Image

Orchideen sind weltweit sehr stark verbreitet. Dennoch sind in Österreich und weltweit sehr viele Arten gefährdet. Grund dafür sind oft eingeschleppte Arten, sogenannte Neophyten, die sie verdrängen.

Die Königin der Blumen - so wird die Orchidee manchmal genannt. Oder besser gesagt, die Familie der Orchideen, zu denen weltweit etwa 35.000 Arten zählen. Neben den Korbblütlern, die Vertreter wie zum Beispiel Sonnenblumen oder Gänseblümchen haben, sind Orchideen somit die zweitgrößte Pflanzenfamilie. Schon seit 2500 Jahren sollen sie als Heilmittel, Aphrodisiaka oder
Dekorationsmittel eingesetzt werden.

65 bedrohte Orchideenarten

Auch wenn sie seither fast alle Lebensräume, von Tropen bis ins alpine Gelände erobert haben, sind sie an vielen Standorten zu einem seltenen Fund geworden. In Südamerika oder Asien wird sie durch die Abholzung der Regenwälder gefährdet, in Europa hauptsächlich durch die übermäßige landwirtschaftliche Nutzung von Flächen.

In Österreich stehen alle 65 Orchideenarten unter Schutz. Viele Arten, wie zum Beispiel das Helm- Knabenkraut, der Pyramidenständel oder die Hummel-Ragwurz finden sich auf sogenannten Mäh-Halbtrockenrasen. Mit ihrem kalkreichen, flachgründigen Böden bilden diese oft den perfekten Untergrund für die schönen Blumen, die bei uns oft weniger exotisch aussehen als bekannte Zimmerpflanzen. Jedoch gehören Halbtrockenrasen zu bedrohten Lebensräumen mit direktem Einfluss auf die dort lebende Pflanzen- und Tierwelt.

Generell wird biologische Vielfalt durch mehrere Faktoren gefährdet. Dazu gehört einerseits die bereits erwähnte übermäßige Nutzung von Flächen durch Landwirtschaft, Siedlungstätigkeiten, Forstwirtschaft, Bergbau und Umweltverschmutzung, die zu einem Verlust oder einer Fragmentierung von wichtigen Lebensräumen führen kann.

Konkurrenz aus allen Himmelsrichtungen

Aber auch ein weiterer Faktor unserer modernen Lebensweise hat zu einem Verlust der Vielfalt geführt: Tier- und Pflanzenarten, die vom Menschen aus anderen Klimazonen unabsichtlich oder absichtlich eingeschleppt wurden können sich an einem neuen Standort oft schneller vermehren und die einheimischen Arten bedrohen. Während sie in ihrer Heimat vielleicht noch unter Konkurrenz mit ähnlich angepassten Arten hatten oder von natürlichen Feinden, Parasiten, und Krankheitserregern bedroht wurden, können sich die sogenannten Neophyten oder invasiven Arten unter neuen Umweltbedingungen oft schnell vermehren und nicht nur für die heimischen Arten, sondern auch für die menschliche Gesundheit gefährlich sein.

Diese eingeschleppten Pflanzen und Tiere nehmen in einer globalisierten Welt nur weiterhin zu. In Europa sind bereits über 7.000 Neophyten bekannt. In Österreich sind es 1.100. Als Faustregel gilt, dass zehn von rund 1.000 eingeschleppten Arten permanent Fuß fassen können. Auch Orchideen sind an vielen Standorten aufgrund dessen bedroht. Oft sind es schnellwachsende Pflanzen, wie der Götterbaum (Ailanthus altissima), der im 18.Jahrhundert als Parkbaum aus China und Vietnam nach England importiert wurde, die große Schäden verrichten können. Oder Robinien (Robinia pseudacacia), die ursprünglich aus Nordamerika stammen und anderen Pflanzen Nährstoffe wegnehmen können.

Neophytenmanagement muss genau geplant und an den Standort angepasst werden. Zu groß ist sonst die Gefahr, wieder weitere Samen zu verschleppen und den Effekt nur noch zu vergrößern. Helfer setzten bei Gehölzen deswegen auf Methoden wie das Ringeln, bei dem der die Rinde von Bäumen auf 20 cm Länge rund um den Stamm entfernt wird. Es geht aber auch simpler: viele invasive Pflanzen werden nämlich einfach ausgerissen. (Autorin: Katharina Kropshofer)

Du willst den eingeschleppten Arten den Kampf ansagen und die schönen, heimischen Orchideen schützen? Oder einfach mal wieder wo anpacken?

