Zum Naturlexikon Numenius arquata | Vögel
Der Große Brachvogel ist der größte Vertreter unter den heimischen Watvögeln in Österreich. Besonders markant ist sein langer, nach unten gebogener Schnabel, den er zum Stochern nach Würmern und Insekten verwendet. Das Gefieder ist dagegen sehr unscheinbar gefärbt und besteht im Wesentlichen aus unterschiedlichen Braun- und Grautönten mit einer typisch gesprenkelten Musterung. Die langen Beine erlauben ihm eine gute Übersicht über seinen Brutplatz. Von der Körpergröße her ist er in etwa vergleichbar mit einer Krähe.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Großen Brachvogels in Österreich ist stark geschrumpft und auf nur noch wenige Restvorkommen zusammengeschmolzen. Diese liegen im Nordburgenland, der Feuchten Ebene, dem Salzkammergut, dem Rheintal, im Ibmer Moor in Oberösterreich und Salzburg sowie den Flugplätzen bei Linz und Wels in Oberösterreich. Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts konnte er deutlich häufiger angetroffen werden und bewohnte viele Wiesengebiete in Ostösterreich in Niederösterreich und Burgenland sowie dem Alpenvorland.

 

Lebensraum

Der Große Brachvogel benötigt großflächige Wiesengebiete, wobei es dabei zweitrangig ist, ob diese feucht oder trocken sind. Wichtig ist eine nicht zu häufige Mahd, damit sowohl die Gelege nicht ausgemäht werden also auch die Jungvögel ausreichend Deckung und Nahrung vorfinden. Ebenso notwendig ist eine ebene, offene Landschaft. Steilere Hanglagen werden nicht besiedelt.

 

Gefährdung

Die Liste der Arten, die durch den drastischen Rückgang an ausgedehnten, extensiven Wiesen an den Rand ihrer Existenz gedrängt wurden, umfasst auch den Großen Brachvogel. Und so zählt auch dieser mittlerweile zu den stark gefährdeten Vogelarten in Österreich.

 

Besonderheiten

Dass der Große Brachvogel durchaus anpassungsfähig ist, verdeutlichen die Brutvorkommen auf diversen Flughäfen. So beherbergen die ausgedehnten Grünlandbereiche entlang der Start- und Landebahnen in Linz und Wels bedeutende Bestände und sind von nationaler Bedeutung. Diese Wiesenbestände werden nicht auf maximalen Ertrag hin bewirtschaftet, sondern in deutlich schonenderer Art und Weise genutzt, was letzten Endes nicht nur dem Großen Brachvogel zugute kommt.

Beschreibung nach Johann Friedrich Naumann; Naturgeschichte der Vögel, Band 8, 1836 

Dieser Brachvogel ist einer der größten dieser Gattung; er übertrifft darin die übrigen europäischen Arten seiner Gattung um ein Bedeutendes. Auch hat er unter diesen den längsten und stärksten Schnabel, worin er jedoch von einer amerikanischen Art noch übertroffen wird. Mit einem andern einheimischen Vogel ist er gar nicht zu verwechseln. Da er dem dunkelfarbigen Sichler in der Größe wenig nachgibt, so ist er, nächst diesem, der größte Schnepfenvogel unter den inländischen.

In der Größe gleicht er vollkommen einer Rabenkrähe (Corvus corone), hat aber eine noch stärkere, rundere Brust und län gern Rumpf, dagegen einen kürzeren Schwanz, längeren Hals, kleineren Kopf und viel höhere Beine, so dass er größer oder doch höher aussieht, als jene. Die Größe variiert, namentlich zwischen Alten und (erwachsenen) Jungen, so dass manche von jenen eine Länge von 20; bis 21 Zoll oder wohl noch darüber erreichen, unter den Jungen im ersten Herbst aber viele kaum 18 Zoll lang sind, versteht sich, wie in diesem Werke immer, ohne Schnabel gemessen. Die Flug breite ist ebenfalls verschieden, von 40 bis zu 46 oder gar 47 Zoll; die Flügellänge, vom Bug bis zur Spitze, 12 bis 13 Zoll und darüber; die Schwanzlänge 4 bis 5 Zoll.

