Neuntöter

Lanius collurio

Gruppe: Vögel

So erkennst du den Neuntöter:

  • gut finkengroßer Singvogel (16-18 cm)
  • Gefieder oben kräftig rostbraun, unten cremefarben, Männchen mit blaugrauem Kopf und auffälliger schwarzer Augenmaske, Weibchen unauffälliger braun gefärbt
  • Kräftiger spitzer Schnabel mit einem leichten Haken, der an einen Greifvögel erinnert
  • bei Aufregung wird der Schwanz auffallend gedreht
Das Männchen des Neuntöters trägt eine auffällige schwarze "Augenmaske".

Das Männchen des Neuntöters trägt eine auffällige schwarze „Augenmaske“.

Verhalten und Vorkommen

Der Name Neuntöter geht auf einen alten Aberglauben zurück, wonach er täglich neun Vögel erbeutet. Ein Fünkchen Wahrheit ist darin aber dennoch zu erkennen, denn als geschickter Jäger erlegt er durchaus auch größere Beutetiere.
Der Neuntöter ist in Österreich in allen Bundesländern beheimatet. Die auffällig gefärbten Männchen sind meist leicht zu entdecken, wenn sie auf einer Strauchspitze sitzen, um nach vorbeifliegenden Insekten Ausschau zu halten. Die Weibchen hingegen sind mit ihrer Braunfärbung besser getarnt, um während des Brütens nicht entdeckt zu werden.

Besonderheiten

Der Neuntöter wurde früher auch „Dorndreher“ genannt, da er auf Dornsträuchern Nahrungsdepots anlegt, indem er zum Beispiel Hummeln und Käfer oder selbst kleine Mäuse auf Dornen aufspießt und so für schlechtere Zeiten vorsorgt.

Gefährdung

Der bisher noch recht stabile Bestand des Neuntöters ist österreichweit rückläufig, da die vielerorts intensive Landbewirtschaftung zu einem Rückgang von Sträuchern und Hecken führte und damit sich das wichtige Insektenangebot verminderte. Ein Aussterben würde den Verlust an Artenvielfalt weiter vorantreiben und damit die Pufferfähigkeit und Gesundheit des Ökosystems weiter vermindern – beispielsweise was eine Massenvermehrung von Insekten betrifft.

Unterstützung

Um den Neuntöter in Österreich langfristig zu erhalten, sind abwechslungsreiche, halboffene Landschaften notwendig, die dem Neuntöter einen sicheren Brutplatz und nahrungsreiche Lebensräume bieten. Dies wollen wir zum Beispiel in der Apfelregion Südoststeiermark sowie im Waldviertel erreichen, indem wir dort Hecken, Gebüsche und reich blühende Wiesen fördern.

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