Kleiner Pirat

Piratula latitans

Gruppe: Spinnentiere

So erkennst du den Kleinen Pirat:

  • typische Wolfspinnen-Gestalt, lange Beine
  • Körper sehr dunkel, fast schwarz
  • kleine weiße Pünktchen in V-förmiger Anordnung am Hinterleib

Beschreibung

Der Kleine Pirat ist sehr zierlich gebaut; mit einer Körperlänge von 4-5 mm beim Weibchen (Männchen sind mit nur 2,5-4 mm noch kleiner) ist es eine der kleinsten Wolfspinnenarten. Ihr Körper ist uniform dunkelbraun bis schwarz gefärbt, nur die Beine sind etwas heller braun – wobei das erste Beinpaar dunkler ist als die anderen. Am Hinterkörper befinden sich zwei V-förmig stehende Reihen kleiner weißer Pünktchen.

Kleiner Pirat c Christian Komposch

Kleiner Pirat c Christian Komposch

Verbreitung

In Österreich kommt der Kleine Pirat in allen Bundesländern vor. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Talräumen unterhalb von 1.100 m Seehöhe. Die höchsten Nachweispunkte liegen auf 1.800 m.

Lebensraum

Diese Spinnenart ist an Feuchtbiotope gebunden: Typische Habitate sind naturnahe Verlandungszonen, offene Gewässerufer und Feuchtwiesen, sie kommt aber auch regelmäßig in Niedermooren und anderen unbeschatteten Feuchtgebieten vor.

Gefährdung

Die Art steht in Österreich auf der Vorwarnliste, sie gilt als nahezu gefährdet. Gefährdungsursachen sind unter anderem die Trockenlegung und Degradierung von Feuchtlebensräumen, Düngung sowie die Entwässerung von Mooren.

Besonderheiten

Wolfspinnen, zu welchen der kleine Pirat zählt, gehören zu den wenigen Gliederfüßern, die Brutpflege betreiben: Die Weibchen tragen den Kokon mit ihren Eiern mit sich herum, indem dieser an die Spinnwarzen festgeheftet wird. Nach dem Schlüpfen steigen die Jungspinnen auf den Rücken der Mutter und werden noch für mehrere Tage weiter mit herumgetragen, um sie vor Feinden zu schützen.
Der Kleine Pirat nutzt, wie alle Piratenspinnen, die Oberflächenspannung des Wassers: Mit seinen etwas behaarten Beinen kann er hervorragend auf der Wasseroberfläche laufen und jagen.

Fakten:

  • Größe: Männchen 3-4 mm, Weibchen 6-8 mm
  • Gefährdung: gelb (nahezu gefährdet)
  • Vorkommen: unterschiedliche Feuchtbiotope
  • Verbreitung: in allen Bundesländern, vor allem in Lagen unterhalb von 1.100 m Seehöhe
  • Auftreten: Mai bis September
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