Das Gefieder ist wie bei Wasserläufern und Limosen, auch die Gestalt der Flügel, welche einen mondförmig ausgeschnittenen Hinterrand haben, wodurch zwei verlängerte Theile oder eine vordere und hintere Spitze gebildet werden, wovon die letzte, am zusammengefalteten Flügel, bis auf das Ende der vierten großen Schwing Feder reicht, von welcher die erste die längste ist. Das schmale, lanzettförmigspitze, kleine, aber steife Schnepfenfederchen, vor der ersten großen Schwinge, fehlt auch hier nicht. Die Schäfte der Schwingfedern sind an denen erster Ordnung stark, ziemlich gerade, an denen der zweiten etwas schwächer, ein wenig nach hinten gebogen, an denen der dritten Ordnung ganz gerade und etwas schwach; dem Umfange nach die Federn der ersten bis gegen zwei Drittheile ihrer Länge gleichbreit, dann allmählich schmäler, endlich schmal zu gerundet, die letzten an der Spitze der Innenfahne schief ab und etwas ausgeschnitten; die der zweiten fast gleichbreit, mit schief ab auf der Außenfahne ausgeschnittenem Ende; die der dritten von einer lanzettförmigen Gestalt und stumpf zugespitzt. Die 12 Schwanzfedern sind ziemlich hart, etwas breit, gegen das Ende zugerundet, dies die mittelsten am meisten, welche auch etwas länger als die andern sind, die nach den Außenseiten des Schwanzes allmählich an Länge abnehmen, so dass das äußerste Paar nur 4 bis 6 Linien kürzer als das mittelste ist, wodurch ein nur wenig abgerundetes Schwanzende entsteht. Der Schwanz ist im Ganzen nicht sehr kurz, und die Spitzen der ruhenden Flügel reichen meistens bis an sein Ende. Der Schnabel des großen Brachvogels gehört unter die längsten Vogelschnabel, ist aber, wie bei andern langschnäbligen Arten, bei verschiedenen Individuen von verschiedener Länge, bei jüngeren Vögeln immer viel kürzer als bei den alten, und bei den ältesten gewöhnlich am allerlängsten. Er mag daher, weil er bis gegen die Spitze hin weich ist, mehrere Jahre fortwachsen und an Länge zu nehmen, was sonst wohl geleugnet worden, aber doch augenscheinlich genug ist. Dieser Umstand findet sich übrigens bei allen weich schnäbligen, folglich fast allen schnepfenartigen Vögeln und kann nicht bestritten werden, ist aber bei denen mit sehr langen Schnäbeln natürlich am auffallendsten, zumal wenn man sie vom Entschlüpfen des Eies an beobachten kann, wo der unsres großen Brachvogels wenig über 1 Zoll lang ist, während er beim erwachsenen und die erste Wanderung antretenden jungen Vogel wenigstens schon 4% Zoll misst, und bei Älteren und Alten nun von hier an bis zu 6% Zoll, oder gar bis gegen 7 Zoll, in allen dazwischen liegenden Längen vorkommt. So wechselt er auch in der Stärke bei Jungen und Alten verhältnismäßig, denn er ist bei jenen an der Wurzel manchmal nur zwischen 6 und 7 Linien hoch und gegen 6 Linien breit, während er bei Alten gegen 9Linien hoch und fast 7 Linien breit vorkommt. Endlich ist er auch seiner Krümmung wegen ziemlich verschieden; er beschreibt nämlich, vom zweiten Viertheil seiner Länge an bis zur Spitze, einen sich sanft herabsenkenden flachen Bogen, dessen Sehne bei alten Vögeln um vieles länger als bei jüngeren ist, und die bei sehr jungen Individuen so gering ist, dass der Schnabel nur wenig von der geraden Linie abweicht. *)

