Frösche, Kröten, Unken oder Lurche sind oft über Land unterwegs. Dabei sind sie immer auf der Suche nach Feuchtigkeit und dunklen Ecken. Nicht selten fallen sie dabei in Licht- und Lüftungsschächte oder durch Weideroste. Wenn es dann keinen Ausgang oder einen Ausstieg gibt, braucht es unsere Hilfe!
Warum Amphibienschutz wichtig ist
Amphibien sind weltweit die am stärksten bedrohte Wirbeltiergruppe. Auch in Österreich gehen ihre Bestände stark zurück. Fachleute warnen, dass manche Arten innerhalb der nächsten zehn Jahre aussterben könnten, wenn nichts unternommen wird.
Die gute Nachricht: Amphibienschutz ist einfach. Jede Person kann mit kleinen Maßnahmen einen konkreten Beitrag leisten und direkt Tierleben retten.
Wo die Gefahr lauert
Besonders gefährlich sind:
- Licht- und Lüftungsschächte
- Gullys und offene Abflüsse
- Weideroste auf Almen und Weiden
Gibt es keinen Ausgang oder keine Ausstiegsmöglichkeit, werden diese Orte zur tödlichen Falle. Amphibien sind zwar gute Kletterer, finden an glatten Betonwänden jedoch keinen Halt und können sich nicht befreien.
Einfache Lösungen mit großer Wirkung
Offene Schächte sollten idealerweise so gebaut sein, dass sie am Grund einen direkten Ausgang ins Freie haben oder mit einem feinmaschigen Gitter abgedeckt sind.
Ist das nicht möglich, helfen einfache Ausstiegshilfen, die leicht selbst gebaut werden können.
Bewährt haben sich:
- Langlebige Böschungsmatten aus Kunststoff, auch Krallmatten, Geotextilmatten oder Ufermatten genannt
- Kokosmatten als natürliche Alternative. Diese müssen nach etwa 2 bis 3 Jahren erneuert werden
- Schiefe Ebenen aus Holz oder Lochblech
Wichtig ist, dass die Ausstiegshilfe direkt an einer Schachtwand angebracht wird, damit die Tiere sie finden.
Mach mit und rette Amphibien
Mit wenigen Handgriffen kannst du aktiv helfen. Bestelle dein Amphibien-Rettungsset ganz einfach über das Formular oder baue die Ausstiegshilfe selbst mithilfe unserer Anleitung unten!
Einfache und unkomplizierte Ausstiegshilfe für Amphibien
Der steile Weg in die Freiheit
Christina Prechtl aus Neustift in Tirol kennt das Weiderostproblem von Fröschen und Kröten aus eigener Erfahrung. Statt das Problem hinzunehmen, wurde sie erfinderisch. Sie zeigt, wie sich mit einfachen Mitteln wirksame Ausstiegshilfen installieren lassen, ohne dass schwere Weideroste angehoben werden müssen.
„Es braucht vor allem Lösungen, die mindestens einen Winter überdauern. Und Lösungen, bei denen der Weiderost nicht angehoben werden muss“, beschreibt Christina Prechtl die wichtigsten Anforderungen an eine praktikable Maßnahme.
Aus der Winterstarre erwacht, wandern Amphibien zielstrebig zu ihren Laichgewässern, meist nachts und bei Regen. Auf ihrem Weg geraten sie immer wieder in Schächte oder Weideroste. Genau hier setzen einfache Ausstiegshilfen an, die den Tieren einen sicheren Weg zurück ermöglichen.
Bei der Suche nach einer alltagstauglichen Lösung machte Christina eine entscheidende Beobachtung:
„Amphibien können erstaunlich gut klettern. Selbst wenn die Kletterwand horizontal in den Schacht reicht.“
Diese Erkenntnis führte zur Entwicklung einer Ausstiegshilfe aus Geotextilmatten. Sie sind leicht, robust, gut transportierbar und bieten Amphibien ausreichend Halt. Richtig angebracht, liegen sie direkt an der Schachtwand an und funktionieren über mehrere Jahre hinweg mit nur geringem Wartungsaufwand.
Was als lokale Lösung begann, wird heute weitergegeben. Denn Amphibienschutz muss nicht kompliziert sein. Mit wenigen Handgriffen lassen sich gefährliche Fallen entschärfen und Tierleben retten.
Mit einer einfachen Ausstiegshilfe kannst auch du aktiv helfen! Bestelle dein Amphibien-Rettungsset bequem bei uns oder baue die Ausstiegshilfe selbst mithilfe unserer Anleitung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1
Bahn zuschneiden
Miss die Tiefe des Schachts vom oberen Rand bis zum Boden. Rechne zu diesem Maß noch etwa 50 cm dazu. Die Breite sollte mindestens 25 cm betragen. Nach dem Einbau sollte die Bahn nicht straff gespannt sein, aber auch nicht stark durchhängen
Schritt 2
Gewicht anbringen
Wickle an einem Ende der Bahn einen Stein ein und fi xiere ihn mit Kabelbindern, sodass er nicht herausrutschen kann. Die langen Enden der Kabelbinder sorgfältig abschneiden.
Schritt 3
Besen einbauen
Das Netz muss unbedingt bis zur Oberkante des Gitters reichen, damit die Frösche auch die letzten Zentimeter überwinden können. Ist das nicht möglich, wickle bei Weiderosten das Gewebe zum Beispiel um einen grobborstigen Straßenbesen, sodass die Borsten nach oben schauen und das Gewebe auf der anderen Seite in den Schacht geht. Die Amphibien können dann an den Borsten das letzte Stück überwinden.
Schritt 4
Gewebe einbauen
Platziere den Besen am Rand des Schachts mit den Borsten nach oben, sodass die Borsten zumindest die Oberkante des Weiderosts erreichen. Da sie sich bei Befahrung umbiegen, können sie auch darüber hinausschauen. Das Gewebe muss entlang einer Wand nach oben gehen und darf nicht frei hängen. Befestige den Besen mit Kabelbindern und schneide die Enden sorgfältig ab. Bei flachen Gittern kann das Gewebe direkt an den Gitterstäben bündig (!) befestigt werden.
Die Profiteure der Maßnahme