Die Uhr tickt. Wenn nichts passiert, hat es sich bald ausgeflattert. Denn jeder zweite Tagfalter ist vom Aussterben bedroht. Ein Grund ist der Verlust seines natürlichen Lebensraumes, die Intensivierung der Landwirtschaft,  die Versiegelung von Böden, sowie die kargen Gärten – nennen wir sie Geistergärten – in denen kein Schmetterling tanzt, keine Biene summt und kein Vogel singt.

 

Inmitten der Stadt, aber vor allem am Land, in der Nähe von großflächigen Monokulturen - auch "ausgramte Landschaft" oder Agrarwüsten genannt, sind Gärten umso wichtiger. Wir haben die Wahl: wollen wir, dass mit einem Schmetterlingsgarten das bunte Treiben wieder einkehrt? Mit richtigen Wildkräutern, Wildblumen sowie Stauden und Sträuchern für die Artenvielfalt, küssen wir öde Grünflächen wach! Dass dein artenreicher Garten zum Verweilen einlädt, wird sich auch rasch bei Bienen, Hummeln und Käfern herumsprechen. Und nicht nur sie werden auf ihn abfliegen – auch die Vögel kehren mit ihrem Gezwitscher ein.

 

Die Stiftung Blühendes Österreich schützt mit Unterstützung vieler Partnerinnen und Partner Naturflächen und erhält die Artenvielfalt. Zusammen gestalten wir jedoch mehr schmetterlingsfreundliche Gärten und Wiesen. Für die Schmetterlinge, jedoch auch für die Kinder von morgen! Denn alles Leben baut auf Vielfalt. Mit diesen 10 Tipps reanimierst du deinen Garten und ladest die bunten, flatternden Freunde zum (Über-)Leben ein!

1Der gastfreundliche Faulbaum versus Thuje

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Der Faulbaum lockt den Frühlingsbotschafter Zitronenfalter. Zu seinem flatternden Gast ist er besonders spendierfreudig: Zum einen liefert er das saftige Blattgrün für die Raupen, zum anderen bietet er mit seiner langen Blüte bis in den September hinein den süßen Nektar für alle, die einen hungrigen Insektenrüssel tragen. Auch sein Verwandter in der Heckenfamilie Purgier-Kreuzdorn lädt Schmetterlinge und Co. zum Verweilen und "Familiengründen" ein.

 

Gastfreundlich? Das ist die lebensfeindliche Thuje nicht. Sie bietet weder Nektar für Schmetterlinge, Bienen und Co. noch schmackhafte Blätter für die Raupen. Daher fliegt und flattert auf ihre spitzen Nadeln niemand.

2Die Schlehe als “Über”lebensraum versus Bambus

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Wer Schlehen pflanzt, der erntet geballte Vielfalt! Denn es wurden schon über 100 Falterarten an der Schlehe gezählt. Es hat sich unter den beflügelten Freunden wohl herumgesprochen, dass der Schlehdorn bereits im Frühjahr eine verlässliche Nektarquelle ist. Auch die Blätter sind eine reichhaltige Nahrungsquelle und dienen den Raupen des Nierenfleck-Zipfelfalters als Kinderstube. Vor allem für die vom Aussterben bedrohten Arten wie Gebüsch-Grünspanner, Grauher Laubholz-Dickleibspanner oder der stark gefährdete Schwalbenwurz-Kleinspanner bietet die Schlehe den nötigen Lebensraum.

 

Der Schlehdorn lässt somit den exotischen Bambus, der Einzug in Österreichs Garten erhält und keinen Platz für Schmetterlinge bietet, grau aussehen. Blütennektar oder Blattljause? Fehlanzeige!

3Immer ausgebucht: Die Brennnessel versus Ziergräser

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Auf den Brennnesseln tummeln sie sich: Die gefräßigen Raupen des Tagpfauenauges, Distelfalters, Landkärtchens, Admirals und Kleinen Fuchses – um nur einige der 50 Arten zu nennen, die auf Brennnesseln abfliegen. Einst noch als unliebsames Unkraut gejätet, sind sie heute als quirlige Raupenfarm im Schmetterlingsgarten nicht mehr wegzudenken. Auch die Metamorphose zum Schmetterling findet auf ihnen statt und mit ein bisschen Glück kann man Schmetterlingspuppen erspähen.

 

Verzichten kann man allerdings auf Ziergräser. Sie kommen über den Zweck der Zierde nicht hinaus und schaffen keine Lebensgrundlage für Artenvielfalt.

4Sommerflieder versus Goldflieder (gelbe Forsythie)

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Normalerweise geben wir regionalen Exemplaren den Vortritt, aber beim Sommerflieder (Buddleja) aus Fernost machen wir eine Ausnahme: Denn die Schmetterlinge sind ganz wild auf ihn. Vor allem der Kleine Fuchs und das Tagpfauenauge können seinem süßen Nektar nicht widerstehen.

Obwohl die gelbe Forsythie optisch mithalten kann, herrscht bei ihr gähnende Leere. Niemand macht auf dem asiatischen Goldflieder halt, nicht einmal für einen kurzen Flirt. Schließlich bietet die Blüte weder Pollen noch Nektar. Die Schmetterlings- und Bienengemeinde ist sich einig: Er muss draußen bleiben!