Der Schnabel ist übrigens höher als breit, spitzwärts jedoch mehr rundlich; seine Firste etwas platt; die Spitze stumpf, am Oberschnabel etwas länger und ein wenig über die untere herabgebogen, dies jedoch fast unmerklich; die Mundkanten stumpf, wurzelwärts etwas wulstig, jederseits mit einer parallelen Furche, die am Oberkiefer fast bis zur Spitze reicht, an der Unterkinnlade aber auf dem letzten Drittheil der Länge verläuft. Er ist bis gegen die hornartige Spitze weich und biegsam, an der Wurzel unterwärts fleischfarbig, übrigens rötlichgrau, gegen die Spitze schwarzgrau und diese endlich schwarz, inwendig, nebst Rachen und Zunge fleischfarbig.

Das Nasenloch ist ein gegen 6 Linien langer offener Ritz, und liegt nahe an der Schnabelwurzel, seitlich, in einer weichen Haut, welche nicht weit vorgeht und bald in die erwähnte Furche verläuft.

Das Auge ist nicht groß, hat einen tiefbraunen Stern und weißbefiederte Lider.

Die Füße sind hoch und bedeutend stark, zumal an den Gelenken, ziemlich weit über die Ferse hinauf nackt; die vorderen Zehen nicht lang, etwas stark, an der Wurzel durch Spannhäute verbunden, die an der äußersten bis zum ersten Gelenk reichen, bei den inneren aber viel kleiner sind; die Sohlen etwas breit und ihre Ränder ein wenig vorstehend; die Hinterzehen klein, schwächlich, kurz, etwas über den Zehenballen eingelenkt und nicht länger, als dass sie stehenden Fußes mit der Spitze den Boden berührt; der weiche Überzug der Füße am Lauf und der Schiene nur vorn herab grob geschildert, sonst in lauter kleine achteckige Schildchen gegittert, auch die Zehenseiten, deren Rücken aber schmal geschildert, die Sohlen grobwarzig; die Krallen klein, kurz, wenig gekrümmt, unten etwas ausgehöhlt, scharfschneidig, die Schneide an der Innenseite aller hervortretend, die der Mittelzeh am stärksten und, bei alten Vögeln, mit mehr oder weniger deutlichen kammartigen Einschnitten, welche allen jüngeren Vögeln fehlen. Der Schenkel ist 1% bis 1’s Zoll nackt; der Lauf 3., bis 3%, Zoll hoch; die Mittelzeh, mit der Zoll langen Kralle, 2./s Zoll, die Hinterzehe, nebst der 2 Linien langen Kralle,* Zoll lang. Die Farbe der Füße ist bei jungen Vögeln, die sich noch besonders durch die stärkeren Fersengelenke kenntlich machen, ein sehr lichtes Graublau, bei den Alten etwas dunkler, doch immer noch eine helle Bleifarbe oder Aschblau; die der Krallen bei allen schwarz. Im Tode werden die Füße bald dunkler, aschgrau, endlich, völlig eingetrocknet, grauschwarz. Von ihrer ersten Bekleidung, dem Dunenkleide, hat man keine genaue Beschreibung und weiß bloß so viel, dass es an den oberen Teilen lichtgraubraun, schwarz oder dunkelbraun gefleckt und an den untern Teilen weiß ist, dass die Vögel darin noch ein sehr kurzes Schnäbelchen, aber ziemlich lange, an den Gelenken unförmlich dicke und sehr weiche Füße haben. Vollständig befiedert oder im Jugendkleide haben diese Vögel, wie auch in den folgenden Kleidern, weder eine schöne Fär bung, noch sehr auffallende Zeichnungen. Überblickt man einen solchen Vogel bloß oberflächlich, so ist ein grauliches oder bräunliches Rostgelb, mit schwarzbraunen oder erdfarbigen Flecken, in der Ferne dem Lerchengefieder nicht unähnlich, an ihm vorherrschend, von welchem der weiße Bauch, Unterrücken und Bürzel, der weiße, braun gebänderte Schwanz, und die schwarzen Flügelspitzen eben nicht auf fallend abstechen, so dass diese unansehnlichen Farben zusammengenommen und in einiger Ferne gesehen eine Mischung darstellen, die der Färbung des lehmigen Bodens oder des trocknen sandigen Erdreichs gleichen, worauf diese Vögel gern herumwandeln. Dies ist auch der Typus im Gefieder der ganzen Gattung.