Blüten allein reichen nicht aus, damit Schmetterlinge überleben.
Entscheidend ist, ob sie in jeder Phase ihres Lebens die passenden
Bedingungen vorfinden. Nur wenn Raupenfutterpflanzen, Rückzugsorte
und Nektarquellen vorhanden sind, gelingt der Weg vom Ei bis zum Falter.

Eine Wiese voller Blüten gilt als Inbegriff von Insektenvielfalt. Sie summt, sie leuchtet in bunten Farben, sie wirkt lebendig. Doch für Schmetterlinge ist sie allein nicht ausreichend. Eine Fläche kann noch so reich blühen, fehlen in der Umgebung Futterpflanzen für die Raupen, geeignete Orte für die Verpuppung oder geschützte Rückzugsräume, bleibt das Blütenmeer schmetterlingsleer. Schmetterlinge sind keine reinen Blütenbesucher. Sie sind Teil eines komplexen Lebenszyklus, der unterschiedliche Ansprüche stellt und verschiedene Elemente der Landschaft miteinander verknüpft. Wer verstehen will, warum manche Arten verschwinden, muss diesen gesamten Zusammenhang betrachten und wer etwas für Schmetterlinge tun will, muss alle Lebensphasen des Schmetterlings beachten.

Metamorphose: ein Leben in vier Phasen

Schmetterlinge durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien und jedes davon ist an eigene Bedingungen geknüpft. Was etwa für den Falter Nahrung ist, ist für die Raupe nutzlos. Am Anfang des Lebenszyklus steht das Ei. Viele Schmetterlingsarten legen ihre Eier direkt auf die Futterpflanze der Raupe oder in deren unmittelbare Nähe. Viele Arten sind dabei auf nur wenige Pflanzen spezialisiert. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs suchen etwa gezielt Brennnesseln auf, der Schwalbenschwanz hingegen Doldenblütler wie Wilde Möhre, Giersch und Wiesen-Kümmel.

Kaum geschlüpft beginnt für die Raupe eine Phase intensiven Wachstums. Was folgt, ist ein Wettlauf: In kurzer Zeit muss sie ihr Körpergewicht um ein Vielfaches steigern, bei manchen Arten sogar um ein Tausendfaches. Deshalb frisst sie fast ununterbrochen. Oft nimmt sie zunächst die Eierschale auf und gewinnt so erste Nährstoffe, bevor sie direkt auf ihre Futterpflanze wechselt. In dieser kurzen Phase muss sie nicht nur wachsen und mehrere Häutungen durchlaufen, sondern auch die Energiereserven für Verpuppung und Falterleben anlegen, denn viele Arten nehmen als erwachsene Tiere kaum noch Nahrung auf. Gleichzeitig lebt die Raupe in einer Umgebung voller Risiken. Fressfeinde, Witterung und Eingriffe wie Mahd setzen ihr zu. Wie schnell sie wächst, entscheidet daher unmittelbar über ihre Überlebenschancen.

Vom Wachstum zur Verwandlung

Auf das letzte Raupenstadium folgt die Verpuppung. Die Raupe zieht sich in einen geschützten Bereich zurück. Diese Phase ist für Schmetterlinge besonders heikel, da die Tiere ihren Standort nicht wechseln können und damit wehrlos sind. Als Puppe stellt die Raupe die Nahrungsaufnahme ein und durchläuft eine tiefgreifende Umwandlung: Aus ihr entsteht der spätere Falter mit Flügeln, Fühlern und neuer Körperform.

Bei der Puppe gibt es je nach Art unterschiedliche Strategien. Manche Schmetterlinge bilden eine Gürtelpuppe, die mit einem feinen Gespinst an einem Stängel oder Zweig befestigt ist. Andere verpuppen sich verborgen in der Streuschicht oder im Boden. Wieder andere nutzen geschützte Spalten als Puppenplatz. Diese Vielfalt zeigt, wie wichtig strukturreiche Lebensräume für Schmetterlinge sind. Ei und Raupe können sich erfolgreich entwickeln, doch wird die Puppe gestört oder „weggeräumt“, war deren Entwicklung umsonst. 

Blütenvielfalt über die ganze Saison

Erst als Falter nutzen Schmetterlinge Blüten als Nahrungsquelle. Nektar liefert die Energie für Flug, Partnersuche und Fortpflanzung. Doch auch hier gilt: Nicht jede Blüte ist für jede Art geeignet. Form, Tiefe und Zugänglichkeit der Blüten bestimmen, welche Schmetterlinge sie nutzen können. Entscheidend ist außerdem, dass über einen möglichst langen Zeitraum Nektar zur Verfügung steht. Deshalb ist die Blütenvielfalt so wichtig. Unterschiedliche Pflanzen blühen zu verschiedenen Zeiten und sichern so vom Frühjahr bis in den Herbst ein fortlaufendes Nahrungsangebot. Zu den wichtigen Nektarpflanzen zählen Wiesensalbei, Flockenblume, Knautie, Wilde Karde und verschiedene Distelarten. Sie bieten über längere Zeiträume hinweg Nahrung und sind für viele Arten gut erreichbar.

Säume, Hecken, Übergänge

Neben den richtigen Pflanzen brauchen Schmetterlinge auch die passende Landschaftsstruktur. Erst das Zusammenspiel aus offenen und geschützten Bereichen macht aus einer Fläche einen wirklichen Lebensraum. Altgrasstreifen und ungemähte Säume entlang von Wegen oder Feldern sind besonders wertvoll. Sie wirken wie kleine Ruheinseln im intensiv genutzten Umfeld. Sie bleiben nach der Mahd stehen und ermöglichen es Insekten, Störungen zu überstehen oder sich in der Vegetation zu verbergen. Für viele Arten dienen solche Randstreifen als Ort für die Eiablage, als Entwicklungsraum für die Raupen oder als geschützter Übergang zwischen Nutzung und Rückzug. Hecken erfüllen eine ähnliche Funktion, allerdings auf andere Weise: Sie bremsen den Wind, schaffen ein ausgeglicheneres Mikroklima und geben der Landschaft eine klare Struktur, an der sich Schmetterlinge orientieren können. Gleichzeitig verbinden sie einzelne Lebensräume miteinander und erleichtern es den Tieren, von einer geeigneten Fläche zur nächsten zu gelangen. Gerade an Übergängen, zwischen Wiese und Weg, Feld und Hecke, Nutzung und Nichtnutzung, entsteht jene feine Strukturvielfalt, die Schmetterlinge in ihren unterschiedlichen Lebensphasen brauchen. Ohne dieses Zusammenspiel bleibt ihre Metamorphose unvollständig und aus Ei, Raupe oder Puppe wird kein Falter. 

„Das Wunderbarste ist die Entwicklung des Falters vom Ei bis zum fertigen Schmetterling“, schreibt Andreas Pospisil auf seiner Website www.schmetterlinge.at

Er hat dort die Lebenszyklen verschiedener heimischer Schmetterlingsarten fotografisch wunderschön dokumentiert.

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