„Dumme hasten. Kluge warten. Weise gehen in den Garten.“ - Rabindranath Tagore

Gartenmenschen, vereinigt euch

Die Mehrheit der heimischen Schmetterlinge gilt als gefährdet, die Bestände nehmen jährlich teils erschreckend ab, doch das Schlechteste, das man tun kann, ist diese Entwicklung lediglich zu bejammern. Das Beste hingegen wäre, heute noch die Ärmel aufzukrempeln und aktiv zu werden. Wir alle sind dafür verantwortlich, und wir alle können sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Sie, du, ich.

Schmetterlinge brauchen Lebensräume, in denen sie sich erst als Raupen sattfressen, verpuppen und als Schmetterlinge an Nektarpflanzen saugen können. Viele von ihnen sind Spezialisten, die auf bestimmte heimische Nahrungspflanzen angewiesen sind. Je mehr Gärten ihnen diese in vielfältigen Kleinbiotopen gönnen, je dichter das Netz aus privaten Schmetterlingsparadiesen geknüpft ist, desto eher werden Falter und Schwärmer wieder vermehrt von Garten zu Garten gaukeln.

Der Beginn einer kleinen Revolution

Von der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet hat in den vergangenen Jahren ohnehin eine stille Revolution in den heimischen Gärten stattgefunden: Alte Gartentechniken wurden wieder hervorgekramt und mit neuesten Erkenntnissen der Ökologie verschmolzen. Plötzlich ist es wieder schick, Blattlausinvasionen nicht mit Gift, sondern mit selbst angesetzten Brennnesseljauchen zu bekämpfen. Komposthäufen schossen aus dem Gartenboden, und die gärtnerisch verbündete Nachbarschaft begann sich über die Gartenzäune hinweg über die Qualitäten der selbst gezogenen Tomaten auszutauschen. Es bereitet große Befriedigung, sich damit aktiv zu beschäftigen, und Österreich ist reich an solchen Leuten, zu denen BiobäuerInnen, GartenbauexpertInnen, BiologInnen, ÖkologInnen und eben diese eingeschworene Hobbygärtnerschaft gleichermaßen zählen.

Weg mit dem Gift

Pflanzenschutz wird heute völlig anders verstanden als noch vor ein paar Jahren, als die PrivatgärtnerInnen einen bedeutenden Anteil am Verspritzen von Pestiziden und anderen Giften zu verantworten hatten. Dazu haben auch Änderungen der gesetzlichen Grundlagen beigetragen, was aber nicht bedeutet, dass die Pestizid- und Herbizid-Thematik nicht noch weiter verbessert werden könnte. Nie sollst du Gift spritzen, kann die Devise nur lauten, und in eher wilden, vielfältigen Gärten gibt es ohnehin genug Nützlinge, die für ein gesundes Gleichgewicht sorgen.

Der Garten als Wohnzimmer der Schmetterlinge

Erfreulicherweise liegt es auch im Trend, den Garten nicht als Privatbesitz des Menschen allein zu erachten: Er ist der Lebensraum für eine Flora und Fauna, deren Kostbarkeit zusehends erkannt wird. Wer seinen Garten als Kommunikationszone zwischen Mensch und Kreatur versteht, fährt bald reiche Ernte in Form wiederauftauchender Schmetterlinge, Wildbienen, Igeln und anderem erfreulichem Getier ein.

-------------------------------------------------------------

Sommerzeit ist Schmetterlings-Zählzeit! 
Hol' dir die kostenlose Schmetterlingsapp und zähl' im Juli – für Forschungszwecke – die Falter in deinem Garten!

www.schmetterlingsapp.at

----------------------------------------------------------------

Image
Schmetterling

Schmetterlingshilfe ist ganz einfach

Nicht nur die Gartenmenschen draußen auf dem Land, sondern auch viele Balkon- und Stadtgärtner bemühen sich mittlerweile darum, Pflanzen zu kultivieren, die Schmetterlingen & Co als Nahrung dienen. Doch es braucht unbedingt und dringend noch mehr von ihnen. Eine Schmetterlingsoase allein ist vorbildlich, doch sie macht noch keinen Schmetterlingssommer. Es liegt an jedem einzelnen von uns, den gefährdeten Tieren ihre Lebensräume wieder zurückzugeben. Wer mit tun will, sich aber noch nicht so gut auskennt, muss lediglich ein paar Grundsätze beachten.

  • Setze vorzugsweise heimische Blütenstauden und Obstbäume.
  • Schneide deine Thujenhecke um und ersetze sie durch blühende Sträucher.
  • Ein paar Quadratmeter Blumenwiese am besten stehenlassen.
  • Nur nicht den Garten im Herbst leer räumen - viele Insekten überwintern in den trockenen Pflanzenteilen, wie etwa Schmetterlingspuppen.
  • Keine Pestizide verwenden, es gibt jede Menge ungiftige Alternativen.
  • Gönne den Insekten ein paar wilde Zonen in deinem Garten.
  • Vermeide zu viel und vor allem nach oben strahlende Beleuchtung im Garten.
  • Denke daran, dass der Schmetterling als Raupe auf die Welt kommt und setze auch Raupenfutterpflanzen.