– Doch wir wollen vorerst das Jugendkleid im Einzelnen mustern. Der ganze Oberkopf, von der Stirn bis auf das Genick hinab, ist hell bräunlich rostgelb oder lehmgelb, an ersterer und letzterem mit klaren, auf dem Scheitel gröberen und dunkleren schwarzbraunen Länge flecken; über dem Zügel, dem Auge und den Schläfen ist diese Partie am lichtesten gefärbt; die Zügel lehmgelb, dicht schwarzbraun gefleckt und getüpfelt; über und unter dem Auge eine gelbweiße, ungefleckte Stelle; Kinn und Kehle rein weiß; die Wangen lehmgelb, erdbraun gestrichelt; der ganze Hals lehmgelb, an den Seiten etwas lebhafter, in Rostgelb übergehend, und auf dem Hinter halse noch etwas dunkler, allenthalben mit dunkler oder schwarz braunen Längeflecken, die auf der Gurgel herab am schmälsten und blassesten sind; die Kropfgegend und Brustseiten weiß, rostgelb mehr oder weniger überlaufen, mit erdbraunen schmalen Schaftstrichen, welche an ihrem untern Ende nicht spitz auslaufen, sondern in ein Büschelchen enden; diese Zeichnung setzt sich auf den Tragfedern fort, und es gesellen sich ihr noch einzelne Quer und Pfeilflecke bei; die Mitte der Unterbrust, Schenkel, Bauch und Unterschwanzdeckfedern weiß, die letzteren mit einzelnen feinen braunen Schaftstrichen. Die Federn des Oberrückens und der Schultern sind dunkelbraun, zunächst den Schäften fast schwarzbraun, mit dunkellehmgelben, ins rötliche Rostgelb spielenden, zackigen Kanten und die größeren mit so gefärbten großen dreieckigen Randflecken, an welchen dann die Feder säume ins Weißliche übergehen; die größeren Flügeldeckfedern diesen ähnlich, nur etwas lichter; die Federn der hintern Flügelspitze lehmgelb und dunkelbraun gebändert, doch so, dass ihre dunkelbraunen Binden am Schafte in einander fließen; die übrigen Flügeldeckfedern erdbraun, mit weißlich lehmgelben Kanten, die an den kleinsten nur schlichte Einfassungen bilden, an den größeren oft auch Zacken nach Innen haben oder an den Federwurzeln in große Flecke ausarten; die Daumen und Fittichdeckfedern schwarz, mit weißen Endkanten; die kleine verkümmerte Feder vor den großen Schwingen schwarz, mit weißem Schaft und Spitze; die Schwingfedern erster Ordnung schwarz, mit weißen Spitzenkäntchen, die vordersten mit weißen, an den folgenden immer mehr bräunlich überlaufenen Schäften, die ersten zwei oder drei nur mit weißlicher Kante der Innenfahne, die aber bald in große weiße Zackenflecke übergeht, welche auf der siebenten auch an der Außenfahne sichtbar werden, endlich, immer größer, die Wurzeln der Federn fast ganz einnehmen, auf die der zweiten Ordnung übergehen, sich an den letzten dieser aber nach und nach mit Lehmgelb vermischen und an denen dritter Ordnung in die schon beschriebenen Binden übergehen. Die letzten Schwingen erster Ordnung haben breitere weiße Endkanten als die vordersten, und diese setzen sich auch an den Enden derer der zweiten Ordnung fort. Auf der untern Seite ist der Flügel an der Spitze, glänzend schwarzgrau, der übrige Theil der Schwingen weiß und glänzend dunkelgrau gebändert; die Deckfedern weiß, mit schwarz grauen Querflecken; die Achselfedern rein weiß. Der Unterrücken ist hell weiß, der Bürzel und die Oberschwanzdeckfedern ebenfalls weiß, aber mit erdbraunen Länge und Pfeilflecken, und letztere mit rostgelb angeflogenen Enden, welches man auch an denen der Schwanz federn bemerkt, welche auf weißem Grunde schmale dunkelbraune Querbinden haben, deren Zahl bei verschiedenen Individuen von 9 bis zu 12 wechselt, und welche auf den Mittelfedern nach oben in Grau mit der weißen Grundfarbe verlaufen, oder nur an der Seite der Spitze zugekehrt scharf von jenen abschneiden. Auf der Unterseite ist der Schwanz rein weiß und grauschwarz gebändert. Ohne anatomische Hülfe sind Männchen und Weibchen in diesem Kleide nicht zu