Vor Evaluierungsstart 2024 waren 53 Betriebe mit Zugehörigkeit zu Erzeugergenossenschaften OPST, EOS, LGV und Sonnengemüse unter Vertrag und somit Partner des Programmbereichs FLORA. Im Zuge der Evaluierungskartierung wurden die Vertragsflächen von Dr. Klaus Schrefler hinsichtlich ihres aktuellen Werts evaluiert und hinsichtlich potentieller Veränderung bewertet. Gemeinsam mit den Landwirt:innen wurde die Wirkung ihrer bisherigen Aktivitäten besprochen und Lösungen für allfällige Probleme, wie etwa dem Aufkommen invasiver Arten, erarbeitet.
Betrachtet man die Entwicklung der verschiedenen Grünland-Biotoptypen der Vertragspartner:innen, so sind die auffälligsten Unterschiede in einer starken Zunahme von Frischen, artenreichen Fettwiesen der Tieflagen bei gleichzeitiger Abnahme von Intensivwiesen der Tieflagen auszumachen. Dies beruht zumeist darauf, dass ehemals intensiv genutzte (mehrere und vor allem zu frühe Schnitte) oder bei Unternutzung geschlägelte Wiesen durch die Beratungstätigkeit im Rahmen des FLORA Programms einer traditionellen Bewirtschaftung zugeführt wurden, wodurch viele eine Entwicklung von der Intensivwiese zur Frischen, artenreichen Fettwiese vollzogen haben. Zum anderen geht es auch darauf zurück, dass Flächenhinzunahmen im Zuge der Evaluierungskartierung häufig diesem Biotoptyp zuzuschreiben sind.
Frische artenreiche Fettwiesen der Tieflagen sind in Österreich in der Roten Liste Gefährdeter Biotoptypen in die Kategorie „gefährdet“ aufgenommen, da sie zusehends durch landwirtschaftliche Intensivierung und im geringeren Ausmaß durch Nutzungsaufgabe seltener werden.
Ein wesentlicher Erfolg sind auch die Einsaatflächen, für die Saatgut bereitgestellt wurde und bis zu einer Entwicklung, die im Regelfall einige Jahre in Anspruch nimmt, nur geringe Prämien ausbezahlt wurden. Bezüglich der im Zuge von früheren Betriebsbesuchen neu eingesäten bzw. mit regionalem Saatgut übersäten Entwicklungsflächen kann positiv Bilanz gezogen werden. Alle Flächen wurden stark aufgewertet. Aus vormals ökologisch geringwertigen Flächen wie Intensiväckern, Intensiv-Obstkulturen oder Intensivwiesen, die durch Einsaaten im Rahmen von FLORA aufgewertet wurden, wurden hochwertige Biotope.
Diese Flächen werden in Zukunft als – zumeist zweischürige – Mähwiesen genutzt und entwickeln sich weiter zu höherwertigen Grünlandbiotopen, zumeist in Frische, artenreiche Fettwiesen der Tieflagen, je nach Gründigkeit des Bodens tendenziell auch zu Frischen Magerwiesen, je nach Reaktionszahl zum basenreichen oder basenarmen Typus.
Im Jahr 2024 wurden Flächen von 53 Betrieben evaluiert. Die geografische Verteilung der Betriebe lag mit 36 Betrieben in der Steiermark im Südöstlichen Alpenvorland - die meisten davon in der Intensivobstregion um Puch bei Weiz bis Feldbach, wo der überwiegende Großteil der OPST- und EOS-Betriebe lokalisiert ist. Drei Produzent:innen befinden sich in Niederösterreich. Im Seewinkel im Burgenland liegen acht Vertragspartner-Betriebe der LGV und Sonnengemüse mit ihren Vertragsflächen.
Aufgrund der Evaluierung im Jahr 2024 wurden 606 Biotope mit einer Gesamtfläche von 97,92 Hektar als prämienwürdig befunden.
Hier findest du weitere Infos zu den FLORA Regionen im Burgenland und in der Steiermark.
Mehr Infos zum FLORA Programm gibt es in diesem Artikel.
Die Inhalte dieses Artikels basieren auf dem Flora Evaluierungsbericht 2024 (Dr. Klaus Schrefler, Februar 2025).