Zum Naturlexikon Osmia bicornis | Insekten

So erkennst du die Rostrote Mauerbiene:

  • rostrote Behaarung am Hinterleib
  • gelblich-weißer „Pelz“ im Brustbereich
  • Weibchen mit zwei schwarzen „Hörnchen“ am Kopfschild
  • häufig an Insektennisthilfen

Beschreibung

Die Rostrote oder Rote Mauerbiene sieht aus wie eine stark behaarte Honigbiene, ist aber etwas kleiner und fällt durch den rostroten Pelz der vorderen drei Hinterleibssegmente auf. Die letzten Hinterleibssegmente und der Kopf sind schwarz behaart, die Brust gelblich bis hellgrau. Das Weibchen besitzt zusätzlich eine orangerote Bauchbürste, in der sie den Pollen sammelt und aufbewahrt sowie je ein schwarzes „Hörnchen“ beidseits des Kopfschilds.

Verbreitung

Diese Wildbiene kommt in fast ganz Europa vor – nach Norden geht die Art bis England und Südschweden, im Süden erreicht sie Nordafrika. In Österreich ist sie in allen Bundesländern recht häufig anzutreffen

Lebensraum

Die Biene ist in Bezug auf Lebensraum und Nahrung wenig anspruchsvoll. Die ursprünglichen Nistplätze sind Hohlräume in Pflanzenstängeln, Totholz (z.B. Käferfraßgänge), Lösswänden und Gestein. Als Kulturfolger nehmen sie auch vom Menschen gefertigte Strukturen wie Trockenmauern, Lehmziegeln oder künstliche Nisthilfen an. Untypisch für eine Wildbiene ist nicht nur das breite Habitatspektrum, sondern auch der unspezialisierte Blütenbesuch. Sogar Pollen von windbestäubenden Pflanzen wie Eichen oder Hainbuchen werden für die Nachkommen in die Brutröhre eingetragen. Nach dem Ablegen des Eis wird die Kammer mit selbstgemachtem Mörtel aus Erde oder Lehm verschlossen, um danach die nächste Kammer zu füllen. So können Brutröhren aus bis zu 20 hintereinander angelegten Kammern bestehen. Durch ihre recht frühe Flugzeit (Ende März/Anfang April) gehört die Rostrote Mauerbiene zu den wichtigsten Bestäubern von Obstbäumen.

Gefährdung

Die Rostrote Mauerbiene zählt zu den häufigsten der etwa 700 heimischen Wildbienenarten. Aufgrund des breiten Nahrungs- und Lebensraumspektrums ist der Bestand nicht gefährdet. Außerdem gehört sie zu den wenigen Arten, die durch künstliche Nisthilfen gefördert und dort auch gut beobachtet werden können.

Besonderheiten

Die Rostrote Mauerbiene wurde zum Insekt des Jahres 2019 gekürt, um auf die Gefährdung der Wildbienen und auf ihre wichtige Funktion als Bestäuber hinzuweisen.

Zum Naturlexikon
stark gefährdet gefährdet nicht gefährdet Status unbekannt
Austria

Größe
8 - 13mm

Flugzeit / Gesangszeit
März - Juli

Gelege
Entwicklungsdauer der Larven ca. 4 Monate

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