Der Efeu scheint auf den ersten Blick ein botanischer Normalo zu sein, so sehr haben wir uns an seine Omnipräsenz in der Natur, aber auch in Städten, gewöhnt. Doch er ist aus vielen Gründen eine wahre Wunderpflanze und wir sollten im Bezug auf das dramatische Insektensterben nicht aufhören, die Arche Noah für Kleintiere – allen voran für Schmetterlinge und Bienen – zu verbreiten! Vorhang auf für den VerVielfalter #2:

Hoch die Wurzeln: der Efeu als Kletterkünstler

Der Gemeine Efeu ist der einzige in Mitteleuropa heimische Wurzelkletterer. Nach einigen Jahren beginnen die Sprossachsen zu verholzen und so wächst er vom Halbstrauch zum Strauch oder Liane. Mithilfe seiner Haftwurzeln sucht er den Weg in die Höhe. Wenn er in der Umgebung kein Klettergerüst findet, kriecht er so lange, bis er etwas zum Emporklettern findet.

Viele meinen, der Efeu sei ein Parasit und schade den berankten Bäumen: Dem ist aber nicht so. Der flotte Selbstklimmer zapft seinen Wirt nicht an. Da er bloß am Stamm und den Trägerästen hochkriecht, nimmt er den Baumblättern keine Sonne (solange er nicht übermütig wird und über die Baumkrone wuchert, dann muss er selbstverständlich gestutzt werden). Dazu kann er bis zu stolzen 450 Jahren alt werden! So haben auch die nächsten Generationen noch etwas vom „Lebensraum Efeu“.

365 Tage im Jahr im Dienst für Schmetterlinge & Co.

Während im Herbst das Nahrungsangebot für Insekten mit dem Laubfall und Verblühen der Blumen karger wird, öffnet einer das reiche Buffet: Der Efeu beginnt von Ende August bis November zu blühen! Grund hierfür ist sein tertiäres Erbe und seine quasi tropische DNA.

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Vervielfalter Efeu edera helix

Ob kurzer oder langer Rüssel: Die primitive Blüte lädt alle ein, noch ein letztes Festmahl zu erhaschen und so tummelt sich eine große Anzahl an Insekten im und um den Efeu im goldenen Herbstlicht. Im flatterhaften Anflug zum süßen Nektar sind Admiral, Tagpfauenauge, C-Falter oder der Kleine Fuchs unter den Schmetterlingen vertreten. Der Zitronenfalter und Faulbaumbläuling wählen den immergrünen Efeu sogar als Winterquartier.  Der Faulbaumbläuling verpuppt sich zudem im Schutz des Strauchs.

Die Efeu-Seidenbiene hat sich sogar ausschließlich für die Aufzucht ihrer Brut auf Efeu-Pollen spezialisiert. Auch die Honigbienen füllen im Herbst noch emsig ihre Pollenhöschen. Dazu lockt der nahrhafte Blütenstaub Wespen und Schwebfliegen.

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Vervielfalter Efeu edera helix

Zur Freude der Vögel sind die schwarz-blauen Früchte zwischen Januar und April erntereif. Die Beeren werden beispielsweise von der

  • Amsel,
  • Drossel,
  • Star,
  • Rotkehlchen,
  • Gartenrotschwanz
  • oder Mönchsgrasmücke

schnabuliert. Auf diese Weise verbreiten sich die Samen des Efeus. Die Ranken sind auch ein beliebter Nistplatz für unzählige Vogelarten. Schließlich schützen seine glänzenden, lederigen Blätter vor Fressfeinden und sie regulieren als weiterer Service die Temperatur.

Aber nicht nur Nektar, Pollen und Früchte sind ein starker Magnet für die zwei- und sechsbeinigen Gartenbewohner. Auch die drei- bis fünfeckig gelappten Blätter sind ein begehrtes Raupenfutter für:

  • Kugelblumen-Blütenspanner
  • Zwerg-Blütenspanner
  • Nachtschwalbenschwanz
  • Steppenheiden-Spannereule
  • Südlicher Eichen-Baumspanner
  • Zweifleckiger Baumspanner

Mit einem Efeu die Zukunft setzen

Du kannst den Efeu einfach mittels Stecklingen “verbreiten”. Und dann heißt es geduldig sein: Denn ein Efeu braucht bis zu 10 Jahren, damit er zum ersten Mal blüht. Die Stecklinge aus Blütentrieben entwickeln jedoch niemals Kletterwurzeln und eignen sich deshalb nur als Bodendecker. Der Immergrünling ist übrigens lichtscheu und gedeiht am Besten im Halbschatten und Schatten. Die beste Pflanzzeit ist der Frühling.

An den Boden stellt er wenig Ansprüche. Er schlägt seine Wurzeln bevorzugt in nährstoffreichem, feuchtem und kalkhaltigem Boden. Was er nicht mag? Frisch gestrichene, weiße Flächen und frische Betonwände aufgrund des hohen PH-Wertes. (Text: Stephanie Fischer)

Die Initiative Blühendes Österreich lässt mit dem Naturschutzprogramm FLORA die Inseln der tierischen und pflanzlichen Vielfalt aufblühen. Gemeinsam mit unseren artenreichen Gärten und deren „VerVielfalter“ greifen wir der Natur zusätzlich unter die Arme. 

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Auf Initiative der Alpenkonvention feiern viele Orte in den Alpen den Tag der Berge mit alpiner Kultur und alpiner Literatur. Im Gesäuse heißt das: ein fröhlicher Vorleseabend im Wirtshaus! Die Besucher/-innen selbst lesen eigene oder fremde Texte vor, bringen ein Gedicht oder singen ein Lied. Auch nur Zuhören ist erlaubt.

Anmeldung nicht erforderlich

Treffpunkt: 19:00 Gasthof Kölblwirt in Johnsbach 65

Dies soll kein Abend im Sinne einer Lesung sein - es geht im Grunde einfach darum, zusammenzusitzen, zu plaudern und im Zuge dessen andere an eigenen Lieblingstexten teilhaben zu lassen - oder auch, ein Lied zu singen, ein Gedicht zu bringen... Immer wieder kommt einem ein Absatz oder eine Stelle unter, die einen berührt, oder anspornt, oder was auch immer. Vielleicht denken andere gleich. Vielleicht erhält man einen Denkanstoß. Oder man läßt sich einfach nur berieseln. Lockere Atmosphäre, mal ein paar Zeilen hier, mal ein Absatz da, so könnte der Abend aussehen.

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Hintergrund:

„Berge lesen“ wurde erstmals vom Deutschen Vorsitz der Alpenkonvention 2015-1016 und dem Ständigen Sekretariat ins Leben gerufen, um den International Tag der Berge 2015 zu feiern. Die Idee ist es, Veranstaltungen an vielen unterschiedlichen Orten rund um die Alpen zu initiieren, die der Lesung moderner Alpenliteratur gewidmet sind. Kerntag ist der Internationale Tag der Berge, der jedes Jahr am 11. Dezember gefeiert wird. Das "Berge lesen Festival" ermutigt das Feiern von kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten in den Alpen und verbindet gleichzeitig Berge und Kunst.

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Kosten: Eintritt frei

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Treffpunkt: Parkplatz Halltal, Absam
Normaltarif: EUR 10,– pro Person
Mindestteilnehmerzahl: 2 Personen
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Bergschuhe, wetterfeste Kleidung und Proviant (Getränke!)
unbedingt erforderlich!

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