Trockenrasen und Magerwiesen sind nicht nur für Insekten und Blumen, sondern auch für Pilze ein wahres Raritätenparadies. Gerne im Gras versteckt und nicht immer leicht zu entdecken sind viele dieser kleinen Pilze so farbenfroh wie Schmetterlinge.

Mit den Pilzen verbinden wir meistens Wälder als ihren primären Lebensraum. Tatsächlich ist die Artenvielfalt von Pilzen in naturnahen Wäldern unübertroffen. Doch auch naturnahe Wiesenflächen wie Trockenrasen, Halbtrockenrasen und Magerwiesen sind Lebensraum zahlreicher und oft auch seltener Pilzarten. 

Von den 1300 gefährdeten Großpilzen in Österreich sind 200 Pilzarten an Lebensräume in Wiesenlandschaften gebunden.  Dieser Wert wird nur von den Mooren und Feuchtlebensräumen übertroffen (230 Arten). Viele der Wiesenpilze sind Spezialisten, sie kommen nur in diesen besonderen für die Biodiversität so bedeutsamen Lebensräumen vor.

Einige der Wiesenpilzarten können auch als „Zeigerpilze“ für ökologisch wertvolle Wiesenflächen angesehen werden. Ähnlich wie viele der heimischen Orchideen zeigen uns die Vorkommen bestimmter Wiesen-Pilzarten die Naturnähe und ökologische Wertigkeit von Wiesenflächen auf.

Die in Trockenrasen und naturnahen Magerwiesen lebenden Pilzarten sind vielfach in folgenden Pilzgattungen beheimatet:

  • Saftlinge (Hygrocybe)
  • Rötlinge (Entoloma)
  • Wiesenkorallen (Ramariopsis)
  • Wiesenkeulen (Clavulinopis)
  • Erdzungenverwandte (Geoglossum
Saftlingswiese

Bunte Pilze, erstaunliche Wechselwirkungen

Die eher kleinen Pilzarten der Saftlinge fallen durch ihre bunten Farben auf und erwecken dadurch unsere Faszination. Saftlinge sind recht zerbrechliche Lamellenpilze mit weißem Sporenpulver, ihre Fruchtkörper wirken oft glasig und schmierig. Von Gelb über Orange bis Rot und Rosa bis hin zu neongrünen Komponenten reicht das bunte Farbspektrum. Verschiedene chemische Inhaltsstoffe in den Pilzen tragen zur Farbenvielfalt dieser als nicht essbar geltenden Pilze bei.

Wiesen mit einer besonders reichen Artenvielfalt werden von Mykologen gerne als Saftlingswiesen bezeichnet. Sie sind auch ein beliebtes Eldorado für Pilzfotografen.

Weitere als Naturnähezeiger anzusehende Pilzgattungen mit weniger auffallenden Farben sind die Samtritterlinge (Dermoloma) sowie die Ellerlinge (Cuphophyllus). Daneben sind natürlich auch weitere Pilzgattungen wie Boviste (Bovista), diverse Champignons (Agaricus) und Samthäubchen (Conocybe) auf naturnahen Wiesenflächen verbreitet.

Je nach Wiesentyp (trocken/nass), Bodenverhältnissen (basisch/sauer) und klimatischen Gegebenheiten zeigt sich eine typische Vergesellschaftung der Wiesenpilze. Tendenziell sind Wiesen auf Kalkuntergrund etwas artenreicher als Wiesen auf saurem Gesteinsuntergrund. 

Die meisten der Wiesenpilze leben saprobiontisch, d.h. sie ernähren sich von Pflanzenresten. Saprobiontisch lebende Pilze spielen im Stoffkreislauf der Natur eine zentrale Rolle und sind für die Bodengesundheit von enormer Bedeutung.

Auch die Bildung von Mykorrhizen, also symbiontischen Beziehungen zwischen Pflanzen-Feinwurzeln und Pilzgeflechten (Myzelien) wurde beobachtet. Weiters gibt es Hinweise, dass manche der Pilzarten parasitisch an Pflanzenwurzeln leben.

Insgesamt sind die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Wiesenpilzen und den einzelnen Gräsern und Pflanzenarten im Detail aber noch wenig erforscht – eine erstaunliche Tatsache im Zeitalter technologischen Fortschritts und digitaler Medien.

Gesunde Wiesen für eine reiche Artenvielfalt

Im Laufe der Evolution haben sich vielfältige und komplexe Wechselwirkungen zwischen Pilzen, Pflanzen und weiteren Organismen etabliert. Diese tragen zur ökologischen Stabilität der Lebensräume bei und wurden durch menschliche Eingriffe wie Überdüngung und Einsatz von Pestiziden massiv gestört. 

