was bedeutet es für unsere Umwelt, wenn in Zukunft weniger Schnee fällt? Hier kommen 7 faszinierende Fakten über die weiße Pracht.

 

1Eiskalter Individualist: Eine Schneeflocke entsteht

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schnee kristall

Garantieren kann es keiner, aber die Forschung nimmt an, dass noch niemals zwei völlig gleich geformte Eiskristalle vom Himmel gefallen sind. Die Vielfalt der filigranen, farblosen Gebilde scheint unendlich. Ihre Form hängt dabei von der Temperatur und Feuchtigkeit der Atmosphäre ab – nur eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Sie beruhen immer auf einem sechseckigen Grundmuster.

Das kommt daher, dass sich die Wassermoleküle beim Gefrieren zu sechseckigen Ringen anordnen. Denn Schnee entsteht, wenn sich Wasserdampf in einer Wolke bei Temperaturen unter Null Grad an in der Luft schwebenden Partikeln, zum Beispiel einem Staubkörnchen, niederschlägt – Eiskristalle wachsen. Diese verhaken sich dann beim Herabfallen auf die Erde und ergeben schließlich jenes kunstvolle Gebilde, das wir Schneeflocke nennen.

2Oft kopiert und nie erreicht

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schnee kanone

Im Jahr 1936 gelang es dem japanischen Physiker Ukichiro Nakaya, an Kaninchenhaaren künstliche Eiskristalle wachsen zu lassen. Heute wird künstlicher Schnee vor allem aus wirtschaftlichen Gründen produziert. Immerhin ist unser Wintersportangebot einer der Hauptgründe für einen Österreichurlaub. Über 370 Skigebiete locken Bergsportler in die Alpenrepublik – und die dürfen natürlich nicht enttäuscht werden. Also muss fleißig Kunstschnee auf die Piste rieseln.

Das Problem dabei: Er ist rund und kugelig wie Eiskörner. Die fein verästelte, sechseckige Struktur von echten Schneekristallen konnte bisher nicht kopiert werden. Das trübt den Fahrspaß, oft bilden sich großflächige Eisplatten. Was aber noch dramatischer ist: Die Produktion von Kunstschnee ist ressourcenintensiv.

Sie verschlingt viel Energie und unheimliche Wassermassen. Um einen Hektar 30 cm hoch mit Schnee zu beschneien, braucht man rund 20.000 kWh Strom und 1.500 m3 Wasser. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt verbraucht 4.415 kWh elektrische Energie und 190 m3 Wasser pro Jahr.

3Leise rieselt der Schnee – oder: Ein Leben am Limit

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Schneeberg im Dunkeln

Eine dicke, weiße Schneedecke steht oft sinnbildlich für Ruhe und Stille. Und tatsächlich – die Luft im Schnee verschluckt den Schall, Geräusche werden gedämpft. Aber der Schein trügt. So richtig still ist der Schnee nämlich nicht. Er lebt sozusagen immer am Limit, nahe am Schmelzpunkt und befindet sich wegen seines Eigengewichts noch dazu stetig in einer langsamen Kriechbewegung bergab – sofern er auf einen Hang mit mindestens 30 Grad Neigung gefallen ist. So eine Schneedecke ist außerdem nicht homogen, sondern in verschiedenen Schichten aufgebaut. Das hat unter anderem mit der Verlauf der Witterung zu tun und auch mit den Schneefällen. Treten wir auf den Schnee oder wird es wärmer, kann es zu Rissen in besonders bruchanfälligen Schichten kommen – und schließlich zum Abgang einer Lawine.

Den Schnee in seiner ganzen Pracht erleben.

Folgende Veranstaltungen bringen dich ins Winterwunderland:

Der Natur auf der Spur -mit Schneeschuhen rund ums Matreier Tauernhaus (mehrere Termine)

Mit Schneeschuhen zur Rotwildfütterung (mehrere Termine)

Schneeschuh-Wanderung rund um den Thiersee (mehrere Termine)

Zauberhaftes Wintererlebnis in Rauris (SBG) (mehrere Termine)

Schneeschuh-Trekking zu den Steinböcken (Kärnten, mehrere Termine)

Noch mehr Termine nach Bundesländern gefiltert gibt es hier. 

