Kreuzspinne

Araneus diadematus

Gruppe: Insekten

So erkennst du die Gartenkreuzspinne:

  • robuste Radnetzspinne, Weibchen bis knapp 2 cm lang, Männchen nur etwa halb so groß
  • auffälliges Kreuz auf der Oberseite des Hinterleibs, das sich bei genauerem Hinsehen aus hellen Flecken zusammensetzt, Grundfärbung oft grau aber sehr variabel, die langen Beine bedornt und meist mit schwarzen Querbinden
  • Netz sehr groß, oft über 50 cm im Durchmesser
gefaehrdete Tierarten Kreuzspinne

(c) Pixabay

Verhalten und Vorkommen

Kreuzspinnen sind eine weit verbreitete Gattung von Radnetzspinnen. In Mitteleuropa gibt es über 10 verschiedene Arten. Die häufigste und bekannteste unter ihnen ist die Gartenkreuzspinne. Am Rande ihres Netzes, oft gut versteckt unter einem Blatt, lauert die Gartenkreuzspinne auf Beute. Diese besteht hauptsächlich aus Insekten, wobei durchaus auch größere Tiere wie Wespen, Schmetterlinge und sogar Hornissen gefangen werden. Über einen langen Signalfaden, der aus der Mitte des Netzes direkt zu ihrem Lauerplatz führt, nimmt die Spinne die Erschütterungen der im Netz zappelnden Insekten wahr. Nun heißt es: Angreifen-einwickeln-zubeißen-aussaugen. Das Gift des Bisses lähmt das Beutetier und besondere Säfte zerstören sein Gewebe. Die nun flüssige Nahrung kann von der Kreuzspinne aufgesaugt werden.

Im Gegensatz zur Wespenspinne, die vor allem in Wiesen lebt, benötigt die Gartenkreuzspinne etwas höher wachsende Pflanzen wie Sträucher und Bäume zum Bau ihres großen Netzes. Zur Not tun es aber auch Zäune oder Fensterrahmen. In der Natur besiedelt sie lichte Wälder und Hecken, am allerliebsten sind ihr aber die immer selteneren Streuobstwiesen.

Gartenkreuzspinnen werden meist 2 Jahre alt. Im Spätsommer machen sich die Männchen auf die Suche nach geschlechtsreifen Weibchen und signalisieren ihr Interesse durch zaghaftes Zupfen am Netz der Angebeteten. Hier muss das Spinnenmännchen auf der Hut sein, denn unwillige Weibchen betrachten die kleineren Männchen gerne als Beute!

Nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen seine Eier in einem Kokon ab, der den Winter überdauert. Erst im folgenden Frühling schlüpfen daraus die zahlreichen Jungspinnen, welche fleißig wachsen. Jeder Entwicklungsschub ist übrigens mit einer Häutung verbunden. Ihren ersten Winter verbringen sie gut geschützt in Verstecken, der zweite Sommer bedeutet schließlich „Erwachsenenleben“, Fortpflanzung und Ende.

Besonderheiten

Frisch geschlüpft bleiben die kleinen Gartenkreuzspinnen eine gewisse Zeit lang zusammen und leben in einem kleinen Pulk. Solch eine Kinderstube zu finden, ist für jeden Naturfreund ein besonderes Vergnügen. Später zerstreuen sie sich doch und vor allem im Spätsommer lassen sie sich, wie viele andere Spinnenarten, an langen Fäden hängend im Wind verdriften. Diese besonderen Spinnfäden gaben dem Altweibersommer seinen Namen!
Für Menschen ist der Biss einer Gartenkreuzspinne kaum schmerzhafter als der einer Gelse. An sensiblen Stellen kann er aber für kleine Schwellungen sorgen und lange jucken.

Unterstützung

Die Gartenkreuzspinne ist noch weit verbreitet und vielerorts häufig. Sie benötigt keine speziellen Schutzmaßnahmen. Der Erhalt von Feldrainen, Hecken und Obstgärten kommt ihr aber sehr zugute – wie so vielen anderen Tieren auch. Hängt es in einer ruhigen Ecke des Gartens, sollte man das schöne Netz einer Kreuzspinne nicht zerstören. Möglicherweise hat man beim Grillfest dann die eine oder andere Fliege weniger im Glas.

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