Die meisten Wiesenflächen unterhalb der alpinen Zone sind Kulturlandschaften, d.h. sie waren ursprünglich von Wald bedeckt und sind erst durch menschliche Bewirtschaftung und Beweidung entstanden. Viele der noch vor einigen Jahrzehnten recht verbreiteten nährstoffarmen Trockenrasen und Magerwiesen sind durch Nutzungsaufgabe (Zuwachsen durch Verbuschung und Aufforstung) und Nutzungsintensivierung (Düngung und Umwandlung in artenarme Fettwiesen) verloren gegangen.

Umso wichtiger sind die auch von Blühendes Österreich unterstützten Maßnahmen, die zur Erhaltung von Trockenrasen und Magerwiesen getroffen werden. 

Das Wissen über die lokalen Vorkommen seltener Wiesenpilzarten ist im Vergleich zu Pflanzen- und Tierarten deutlich geringer und bedarf einer laufenden Aktualisierung. Die Beobachtungen lokal tätiger Citizen-Scientists und Hobby-Mykologen sind ein wichtiger Beitrag, den Wissensstand weiter zu verbessern. 

Alle Maßnahmen des Wiesenbiotop-Schutzes tragen auch zum Schutz der gefährdeten seltenen Wiesenpilze bei. Für die Pilzforschung wäre es wichtig im Zuge des Arten-Monitorings auch die Wiesenpilze vollinhaltlich zu integrieren.

Möchtest du die bunten Wiesenpilze zu Gesicht bekommen? Dann ist die Zeit des Spätsommers und Herbsts am erfolgversprechendsten. Besonders einige Zeit nach der Mahd, wenn das frische Gras nach Regenfällen wieder nachwächst, zeigen sich die Pilze von ihrer schönsten Seite.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit von Irmgard Krisai-Greilhuber mit Christian Apschner. 

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Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

14. Aug. |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Infohütte, Erlebniszentrum Weidendom

Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

Am Veranstaltungsort befindet sich ein rollstuhlgerechtes WC.

Kosten für Forschungsprogramme (11:00, 14:00 und 16:00 Uhr):

Erwachsene: € 7,00
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: € 5,00
Familienkarte (max. 4 Personen): € 12,00

Sondertermine sowie spezielle Programme für (Bus-)Gruppen und Schulen werden im Infobüro Admont organisiert. Unsere Gruppenangebote finden Sie hier.

Wir sind Partner der Steiermark-Card, Bonuspartner der Schladming-Dachstein Card und ZWEI UND MEHR Vorteilsbetrieb.

Forschungsprogramm 1: Die Reise in den Mikrokosmos "Wasser" 

Tauchen Sie in die spanndende Welt der Wasserlebewesen ein. Eine selbst genommene Wasserprobe kann beim Mikroskopieren "unter die Lupe" genommen werden. Dabei entdeckt man Kleinstlebewesen, die man in dieser Größe noch nie gesehen hat.

 Forschungsprogramm 2: Wildnis erforschen im Auwald

Gehen Sie auf die Suche nach Wildnis in der Aulandschaft um den Weidendom und erfahren, welche Bäume gerne nasse Füße haben und welche seltene Vogelart ganz in der Nähe brütet.

Forschungsprogramm3: Abenteuer Wilde Wiese 

Ein:e Nationalpark Ranger:in zeigt Ihnen wie Sie in einer wilden Wiese auf Entdeckungsreise gehen können und neben schillernden Käfern und Bienen auf Nektarsuche auch Russischen Bären oder eine rotflügelige Schnarrschrecke aufspüren.


Die Gruppe entscheidet, welches der drei Programme stattfindet.

Erwachsene, Jugendliche
Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und Jugendliche

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
Ja, denn wir finden, unser Nationalpark Gesäuse ist bei jedem Wetter ein Erlebnis!

Darf ich meinen vierbeinigen Freund mitbringen?
Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.


 

  • Öffnungszeiten: (der Weidendom ist ganzjährig frei betretbar, betreutes Besucherprogramm zu folgenden Zeiten)

    01.05.2026 - 30.06.2026: Samstag, Sonntag, Feiertage, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
    01.07.2026 - 13.09.2026 : täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
    14.09.2026 - 30.09.2026: Samstag, Sonntag, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Die Forschungsprogramme finden während der Öffnungszeiten immer um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt.

Sondertermine außerhalb der Öffnungszeiten, sowie spezielle Programme für Gruppen, Busgruppen und Schulen werden im Informationsbüro in Admont organisiert, Tel. +43(0)3613/21160-20, info@nationalpark-gesaeuse.at

Unter fachkundiger Anleitung tauchen kleine und große Besucher:innen in die wilde Seite des Nationalparks ein.

Drei unterschiedliche Programme ermöglichen Besucher:innen einen spannenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks zu bekommen: „Die Reise in den Mikrokosmos Wasser“, „Abenteuer Wilde Wiese“ oder „Wildnis erforschen im Auwald“.

Keine Anmeldung erforderlich

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Österreichische Bundesbahn: www.oebb.at
BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Bachbrücke/Weidendom (RegioBus 912)
  • Johnsbach im Nationalpark Bahnhof (ÖBB)
Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom
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