Zum Naturlexikon Oxycarenus lavaterae | Insekten

So erkennst du die Lindenwanze:

  • Koloniebildung im Herbst
  • besonders an Linden
  • erwachsene Tiere dunkelrot/schwarz mit weiß glänzender Flügelmembran
  • Nymphen rot, kugelig
  • ca. 5 mm Körperlänge

Beschreibung

Bei den Massenansammlungen der Lindenwanze im Herbst können aufmerksame Naturfreunde alle Entwicklungsstadien beobachten, meist überwiegen die rotschwarzen Nymphen. Sie sehen den Nymphen der ebenfalls aggregierenden Feuerwanzen ähnlich, weisen aber eine deutlich kugeligere Gestalt auf. Erwachsene Tiere sind in der vorderen Körperhälfte schwarz und – im Unterschied zu Feuerwanzen – geflügelt. Der ledrige Flügelteil und der Bauch sind dunkelrot, die häutige Flügelmembran ist durchscheinend und erscheint dadurch glänzend weiß.

Verbreitung

Die ursprüngliche Verbreitung der wärmeliebenden Lindenwanzen liegt im Mittelmeerraum und in Afrika. Über Bulgarien, Ungarn und die Slowakei breitete sich die Art in den 1990er Arten aus, bis sie 2001 erstmals in Österreich nachgewiesen werden konnte. Vom Burgenland weitete sich das Areal nach Westen über das gesamte Bundesgebiet aus.

Lebensraum

Lindenwanzen saugen bevorzugt an Malvengewächsen wie Stockrose oder Wilder Käspappel, doch werden sie hierzulande an den verwandten Lindengewächsen, vorwiegend Winterlinde, gefunden. Die Wanzen ernähren sich hauptsächlich von den Samen, schädigen den Baum dabei nicht. Im Herbst sammeln sich die Tiere zu Hunderten oder Tausenden an Lindenstämmen, um in den Spalten zu überwintern.

Gefährdung

Die Lindenwanze gehört zu den Neozoen – also zu den in neuerer Zeit eingewanderten bzw. eingeschleppten Tierarten. Die milden Winter der letzten Jahre und der Handel mit Wirtspflanzen trugen zur raschen Ausbreitung bei. Wegen ihrer starken Bindung zu Winterlinden, beliebten Alleebäumen, können Lindenwanzen bei Massenauftreten durchaus eine Belästigung darstellen. Darüber hinaus sind jedoch keine Beeinträchtigungen bekannt.

Besonderheiten

Zum ersten Mal wurde die Lindenwanze in Österreich entdeckt, als dem Insektenforscher während der Autofahrt aus dem Augenwinkel ein rot gefärbter Stamm auffiel – eine Ansammlung von Hunderten von Lindenwanzen!

Zum Naturlexikon
stark gefährdet gefährdet nicht gefährdet Status unbekannt
Austria

Größe
ca. 5mm bei Männchen, 6mm bei Weibchen

Aktivität
Aggregation ab September, davor unscheinbar

Färbung
dunkelrot/schwarz mit weiß glänzender Flügelmembran

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