unterscheiden. Sie nehmen es mit in fremde Länder, indem ihre Mauser im Winter erfolgt, wo sie in unsern Gegenden nicht bleiben, und kehren dann erst im Frühlinge in dem neuen Kleide zurück, welches dem frischen Jugendkleide so ähnelt, dass es keiner weitläufigen Beschreibung bedarf. Die alten Vögel, welche dann mit jenen wiederkehren, sind an dem weniger frischen Gefieder, das sie von der Herbstmauser an, also mehrere Monate länger trugen, leicht zu erkennen, wie denn auch ihr ganzes Aussehen, namentlich ihr längerer Schnabel und ihre schlankeren Füße, sie von jenen leicht unterscheiden lassen. Ihr Aussehen ist dann eigentlich noch weniger hübsch als das der jungen Vögel, weil ihre Hauptfarbe noch vielmehr ins Lehmgelbe als ins Rostgelbe fällt und die dunkelbraunen Flecke stärker gezeichnet sind, wodurch ihr Gewand viel dunkler und düsterer wird. Hauptkennzeichen, wodurch sie sich sogleich unterscheiden lassen, sind 1) die schmalen Schaftflecke an den Seiten der Brust und an den Tragefedern, welchen nun jene Endbüschel fehlen, die dagegen eine richtige, obgleich schmale Lanzettform und auch eine dunklere Farbe haben; 2) die viel regelmäßigen, weißen und dunkelbraunen, gleich breiten und scharf voneinander getrennten Schwanzbinden, die an der Zahl von 10 bis zu 12 vorkommen. Die meisten Veränderungen erleidet das Gefieder im Laufe der Zeit teils durch Abreiben und Verstoßen, besonders seiner Ränder, das bei diesen Vögeln erstaunend heftig sein muss, teils durch das Verbleichen der Farben vom Einfluss der Witterung, der Sonnen strahlen u. dergl. Beides kommt hier in einem besonders hohen Grade vor, und zeigt sich schon im April und Mai auffallend genug; noch viel mehr aber im Sommer, wenn sie einer neuen Mauser näher rücken. Dann ist nicht allein alles Lehm oder Rostgelbe in schmutziges, bräunliches Weiß abgebleicht, das dunkle Braun zur Erdfarbe, das Schwarze rauchfahl geworden, sondern es sind auch die lichten Farben der Federränder Großteils ganz verschwunden, weil sich die Kanten mit ihnen zugleich abgestoßen haben, und, sonderbar genug, wo sie als große Sägezackenflecke vom Rande ge gen die Mitte der Federn eindrangen (wie an den längsten Schulter und Flügeldeckfedern, nebst den Federn der hintern Flügelspitze), sind alle diese lichten Randflecke wie aus den Federn herausgebissen, während die dunkelgefärbten Theile dieser Federn mehr Widerstand geleistet zu haben scheinen, stehen geblieben sind und auf diese Weise der Bart solcher Federn einen wirklich tief sägezackicht ausgeschnittenen Rand erhalten hat. Ferner, haben die Federn, welche nur einen schlichten oder hier und da etwas ausgeschweiften Rand von jener lichten Farbe hatten, ebenfalls so viel am Umfange eingebüßt, dass sie eine Lanzettform und durch das den Reibungen mehr widerstandene Ende des Schaftes eine Haarspitze erhalten haben, so dass diese Federn, auf den Schultern und Flügeln, eine ganz unnatürliche Gestalt, fast wie Hahnenfedern bekommen. Durch das Abscheuern der hellfarbigen Ränder muss natürlich das in der Mitte der Federn sitzende dunkele Braun, weil jene nicht mehr so viel da von verdecken können, nun stärker hervortreten, wodurch solche Individuen ein viel gleichfarbigeres und dunkleres Gewand bekommen, das aber weit weniger schön ist, weil auch das Braun in düsteres Erdbraun abgebleicht ist. Ferner, treten auch am Unterkörper die dunkeln Schaftstriche deutlicher aus dem Weißen hervor, weil sich auch hier die Federränder stark abgerieben haben, wie denn die weißen Endkäntchen an den großen Schwingfedern auf gleiche Weise verschwanden. Und so ist denn ein alter Vogel, in seinem abgeschabten Kleide, ganz erstaunend verschieden von einem frisch vermauserten oder einem im Jungenkleide.