 

4Fels in der Brandung: Lawinen und der Bergwald

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"Lawinengefahr"-Schild in einer Schneelandschaft

Leider hat die weiße Pracht auch ihre Schattenseiten in Form von gefährlichen Lawinenabgängen. Als sogenannter Bannwald ist ein winterlicher Bergwald nicht nur zauberhaft anzusehen, sondern hat auch eine tragende Rolle im Schutz vor Lawinen. Im Waldgebiet selbst kommt es kaum dazu: Große Mengen des Neuschnees werden schon in den Baumkronen abgefangen und verdunsten dort oder finden später als Schneeklumpen und Schmelzwasser den Weg zum Boden.

Dadurch wird die Schneedecke im Wald weniger mächtig. Sie ist außerdem stärker strukturiert, die Schneeklumpen aber auch Äste und Nadeln verdichten die Schneedecke. Dazu kommen Baumstämme, Wurzelstöcke und Totholz – sie stabilisieren die Bodenfläche. Außerdem weht hier im Wald der Wind weniger stark, so kommt es kaum zu großflächigen Schneeverwehungen.

Ein Bannwald hat aber auch Einfluss darauf, wie weit eine Lawine kommt und wie schnell sie ist. Kleine bis mittelgroße Lawinen werden gebremst. Größere Lawinen, die über hundert Meter oberhalb des Waldgebiets anreißen, sind allerdings auch für die stärksten Baumstämme zuviel. Dann heißt es, den Bergwald durch verschiedenste Maßnahmen zu unterstützen und zu schützen.

Blühendes Österreich unterstützt das Bergwaldprojekt des Österreichischen Alpenvereins. Erfahre hier alles über die Freiwilligenarbeit auf dem Berg und wo du selbst Hand anlegen kannst, um unsere Bergwälder zu schützen.

5Der Schnee und das Klima

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Gletscher

Im Winter sind rund 30 % der Nordhalbkugel von Schnee bedeckt – noch. Die Prognosen besagen, dass es innerhalb des Alpenraumes weniger Niederschlag geben wird, und der Alpenraum kürzer mit Schnee bedeckt sein wird, als bisher.

In den österreichischen Alpen wurde sogar ein höherer Anstieg der Temperaturen gemessen, als im globalen Vergleich. Nun hat diese Schneedecke aber eine wichtige Funktion: Frischer, weißer Schnee reflektiert bis zu 90 % der Sonneneinstrahlung.

Liegt weniger Schnee, trägt dies auch zur weiteren Erwärmung der Erde und damit des Klimas bei und noch weniger fester Niederschlag fällt – ein verhängnisvoller Kreislauf.

6Kalte Pracht als Wasser- und Wärmespeicher

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Bäume mit Schnee bedeckt

Schnee speichert Wasser – über den Winter liegt er als hübsche weiche Decke über der Landschaft. Bei der Schneeschmelze wird das Wasser dann langsam über mehrere Tage und Wochen wieder freigegeben. Das ist wichtig, um den Boden für die kommende Wachstumsperiode zu versorgen und die Grundwasserspeicher wieder aufzufüllen.

So widersprüchlich es klingt: Auch als Wärmespeicher macht sich Schnee sehr gut. Eine dicke, isolierende Schneedecke verhindert nämlich, dass zuviel gespeicherte Bodenwärme abgestrahlt wird. Somit schützt sie Fauna und Flora vor Frost.

7Kann man im Schnee verdursten?

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Schnee essen

Die Verlockung ist groß: Zunge raus, Schneeflocke rein. In geringen Mengen ist es unbedenklich, geschmolzenen Schnee zu trinken. Wäre man aber in einer Notsituation darauf angewiesen, sieht das schon anders aus: Schnee hat eine geringere Dichte als Wasser. Möchte man einen Liter Wasser trinken, müsste man dazu 10 Liter Schnee schmelzen.

Ohne Hilfsmittel, also durch Schmelzen im Mund, bedeutet das einen hohen Energieaufwand. Noch dazu ist das Schmelzwasser mineralstoffarm – trinken wir größere Mengen davon und nehmen dazu keine Salze über die Nahrung auf, kann das unseren Körper gehörig durcheinanderbringen.

 

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