Ausgangsbeschränkung oder Quarantäne? Der perfekte Zeitpunkt, deine Grünflächen frühlingsfit zu machen. Welche Blumen als Insektennahrung taugen, warum es besser ist, manchmal "nichts" zu tun und weitere Tipps für einen Naturgarten findest du hier!

Das Konzert nächste Woche ist abgesagt, die Geschäfte bleiben geschlossen und für viele gilt eine Ausgangsbeschränkung. Für alle mit Garten oder Balkon, kann diese Zeit trotz allem sinnvoll genutzt werden. Denn die Natur hat von der Pandemie wenig mitbekommen, die ersten Knospen sprießen bereits, einige Insekten flattern schon durch den Garten. „Ein Naturgarten hat Elemente, die Artenvielfalt fördert und unterstützt“, sagt Stefan Streicher der Bewegung Natur im Garten. Jedes "Fleckerl", das ökologisch gestaltet wird, sei wichtig. Wie Du einen Naturgarten anlegen und heimischer Flora und Fauna so auf sinnvolle Weise unter die Arme greifen kannst, erklären wir hier:

 

1Die Grundlagen

Alle Gärten sind verschieden. Manche haben nur ein paar Quadratmeter auf dem Balkon geschaffen, andere haben Schwierigkeiten das Ende hinter den Obstbäumen am Horizont zu erkennen. Doch wenn es um ökologisch wertvolle Flächen geht, kommt es nicht auf die Größe an. Diese drei Grundlagen gelten für alle:

  • Verwende keine chemisch-synthetischen Pestizide
  • Auch keine chemisch-synthetischen Dünger
  • Und schau darauf, dass die Produkte, die du kaufst, keinen Torf enthalten. Denn um ihn abzubauen, werden Moore – also wertvolle Naturflächen – meist großflächig abgebaut.

2Walk on the wild side

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Brennnessel

Manchmal ist weniger auch mehr. In diesem Fall heißt das, ein Eck des Gartens auch mal verwildern zu lassen. Brennnessel, die sich schnell verbreiten, sind perfekte Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen.

Schnittgut, Laub und Steinritzen bieten Unterschlupf für Laufkäfer, Spinnen oder auch Igel. Und ein Komposthaufen oder Totholz eignet sich zum Beispiel als Versteck und Überwinterungsquartier für Amphibien und Reptilien, aber auch als Wohnplatz für Spechte und deren Nachmieter – Meisen, Steinkauz oder Fledermäuse.

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P.S.: Willst du solidarisch weiterhin zuhause bleiben und trotzdem mehr zum Thema Naturgarten lernen? Auch via PC, Laptop, iPad oder Smartphone kannst du in den Webinars von Natur im Garten viel über Vorzucht, Frucht- und Wurzelgemüse lernen. Anmelden kann du dich zum Beispiel hier:

Natur im Garten: Webinar - Gemüsevorzucht II - Frucht- und Wurzelgemüse

3Die richtige Blumenwahl

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Dirndl-Strauch

Die Gartenabteilung im Webshop des Baumarkts spricht unsere Sinne mit ihren vielen, bunten Farben an. Doch vielen sei nicht bewusst, dass manche Pflanzen zwar schön blühen, jedoch keinen ökologischen Wert haben, so Streicher.

Forsythien, die gerade gelb zu blühen beginnen, sind zum Beispiel steril und bieten somit keine Pollen. Auch exotische Blumen wie die Fackellilie mögen zwar ästhetisch ansprechend sein, doch ist der Rüssel vieler Schmetterlinge zu kurz, um in die Blüten zu kommen.

Ganz anders ist das etwa in einem Schmetterlingsgarten voll an Lavendel oder Schlehe, statt Zuchtrose und Bambus. Als Nahrungsquelle für viele Insekten empfiehlt Streicher auch Kornelkirsche (gelb blühend im Bild), Dirndlstrauch, und Weiden.

4Biotope und Nützlingsunterkünfte

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Nisthilfe, Wildbienen

Sehr trockene und sehr feuchte Standorte sind ganz besondere Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Eine Trockensteinmauer lockt Eidechsen, aber auch Wildbienen an. Schwimmteiche und Tümpel bieten Platz für Libellen, Molche, Wasserkäfer oder Frösche.

Wer dafür keinen Platz hat oder noch mehr für die Tierwelt leisten will, kann auch eine artgerechte Nisthilfe bauen.

5Umweltfreundliche Materialwahl

Neben dem Torf-Verzicht kann man auch der heimischen Natur etwas Gutes tun und Wälder oder andere Lebensräume schützen: Lärche, Eiche oder Robinie (die zwar ursprünglich aus Nordamerika stammt, jedoch sehr verbreitet ist) eignen sich für Zäune oder Wege.

Ziegel oder Natursteine können benützt werden, um Natursteinmauern zu bauen. Wichtig ist es auch, den Boden nicht mit einer wasserdurchlässigen Schicht wie Beton zu versiegeln. Das zerstört Lebensräume und sorgt dafür, dass weniger Niederschlag und somit weniger Nährstoffe in den Boden gelangen – was wiederum weniger Leben und weniger Artenvielfalt bedeutet und jahrtausendealte Kreisläufe und Interaktionen durcheinander bringt.

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