Auch unter den Alten gibt es keine standhaften Kennzeichen, woran beide Geschlechter äußerlich zu unterscheiden wären, als etwa die verschiedene Größe und Schnabellänge, indem das Männchen gewöhnlich etwas größer ist und einen etwas längeren Schnabel hat, als das gleichalte Weibchen. Da sich aber ebenso jüngere von älteren Vögeln unterscheiden, ohne Berücksichtigung des Geschlechts, so bleibt ein solches Kennzeichen immer sehr schwankend.

Es soll zuweilen eine weiße Spielart vorkommen, mit rein weißem Gefieder, grauem Schnabel und gelblichweißen Füßen. Auch erwähnt Bechstein a. a. O. einer, die auf dem Leibe rosenrot bandierte Federn hat, etwas kleiner, nur von der Größe der Waldschnepfe sein soll, welche aber wohl schwerlich hierher gehören möchte. Wie oben erwähnt ist die Mauserzeit der Jungen nicht genau bekannt, und dasselbe möchte man auch von den Alten sagen, weil im Sommer, wenn sie durch unsere Gegenden wandern, selten ein alter Vogel dieser Art erlegt wird, an welchem sich bereits einzelne neue Federn zwischen den alten finden, welche den Anfang des beginnenden Federwechsels andeuten würden. Sie scheinen demnach ebenfalls in ihrer Abwesenheit zu mausern.

(Quelle: Österreichische Nationalbibliothek; http://digital.onb.ac.at/OnbViewer/viewer.faces?doc=ABO_%2BZ174016504 

Zum Naturlexikon
stark gefährdet gefährdet nicht gefährdet Status unbekannt
Austria

Alter
bis 20 Jahre

Aktivität
ganzjährig

Färbung
gesprenkeltes, grau-braunes Gefieder

Gesangszeit / Brutzeit
April – Juli

Gelege
3-5 Eier

Tierlaut

Rufe

Audio file
© Tembrock, Günter/Tierstimmenarchiv, Museum für Naturkunde Berlin (CC BY-SA)

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