Er ist Frühlingsbote und Symbol für bunte Wiesen und Äcker. Dennoch ist der Kiebitz ein Sorgenkind des Naturschutzes, seine Bestände sind in ganz Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken. Als Bodenbrüter ist er auf niederwüchsige und lückige Flächen wie Magerrasen und Streuwiesen angewiesen, die sehr selten geworden sind. Und auf Äckern, die er ebenfalls zur Anlage seiner Nester nutzt, wird der Nachwuchs oft Opfer der Bewirtschaftung. Hier setzt das Projekt von BirdLife Österreich gemeinsam mit engagierten LandwirtInnen an.

Der Kiebitz und die Landwirtschaft

Als Bodenbrüter ist der Kiebitz auf extensive Bewirtschaftung durch den Menschen angewiesen. Im zeitigen Frühling kehrt er heim nach Österreich und sucht ein Revier. Während der Balz scharrt er eine einfache Mulde in den Boden und legt sie spärlich mit Halmen aus. Das ausgewählte Territorium verteidigt der monogame Vogel in beeindruckenden Balzflügen. 3-4 Eier werden meist ins Nest gelegt, die erste Brut erfolgt dabei oft schon im März, spätere Ersatzbruten erfolgen bis Juni. Die Küken sind Nestflüchter, brauchen jedoch bei kühlem Wetter und Nachts zu Beginn noch die Körperwärme der Eltern. Flugfähig sind sie erst nach etwa 35-40 Tagen. 

Gefährlich werden können ihnen Prädatoren, daher werden die Nester in offenen Landschaft angelegt, das ermöglich den Eltern einen guten Überblick. Punkto Verteidigung des Nachwuchses ziehen Kiebitzfamilien an einem Strang - oft helfen benachbarte Eltern dabei, einen Räuber zu vertreiben. Bei Greifvögeln mit waghalsigen Sturzflügen. Auch Fuchs und freilaufende Hunde können eine Gefahr für Eier und Jungtiere darstellen. Gelege und flugunfähige Jungvögel sind aber in erster Linie durch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung bedroht: Wird in der sensiblen Zeit geackert, gedüngt oder gesät, ist der Nachwuchs verloren. Jungvögel ducken sich bei Gefahr und werden so wie Eier in den Boden eingeackert. Die Intensivierung der Landwirtschaft ist daher heute Hauptursache des Bestandesrückgangs.

Kiebitz-Familien haben in der modernen Landwirtschaft kaum eine Chance zu überleben. Mit deiner Spende kann BirdLife Rettungsinseln für diese bedrohte Vogelart schaffen!

Hier setzt die Initiative von BirdLife an. Sie behalten die Familienplanung von Kiebitz-Familien im Auge und setzen in Zusammenarbeit mit BewirtschafterInnen der Flächen standortspezifische Gelege-Schutzmaßnahmen um. So werden etwa Neststandorte markiert, die dann kleinräumig bei der Bewirtschaftung umfahren werden. Bereits eine Aussparung von rund 15 m² um Kiebitz-Nester ermöglicht dem Nachwuchs des gefährdeten Feldvogels das Überleben. 

Je nach Standort werden zusätzlich lebenswichtige feuchte Sutten angelegt, denn auch der Klimawandel und die steigende Trockenheit im Frühjahr machen dem Kiebitz zu schaffen.

Blühstreifen am Rand der Äcker oder benachbarte Wiesen verbessern das Futterangebot - Eltern und Nachwuchs ernähren sich von Insekten, Würmern und anderen wirbellosen Tieren. 

Wie kannst du mithelfen, den Kiebitz-Familien rettend unter die Flügel zu greifen?

Birdlife Österreich hat mit Unterstützung von Blühendes Österreich eine crowdfunding-Aktion gestartet. Mit deiner Spende können so BewirtschafterInnen gezielt beraten, Rettungsinseln geschaffen, Gelege markiert und der Bruterfolg kontrolliert werden.

Spenden kannst du:

Mit deiner Unterstützung wird die enge Zusammenarbeit von BewirtschafterInnen und VogelschützerInnen gefördert und du hilfst dem Nachwuchs der bedrohten Kiebitze, erfolgreich flügge zu werden!

Amtsschimmel oder wilder Hengst?

Wilder Hengst! Dann bist du auf Österreichs größter Plattform für Naturerlebnisse genau richtig.

Jetzt registrieren