Der Verein Lanius plant Pflegemaßnahmen von Neophyten-Entfernung bis Weidezaun-Errichtung auf einer geschützten Orchideenterrasse:

Wann? Samstag, 23.Juni 2018, 08:30 bis etwa 13:00 Uhr
Wo? Naturschutzgebiet Pielachmündung/Steinwand, Parkplatz bei der Pielachmündung

Mehr Infos.

 

 

Verwandte Lexikon Artikel

Rothirsch Brunft

Rothirsch

Säugetiere
Rothirsche sind, sieht man von den vereinzelten Braunbären ab, die größten heimischen Wildtiere. Erfahre hier alles zum Hirsch - dem König der österreichischen Wälder.
Rothirsch
Artenreiche Blühfläche mit Kornblumen, Kamille und Kornrade

Was ist Biodiversität?

Wissen
Blühendes Österreich setzt sich für den Erhalt von Artenvielfalt ein!
Was ist Biodiversität?
Blaumeise

Blaumeise

Vögel
Hier in unserem Naturlexikon erfährst du Wissenswertes rund um die Blaumeise.
Blaumeise

Verwandte Naturerlebnisse

ARCHE NOAH Schaugarten

Schaugarten-Führungen

22. Sep | Ab 09:00
Veranstalter: Verein ARCHE NOAH
Schaugarten-Führungen Der Fährte folgen
Naturlehrweg Gamsgrube

Naturlehrweg Gamsgrube

22. Sep | Ab 09:00
Icon Pin_brown

Kaiser-Franz-Josefs-Höhe 5
Heiligenblut 9844
Österreich

Heiligenblut, 9844

Veranstalter: Nationalpark Hohe Tauern

Der Gamsgrubenweg (2.400m) ist ein hochalpiner Weg ohne nennenswerte Steigungen, der einem breiten Publikum den Blick auf die beeindruckende Bergkulisse rund um den Großglockner ermöglicht. Der Themenweg entführt auf eine Reise durch die geheimnisvollen Schatztunnel und informiert über die einzigartige Flora und Fauna der Umgebung.
Wann: täglich vom 08.07 - 27.09.2019,
Alter: ab 6 Jahre
Wo: 11:00 Uhr, Infostelle - Besucherzentrum
Kaiser-Franz-Josefs-Höhe 5, 9844 Heiligenblut
Dauer: ca. 2,5 Stunden
Preis: kostenlos
Charakter: leichte Wanderung im hochalpinen Gelände

Voranmeldung erforderlich, bis 16:00 Uhr am Vortag möglich
Tel. +43(0)4825-6161 oder nationalpark@ktn.gv.at

Für alle Wanderungen wird stabiles Schuhwerk, warme, wetterfeste Kleidung sowie ein Rucksack mit Getränk und Jause empfohlen.

Eine gute körperliche Verfassung ist Voraussetzung!

Bei schlechten Witterungsbedingungen behält sich die Nationalparkverwaltung vor, Exkursionen aus Sicherheitsgründen abzusagen.

Die Teilnahme an den Programmen erfolgt auf eigene Gefahr. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung!

Naturlehrweg Gamsgrube Der Fährte folgen
Jounior Ranger On Tour

Jounior Ranger On Tour

22. Sep | Ab 09:00
Icon Pin_brown

Johnsbach 8912
Österreich

Johnsbach, 8912

Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Wilde Woche im Nationalpark Gesäuse
Erlebe die Wildnis des Nationalparks Gesäuse und entdecke die Wunder der Natur mit allen Sinnen. Quer durch die Gesäuseberge gehen die Tagesausflüge und gemeinsam mit anderen Junior Rangern kannst du deiner Abenteuerlust freien Lauf lassen. Sei dabei – du wirst staunen, wie spannend es vor deiner Haustüre sein kann.

Leitung: Doris Remschak Nationalpark Ranger

Termin: Mo, 19. - Fr, 23. August 2019
(mit Abschlussübernachtung optional)

Treffpunkt: wird 3 Wochen vor Veranstaltungstermin bekannt gegeben.

Preis: kostenlos (Verpflegung auf der Hütte ist selbst zu tragen)

Hinweis:
Alter: von 8 - 12 Jahren
Abschlussübernachtung auf der Haindlkarhütte von Donnerstag 22. auf Freitag 23. August.

Anmeldung: bis 1 Woche vor Veranstaltungsbeginn unter info@nationalpark.co.at

Jounior Ranger On Tour Der Fährte folgen