Die Sonne steht tief über den Hügeln des Weinviertels. Alte Apfel- und Birnbäume werfen lange Schatten auf die mageren Wiesen, in denen seltene Schmetterlinge flattern. Zwischen knorrigen Bäumen grast eine kleine Herde Schafe, ihr leises Blöken mischt sich mit dem Summen der Wildbienen. Streuwiesen waren das Herz einer Landschaft, die einst voller Leben war – heute aber fast verschwunden. Ein junger Landwirt hat sich nun dem Erhalt der bedrohten Naturoase verschrieben.

Wurzeln schlagen für Artenvielfalt

 „Streuobstwiesen sind im Weinviertel fast verschwunden“, sagt Breyer, während er einen Setzling vorsichtig einpflanzt. „Ich möchte dazu beitragen, dass sie wieder Teil unserer Landschaft werden – und mit ihnen die vielen Tiere und Pflanzen, die dort zuhause sind.“ Der Jungbauer legt zwei Streuobstwiesen in Mollmannsdorf am Atzberg und am Bisamberg an. Zusammen messen die Flächen rund 4.500 Quadratmeter. Am Bisamberg grenzen sie direkt an ein Europaschutzgebiet, am Atzberg bieten sie inmitten ruhiger Wiesenlandschaften einen geschützten Platz. Breyers visionäres Projekt "Streuobst im Weinviertel" wurde mit Changemaker #nature gefördert und finanziert.  

25 robuste Obstbäume werden gepflanzt, begleitet von Steinhaufen, Totholz und offenen Bodenstellen für Amphibien und Kleintiere. Sobald die Bäume Wurzeln geschlagen haben, übernehmen 10 Schafe das sanfte Pflegen der Wiesen. So bleiben die Flächen frei von Büschen, die Orchideen, Schmetterlinge und Wildbienen sonst verdrängen würden. 

Rückkehr vergessener Schätze

Mit der Wiederkehr der Obstgärten kehrt auch tierisches und pflanzliches Leben zurück. Schmetterlinge und Wildbienen können bald ungestört flattern, summen und vom reich gedeckten Nektar- und Pollenbuffet naschen. Rote Röhrenspinnen huschen über den Boden, die Orchidee Spinnen-Ragwurz streckt ihre Blüten ins Licht, und Zebraschnecken kriechen langsam zwischen Grashalmen hindurch.

Streuobstwiesen, ein harmonischer Mix aus Natur- und Kulturlandschaft, sind Hotspots für biologische Vielfalt und Genuss. Sie gehören zu den vielfältigsten Lebensräumen in Europa. Sie beherbergen bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten, sowie zahlreiche vom Aussterben bedrohte Obstsorten.

Gemeinsam für eine lebendige Zukunft

„Jede helfende Hand ist willkommen – ob beim Pflanzen, beim Aufstellen der Zäune oder bei der Pflege der jungen Bäume. Gemeinsam können wir einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zu einer reichen Artenvielfalt im Weinviertel leisten“, sagt Markus Breyer – und öffnet damit die Tür für alle, die aktiv mitgestalten wollen.

Ohne das Engagement von Menschen verschwinden nämlich die malerischen Obstgärten – und mit ihnen eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen. Dank des Einsatzes engagierter Jugendlicher soll Changemaker #nature den Abwärtstrend aufhalten und neue (Über-)Lebensräume schaffen.

Dieses Projekt wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert, die NextGenerationEU und von Blühendes Österreich - BILLA gemeinnützige Privatstiftung kofinanziert.

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