5Die giftige Traubenkirsche erbarmt sich - die Palme nicht

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… und zwar exklusiv für die Raupe des Pflaumen-Zipfelfalters. Denn diese kann die Blätter unbeschadet naschen und ist treuer Stammgast auf dem weißblütigen Strauch. Der Falter ist dabei bestens getarnt, um vor gefräßigen Vögeln sicher zu sein. Die Puppe sieht zudem aus wie Vogelkot. Besser tarnen geht nicht.

Komplett vor Fressfeinden ausgeliefert wären die heimischen Schmetterlingsraupen auf der Palme. Die Exotin kann weder Futter noch Schutz bieten und ist deshalb eine Fehlbesetzung im Schmetterlingsgarten!

6Die Sal-Weide (Palmkätzchen) als Raupen-Eldorado versus die Glanzmispel

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Die Sal-Weide erfreut nicht nur uns mit ihren Palmkätzchen zum Osterfest, auch die Insekten können sich auf ihre frühe Blüte nach der Überwinterung verlassen. An die 100 Schmetterlingsraupen leben von der großzügigen Weide und ihren zarten Trieben und Blättern – unter ihnen traurige Rote-Liste-Kandidaten wie Großer Fuchs, Eichgenglucke und der Kleine Schillerfalter. Dazu spenden die Palmkätzchen süßen Nektar für die fertigen Schmetterlinge.

Keinen Rettungsanker wirft hingegen die immergrüne Glanzmispel. Sie wächst zwar schnell und bietet Schutz vor neugierigen Nachbarsblicken – unsere flatternden Freunde ignorieren sie aber und ziehen an ihr weiter.

7Natürliche Gartenpflege versus monotone Rasen

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Schmetterlinge, Bienen und Co. lieben ein buntes Potpourri aus Wildblumen, Hecken, Wildkräutern, Obstbäumen und Sträuchern. Gegen biologische Dünger wie Kompost oder natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel haben sie auch nichts einzuwenden.

Auf Rasen mit strenger Kurzhaarfrisur fliegen sie allerdings nicht. Genauso wenig auf Kunstdünger oder chemische Schädlingsbekämpfungsmittel, die bereits den Schmetterlingsraupen schaden. Denn die zarten Schmetterlinge reagieren sehr sensibel auf ihre Umwelt.

8Betörender Lavendel versus Zuchtrosen

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Seinen Duft riecht man schon von Weitem und lockt nicht nur Bienen und Schmetterlinge an – auch der Mensch erfreut sich über die Duftecke im Garten. Der Echte Lavendel ist ein bekannter Schmetterlings-Hotspot. Und weil der Nektar so schmeckt, lassen sich die Schmetterlinge und Bienen viel Zeit beim Laben. Zeit, um das perfekte Schmetterlingsfoto zu schießen. 

Obwohl Zuchtrosen als duftende Königinnen im Garten thronen, werden sie von den Insekten umflogen. Die extra gefüllten Blüten und zu kurzen Rüssel sorgen einfach für Frust. Deshalb lieber eine ursprüngliche Rosenart pflanzen, die Hagebutten bildet, damit sie Pollen spenden kann.

9Himbeeren und Brombeeren versus Scheinzypressen

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Ab Mai steht das reichhaltige Buffet mit Nektar und Pollen aus der Blüte für jeden, der flattert und summt, bereit. Auch für die Raupen von über 50 Schmetterlingsarten ist dank der schmackhaften Blätter der Tisch gedeckt. Wenn dann ab Juni (kommt auf die Sorte an) die Beeren reif sind, locken sie die Zweibeiner zum Naschen an. Vor allem für Kinder ist Beerenjause das Highlight im Schmetterlingsgarten!

Während in den stacheligen Büschen das Leben pulsiert, ist es ruhig um die giftige Scheinzypresse. Kein Raupenfutter, keine Blüten und Pollen: Die Scheinzypresse ist eine Pflanze non grata im Schmetterlingsgarten.

10Auf ein Fluchtachterl beim Efeu

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Nachdem die meisten Blüten im Herbst verblüht sind und die Nektarquellen rar werden, zählt alles was sechs Beine hat noch auf den verlässlichen Efeu, der von da an bis in den Dezember hinein Blüte trägt. Die schüchternen gelb-grünen Blüten versorgen noch die letzten Schwärmer, wie den Admiral beispielsweise, bevor er in den warmen Süden fliegt. Zudem gibt er dem Faulbaumbläuling oder dem Zitronenfalter Unterschlupf über die kalten Monate.

In einer Fichte trifft sich auf der anderen Seite das ganze Jahr über niemand. Vom Frühling bis zum Winter: Das nordische Kiefergewächs ist aufgrund der fehlenden Blüten und Blättern zu keiner Jahreszeit gut besucht und soll seine Wurzeln lieber wo anders schlagen. (Text: Stephanie Fischer)

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Termine: während der Öffnungszeiten des Weidendoms jeweils um 11:00, 14:00, und 16:00

Öffnungszeiten Nationalpark Erlebniszentrum Weidendom:

Mai, Juni: Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
Juli, August, bis Mitte September: täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
September: Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

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Anfahrt:
Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

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