Die Welt im Wassertropfen

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Weißt du, was sich alles im Wassertropfen tummelt? Wie viel Leben sich darin verbirgt? Bei der Veranstaltung “Die Welt im Wassertropfen” im UnterWasserReich Schrems (dem Gewinner der Brennnessel) konnten begeisterte Kinder den Mikrokosmos Wassertropfen und seine Bewohner kennenlernen!

Während Wasser zu unserem täglichen Leben gehört, wir im Sommer darin baden und uns seines Anblicks in Form von Seen und Flüssen erfreuen, wissen wir oftmals erstaunlich wenig darüber.

Vor allem, welche Lebewesen sich darin aufhalten, können viele von uns nur schwer abschätzen. Doch heute können wir dank “Der Welt im Wassertropfen” einen Blick auf den Mikrokosmos im Wassertropfen erhaschen.

(c) Jules Moody

Wassertiere und -pflanzen mit freiem Auge sichtbar

Schon mit freiem Auge gibt es im Wasser viel zu Entdecken. Und damit meine ich nicht nur große Tiere wie Otter (mehr dazu im nächsten Punkt) oder Enten, sondern viel kleinere Bewohner.

Um dies für die Kinder bei der Veranstaltung sichtbar zu machen waren große Glasgefäße vorbereitet worden, in denen die Kinder Wassertiere und -pflanzen mit freiem Auge entdecken konnten.

Mit dabei waren zum Beispiel der Rückenschwimmer, die Schwimmwanze oder der Wasserfloh.

Während einige Tiere ganz leicht zu entdecken waren, haben sich andere gut versteckt und so musste erst einmal der eine oder andere Stein ganz vorsichtig umgedreht werden.

(c) Jules Moody

Auf zur Otterfütterung!

Nachdem die Kinder erste Erfahrungen mit den sichtbaren Wassertieren- und Pflanzen gewonnen hatten, ging es schon zum nächsten Höhepunkt: Zu den Ottern!

Denn selbstverständlich leben im Wasser nicht nur die ganz kleinen Tiere, sondern auch die Großen.

Anhand des Beispiels Otter und seiner Fütterung, die wir beobachten durften, wurde eines ganz deutlich sichtbar: Der Futterkreislauf!

Während der Otter Fische frisst, fraßen diese Fische wiederum kleinere Tiere, die sich von noch kleineren Lebewesen ernährten, und Pflanzen, die sich von noch kleineren Lebewesen ernährten.

Ein gutes Beispiel für diesen Futterkreislauf ist auch der fleischfressende Wasserschlauch.

Diese Pflanze wirkt beinahe unscheinbar und wächst in stehenden oder höchstens langsam fließenden, kalkarmen Gewässern. Nur in der Blütezeit fällt die Pflanze durch ihre gelben Blüten auf. So unscheinbar sie wirkt, so ist sie doch in Wirklichkeit ein Wunderwerk der Natur und ein ausgeklügelter Räuber:

Denn der gewöhnliche Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) hat zahlreiche Fangblasen mit denen er kleine Wassertiere, wie zum Beispiel Wasserflöhe, einsaugt und frisst.

Über diesen Mechanismus versorgt sich die Pflanze mit zusätzlichen Nährstoffen.

(c) Jules Moody

Eine Wanderung ins Moor

Und auch im Moor gibt es zahlreiche Kleinstlebewesen zu erforschen.

Die dort lebenden Pflanzen und Tiere sind höchst komplex und unterscheiden sich oft von ihren Verwandten in Seen oder Flüssen.

So erzählt uns die Naturvermittlerin und gelernte Pädagogin Doris zum Beispiel von den Wasserflöhen, die sich mittels Jungfernzeugung vermehren.

Sie klonen sich praktisch selbst und es werden für die Eier keine Männchen zur Befruchtung benötigt. Nur in Zeiten mit ungünstigen Lebensbedingungen werden auch Männchen ausgebildet, welche die Weibchen dann befruchten.

Die so entstandenen Eier sind sogenannte Dauereier und können bei ungünstigen Umständen bis zu 50 Jahre überleben.

Doris erzählte uns während der Wanderung ebenfalls vom Torfstechen, welches hier früher praktiziert wurde und eine sehr anstrengende Arbeit war.

Während Torf früher zum Überleben notwendig war, sollte er heute besser im Moor bleiben. Warum, erfährst du in diesem Artikel: Entstehung von Torf und warum er besser im Moor bleiben sollte.

(c) Jules Moody

Wassertiere und -pflanzen unter dem Mikroskop

Während der Mikroskop-Liveshow konnten die Kinder nun endlich ihre im Teich selbst gefangenen Kleinstlebewesen bewundern.

Mit 660-facher Vergrößerung konnten wir Naupliuslarven, ausgewachsene Hüpferlinge, Rüsselkrebschen und verschiedene Algen bewundern.

Mit kleinen Stofftieren in Form der jeweiligen Wasserbewohner verdeutlichte Doris um welches Tier es sich hier handelt und die Kinder waren ganz erstaunt über die viele Bewegung, die da im Wassertropfen stattfindet.

(c) Jules Moody

Für jedes Kind ein Mikroskop

Nach der Liveshow unter dem Mikroskop durften die Kinder eine zweite Probe herausfischen.

Schon mit freiem Auge waren hier allerhand Larven, wie zum Beispiel die Zuckmückenlarve, zu entdecken, was für große Motivation bei den Kindern gesorgt hat.

Schließlich wurden die Proben unter dem Mikroskop begutachtet – jedes Kind hatte hierfür ein eigenes Mikroskop zur Verfügung.

Gemeinsam mit Doris wurde bestimmt, um welches Lebewesen es sich handelt.

Zum Abschluss durften die Kinder dann noch “ihr” Lebewesen, welches sie unter dem Mikroskop entdeckt hatten, zeichnen und auf ein Plakat kleben und sich so dort verewigen.

Schon beim Hinausgehen berichteten die stolzen Forscher und Forscherinnen ihren Eltern, was sie alles erlebt und entdeckt hatten und die Kinderaugen glänzten ob des Entdecker-Stolzes.

Und wenn nun auch du Zuhause einen Lebensplatz für Wassertiere schaffen möchtest, dann darfst du diesen Artikel auf keinen Fall verpassen: Wie schaffe ich Lebensraum für Wassertiere? Autorin: Jules Moody


Möchtest du auch etwas über den Mikrokosmos im Wassertropfen erfahren?

Die Veranstaltungen speziell für Kinder sind während der Sommerferien, dieses Jahr sind alle Kinderveranstaltungen also schon vorüber. Für Schulklassen werden aber eigene Führungen und Veranstaltungen angeboten.

Die reguläre Ausstellung, inklusive Otterfütterung und Mikroskop-Liveshow, kann innerhalb der Öffnungszeiten jederzeit besucht werden.


 

Veranstaltungstipp:

Labor im Moor – Mit Laptop und Mikroskop auf Forschungsexpedition ins Ibmer Moor, am 6. Oktober 2018 vom Naturschauspiel Oberösterreich. Mehr Infos.

 

 

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