10 Tipps gegen das Insektensterben

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Ein grauer, leiser Frühling ohne Vogelgezwitscher? Mit dem akuten Insektensterben ist das leider keine Fiktion, sondern traurige Wirklichkeit. Denn die intensive Landwirtschaft und der Pestizideinsatz setzen den fleißigen Helferleins zu. Was tun wir ohne Nützlinge? Schließlich sind Insekten essentielle Bestäuber für Pflanzen und stellen eine grundlegende Nahrungsquelle für Vögel dar. Keine schöne Aussichten.

Aus diesem Grund hat Blühendes Österreich FLORA (Förderung von Landwirtinnen und Landwirten und Organisationen zur Rettung unserer Artenvielfalt) ins Leben gerufen und bereits 330 ha ökologisch wertvolle Flächen geschützt, damit die Natur wieder aufatmen kann!

Auch Österreichs GärtnerInnen können jetzt den Rettungsring auswerfen und mit einem naturnahen Garten Schutz für die bedrohten Insekten bieten. Ein Mosaik aus wilden Refugien soll die Bestände wieder aufatmen lassen. Erfahre hier, wie:

 

1 Insektenfreundliche Hecken

Insektensterben roter Hartriegel

(Roter Hartriegel)

Grüne Gärten sind die Wüsten der Artenvielfalt! Thuja- oder Bambushecken bieten nicht mehr als Sichtschutz. Kein Vogel nistet in ihnen, kein Schmetterling fliegt auf sie. Heimisches Gehölz wie Roter Hartriegel, Gewöhnlicher Liguster, Gewöhnlicher Schneeball, Feld-Ahorn oder Hainbuche schützen ebenso vor neugierigen Nachbarn und bieten den Insekten den dringend benötigten Lebensraum.

Übrigens ist am 11. November 2017 der schon fast der legendäre Heckentag 2017 , an dem heimische Gehölze für kleines Geld unter die GärtnerInnen gebracht werden!

2 Vielfalt säen

Insektensterben Blumenwiese

(c) Sophie Jaeger-Katzmann

Langweilige Monokulturen sind viel anfälliger für Krankheits- und Schädlingsbefall. Aktuell sind Gärten mit Buchsbäumen betroffen. Sie werden vom invasiven Buchsbaumzünsler kahl gefressen. Hätte man alle Karten auf den Buchsbaum gesetzt, sehe der Garten ziemlich trostlos aus.

Dazu ist ein betretbarer Blumenrasen mit vielen unterschiedlichen Arten ökologisch wertvoller als ein Rasen, der nur aus Gräsern besteht. Und das zeigt sich gleichsam in der bunten, tierischen Artenvielfalt.

3 Biologisch Gärtnern von Anfang an

(c) Blühendes Österreich / Alex Papis

Beim Pflanzenkauf auch daran achten, dass die Samen oder die Jungpflanze frei von chemisch-synthetischen Mitteln ist. Von Beginn an sollten man den krabbelnden und flatternden Gästen biologische Kost servieren!

Jetzt weiterlesen: Biologisch Gärtnern für die Schmetterlinge

4 Bekämpfe Schädlingsbekämpfungsmittel. Vernichte Unkrautvernichtungsmittel.

Insektensterben Brennnessel

(c) Blühendes Österreich / Alex Papis

…. denn Unkraut liegt im Auge des Betrachters! Einige Schmetterlingsarten wie Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge oder Admiral benötigen Brennnesseln, um zu überleben. Gift- und Chemiekeulen haben im Natur-Garten nichts verloren, da sie neben den Pflanzen auch die Insekten töten. Auch die menschliche Gesundheit ist durch die Chemiekeulen gefährdet.

Natürlich kostet es mehr Mühe, das „Unkraut“ mit der Hand zu jäten, und es dauert, bis natürliche Fressfeinde mit den Blattläusen aufräumen (Brennnessel-Sud wirkt hier übrigens auch). Dafür lockt der Garten mehr tierisches Leben an.

Du möchtest weiterhin zum Thema Insektensterben informiert werden? Blühendes Österreich hält dich am Laufenden!

5 Dünge mit der Kraft der Natur

Insektensterben Kompost

(c) Pixabay

Auch chemische Düngemittel haben bei Naturliebhabern längst ausgedient! Ein Schauferl Kompost oder Brennnessel-Jauche beispielsweise lassen die Pflanzen mit einer extra Portion Nährstoffe ebenso gedeihen. So kredenzt du den Insekten ein Bio-Menü!

6 Lichtverschmutzung eindämmen

Insektensterben

(c) Pixabay

Fassaden- oder Gartenbeleuchtungen bringen Milliarden Insekten nachts den Tod. Das Licht lockt sie an, wo sie entweder an der Lampe verglühen oder an Erschöpfung sterben, weil sie es so lange umkreisen. Beleuchte deinen Garten daher nur sparsam und wenn dann mit Licht, das nach unten strahlt. LED Lampen in warmweiß fordern weniger Lichtopfer als herkömmliche Lichtquellen. Ansonsten knipse das Licht aus und lasse die Sterne strahlen!

7 Naturlieb Garteln im Herbst

Insektensterben Rechen

(c) Pixabay

Wenn Insekten unter dem Laub Schutz vor der Kälte suchen, richtet der dröhnende Laubsauger oder Laubbläser ein regelrechtes Massaker an. Auch hier schätzen die Winzlinge echte Handarbeit mit einem Rechen. Damit der Garten – auch im Namen der tierischen und pflanzlichen Bewohner – gut über den Winter kommt, sollte man das Laub unter die Büsche bzw. zu den Bäumen kehren, um Schutzhäufchen zu bilden.

Hier findest du eine Checkliste, wie der Garten winterfest gemacht wird.

8 Insektenhotel

(c) Blühendes Österreich / Alex Papis

Biete den Nützlingen Unterschlupf mit einem Insektenhotel. Hier können sie in Ruhe nisten, überwintern oder brüten. Aber Achtung: Es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis die krabbelnden und fliegenden Gäste das Angebot annehmen!

So kannst du ein Insektenhotel einfach selber bauen.

9 Wildes Eck einrichten

Insektensterben Wildes Eck

(c) pixabay

Insekten mögen es wild. Sie lieben Totholz und verwilderte Blütensträucher, die ihnen Nahrung, Platz für die Brut und Unterschlupf bieten. Schenke ihnen einen Ort im Garten, wo die Natur freien Lauf bekommt!

10 Der Garten blüht auf

Insektensterben Bluehwiese

(c) Blühendes Österreich / Alex Papis

Englischer Rasen, Kies- oder Steinflächen? Solche „Geistergärten“ heißen niemanden willkommen. Deshalb lass deine Blumenwiese aufblühen, indem du heimische und wilde (bio-) Blumensamen an einer sonnigen Stelle säst. Eine Blumenwiese muss auch nur zwei Mal im Jahr gemäht werden und ist somit mit weniger Arbeit verbunden. Neben dem süßen Duft der Blumen kannst du auch mit heimischen Kräutern Schmetterlinge, Bienen und Co. anlocken.

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