Autorin: Ute Woltron

Amtsschimmel oder wilder Hengst?

Wilder Hengst! Dann bist du auf Österreichs größter Plattform für Naturerlebnisse genau richtig.

Jetzt registrieren

Verwandte Lexikon Artikel

Hainschwebfliege beim Blütenbesuch

Hainschwebfliege

Insekten
Wie du diese Schwebfliegen-Art einfach von ihren etwa 900 Verwandten unterscheidest und was sie so nützlich macht, erfährst du hier...
Hainschwebfliege
Schwarzfleckiger Grashüpfer

Schwarzfleckiger Grashüpfer

Insekten
Heiß und trocken liebt es diese Heuschrecke, warum sie in Österreich gefährdet ist, erfährst du hier.
Schwarzfleckiger Grashüpfer
Rotleibiger Grashüpfer

Rotleibiger Grashüpfer

Insekten
Wusstest du, dass diese Wiesenheuschrecke bis in den hohen Norden Europas hüpft? Das und noch vieles mehr, kannst du in unserem Steckbrief nachlesen!
Rotleibiger Grashüpfer

Verwandte Naturerlebnisse

no reuse Buch dir deinen Guide Ranger

Buch dir deinen Guide

11. Aug. Ab 22:00 |
Steiermark
Icon Pin_brown

Hauptstraße 35
Admont 8911
Österreich

Admont, 8911

Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Nationalpark Ranger/innenZu den schönsten Plätzen des Nationalparks Gesäuse – individuell und persönlich betreut durch unsere Nationalpark Ranger/innen. Ihr/e Nationalpark Ranger/in kennt nicht nur unglaublich viele Tiere und Pflanzen, sondern auch viele Geschichten: vom Leben der Natur, über Almwirtschaft und Erzabbau bis hin zur Sagenweltdes Gesäuses.

Berg- und Wanderführer/innen
Sich auf schwierige Wanderwege und Felsschluchten ins Hochgebirge wagen oder im Winter eine atemberaubende Skitour ohne Sorge um Orientierung bestreiten. Die Berg- und Wanderführer/innen garantieren nicht nur ein Höchstmaß an Sicherheit und Professionalität, sie kennen auch unzählige Besonderheiten und Geheimnisse: Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem sagenumwobenen Peternpfad?

Termin: nach Vereinbarung

Nationalpark Ranger/in:
Pauschalbetrag € 255,- / ganztags $Pauschalbetrag € 170,- / halbtags

Bergführer:
ab € 360,- / Tag, je nach Anforderung

Bergwanderführer/in:
ab € 230,- / Tag, je nach Anforderung

Buch dir deinen Guide
Der Fährte folgen
Nationalpark Ranger Team

Rent a Ranger

11. Aug. Ab 22:00 |
Kärnten
Icon Pin_brown

Döllach 14
Großkirchheim 9843
Österreich

Großkirchheim, 9843

Veranstalter: Nationalpark Hohe Tauern

Durch ihre Begeisterungsfähigkeit, ihre Authentizität sowie ihr umfassendes, naturkundliches Wissen und Verständnis gelingt es den Nationalpark Rangern die Besucher/-innen des Nationalparks für die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft der Hohen Tauern zu begeistern. Lernen Sie den Nationalpark ganz persönlich kennen! Für spezielle Wanderungen im kleinen Kreis haben Sie die Möglichkeit, Nationalpark Ranger für sich zu buchen.

Kosten:
Ganztagestour:  210.-
Halbtagestour: 125.-

Teilnehmer: wegen Corona max. 9 Personen

Buchung: unter Tel. +43(0)4825-6161 oder nationalpark@ktn.gv.at

Für alle Wanderungen wird stabiles Schuhwerk, warme, wetterfeste Kleidung sowie ein Rucksack mit Getränk und Jause empfohlen.

Bei schlechten Witterungsbedingungen behält sich die Nationalparkverwaltung vor, Exkursionen aus Sicherheitsgründen abzusagen.

Die Teilnahme an den Programmen erfolgt auf eigene Gefahr. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung!

Rent a Ranger
Der Fährte folgen
Sonnenaufgang

Sonnenaufgangswanderung am Falkert

12. Aug. Ab 02:30 |
Kärnten
Icon Pin_brown

Falkertsee 74
Reichenau 9564
Österreich

Reichenau, 9564

Veranstalter: Biosphärenpark Nockberge

Es geht früh mit dem Biosphärenpark-Ranger vom Falkertsee hinauf auf den Falkertgipfel, bevor die ersten Sonnenstrahlen alles rot färben. Nach dem Abstieg durchs Sonntagstal endet die Tour am Falkertsee, wo ein regionales Sennerfrühstück wartet.

Sonnenaufgangswanderung am Falkert
Der Fährte folgen