Das Wort „Schmetterling“ scheint vom mitteldeutschen Wort Schmetten (Rahm) abzustammen. Dieses wurde wahrscheinlich vom tschechischen Wort Smetana (Rahm, Obers) abgeleitet. Auch in anderen Sprachen findet sich dieser Bezug - z.B. „butterfly“ im Englischen. Das Plattdeutsche Wort „molkentewer“ bedeutet übersetzt Molkendieb, im Altdeutschen auch Milchzauberer oder Milchhexe. Diese Namensgebung hat einen unromantischen Hintergrund. Sie beruht vermeintlich auf dem Aberglauben, dass sich Hexen zu Schmetterlingen verwandelten, um den Menschen frisches Obers zu stehlen oder dieses zu verderben. In Deutschland findet sich in Semlin das Denkmal einer gewissen Anna Rahns. Wie viele andere unschuldige Frauen wurde sie in den dunklen Zeiten der Hexenprozesse als sogenannte „Butterhexe“ verurteilt.
Zum Glück nehmen wir Schmetterlinge im Alltag trotz ihrer Namensherkunft als schöne, bezaubernde Geschöpfe wahr und sind meist erfreut, wenn sie uns über den Weg flattern. Schmetterlings-Fans und jene die es noch werden wollen, finden unter www.schmetterlingsapp.at Gleichgesinnte, die engagiert zum Schmetterlingsschutz beitragen. Mittels Schmetterlingsapp sind so bereits über eine Million Meldungen auf der Plattform eingegangen! Wenn auch Sie mitmachen möchten, geht das ganz einfach. Laden Sie Ihre Beobachtungsfotos in der kostenlosen App hoch. Jedes Foto hilft, mehr Wissen über unsere Schmetterlinge und ihr Vorkommen zu sammeln. So können gezielt Schutzmaßnahmen geplant und umgesetzt werden.
Schmetterlingsnamen & Schmetterlingsschutz im Garten
Schmetterlingsnamen können uns verraten, von welchen Pflanzen sich die Raupen ernähren. Wer etwa den hübschen Kindern des Ligusterschwärmers Babynahrung bieten will, pflanzt als Hecke am besten den pflegeleichten, ökologisch wertvollen Liguster statt kaum Nützlichem wie Kirschlorbeer, Thuje oder Glanzmispel. Ligusterblüten schmecken auch Hummeln und deren Beeren sind bei Vögeln beliebt. Die Raupenfutterpflanze im Namen tragen z.B. auch der Wolfsmilchschwärmer (an Zypressen-Wolfsmilch), der Kronwicken-Bläuling (an Bunter Kronwicke und Süß-Tragant), der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (nur am Großen Wiesenknopf), der Fetthennen-Bläuling (an Großer und Weißer Fetthenne), der Hufeisenklee-Gelbling (am Hufeisenklee) oder der seltene Osterluzeifalter (nur an Gewöhnlicher Osterluzei).
Der Zitronenfalter mag entgegen seinem Namen keine Zitronen und faltet sie auch nicht. Wie bei vielen anderen Schmetterlingsarten deutet sein Name auf die Flügelfarbe oder Musterung hin, was für Laien bei der Bestimmung von Schmetterlingen hilfreich sein kann. Obwohl uns der Zitronenfalter zum Glück noch recht häufig begegnet, brauchen auch seine Raupen ganz bestimmte Pflanzen. Ohne Faulbaum und Gewöhnlichem Kreuzdorn würde es keine Zitronenfalter geben.
Wie Sie sicherlich bemerken – damit wir uns an vielen Schmetterlingsarten freuen können, braucht es einer großen Vielfalt an Pflanzenarten. Österreich ist im europäischen Vergleich noch sehr reich an Schmetterlingsarten. Damit das auch so bleiben kann, sind wir alle gefragt! Und zwar indem wir unsere Gärten, Terrassen, Balkone und auch öffentliche Grünflächen als Lebensräume - und nicht nur als Aufenthaltsräume für den Menschen - gestalten und pflegen. Möchten Sie gleich loslegen und viele Futterpflanzen für unsere Falter und deren Raupen pflanzen? Informationen und Wissenswertes für Ihr Schmetterlingsparadies finden Sie unter www.naturimgarten.at/schmetterlinge. Viel Freude beim lebensfreundlichen Gärtnern!