Die Eberesche (Vogelbeere) als VerVielfalter #3

Eberesche

(c) pixabay.com / Eberesche

Der Eberesche eilt ein negativer Ruf voraus, dass ihre Früchte giftig sind. Ein enormer Vorteil für die Tierwelt und all jene Botaniker, die es besser wissen. Die geschmackvolle Beere lockt unzählige Tiere und Insekten zu einem Festmahl an und lädt tüchtige Pflanzenenthusiasten ein, die saftige Beere zu Gelee, Marmelade oder Schnaps zu verarbeiten. Durchleuchten wir den geheimnisvollen Baum, der eine bunte Vielfalt im Garten ermöglicht, genau.

Das Gerangel um die Beere

Nicht ohne Grund trägt die Eberesche den Beinamen Vogelbeere. Amsel, Drossel, Fink und Star sind ganz gierig auf die fruchtige Ernte. Sobald die korallenroten Beeren im Spätsommer reif sind, können emsige Vögel an einem einzigen Tag den ganzen Baum abpicken. Will der Gartenbesitzer auch etwas von der saftigen Frucht abbekommen, muss er sich sputen. Doch sollte der Gärtner zumindest einen Frosttag abwarten, damit die Vitamin C reiche Frucht ihr volles Aroma entfalten kann.

Ein Leckerbissen für die ganze Vogelschar

Jedem Vogelnarr empfiehlt sich eine Eberesche aufzusuchen, da sie mit ihren saftig roten Früchten ganze Vogelscharen anzieht. Rund 60 Vogelarten fühlen sich auf dem Vogelbeerbaum „vogel“wohl und besuchen stetig die ergiebige Futterquelle. Speziell im Herbst und Winter sind die Früchte eine leckere Mahlzeit für

  • Amsel,
  • Singdrossel,
  • Misteldrossel,
  • Rotkehlchen,
  • Star,
  • Kleiber,
  • Gimpel,
  • Seidenschwänzchen,
  • Rotdrossel, 
  • Mönchsgrasmücke

Dabei ist die Eberesche der Nutznießer, denn ohne das fleißige Gefieder könnte sie sich nur schwer weiter fortpflanzen. Die Vögel schnabulieren das Fruchtfleisch mit den Samen und scheiden sie in Folge an einem anderen Ort wieder aus. So sichert sich der Baum den Fortbestand.


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Frühjahrserwachen im Insektenparadies

Doch nicht nur Vögel laben sich an der saftigen Vogelbeere. Bereits im Frühling zieht der sommergrüne Baum mit seinen weißen, schirmförmigen Blütenständen Insekten zur Bestäubung an. Sobald die Natur nach der kargen Winterzeit zum Leben erwacht, ist der Duft der Blüten für die menschliche Nase zwar etwas unangenehm, doch für die nützlichen Insekten und Bienen sehr betörend. Auch die gefräßigen Schmetterlingsraupen laben an den Blättern und richten sich ihre Kinderstube in dem kleinen Baum oder Strauch ein.

Beeren für den Winter einhamstern

Wald- und Wiesenbewohner hoffen innig darauf, dass ihnen die gefiederten Freunde etwas von den Leckerbissen übrig lassen.

  • Haselmaus,
  • Feldmaus,
  • Siebenschläfer

können es gar nicht erwarten, bis sie die ersten Früchte für den Winter einhamstern können. Rot- und Schwarzwild genehmigen sich auch gerne einen Bissen von den Blättern, Knospen und Trieben.


Die Initiative Blühendes Österreich lässt mit dem Naturschutzprogramm FLORA die Inseln der tierischen und pflanzlichen Vielfalt aufblühen. Gemeinsam mit unseren artenreichen Gärten und deren „VerVielfalter“ greifen wir der Natur zusätzlich unter die Arme. 


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