Welche reife Früchte und Pflanzen eignen sich für Salate oder Aufstriche, was hat es mit der Silberdistel auf sich und warum wird der Frauenmantel in der Naturmedizin so geschätzt?

Essbare Beeren im Herbst

Im Herbst tragen die Sträucher schwer an ihrer Beerenlast. Wer weiß, welche Beeren essbar sind und was man aus ihnen machen kann, der fühlt sich wie im Schlaraffenland.

  • In dicken Trauben hängen beispielsweise der Schwarze Holunder – Stichwort Holundermus - und die Vogelbeere - Vogelbeerschnaps oder Marmelade – an den Ästen.
  • Die Wilde Johannesbeere lädt zum Naschen ein, vorausgesetzt man erwischt die wohlschmeckende, denn „es gibt auch die, umgangssprachlich genannte, ‚Dabernize’ – eine Art, die sich äußerlich nicht von der guten Johannesbeere unterscheidet, aber nach nichts schmeckt,“ erklärt Rangerin Carola.
  • Auch die Hagebutte ist bereits leuchtend rot. Damit sie richtig aromatisch wird, sollte sie allerdings am Strauch hängend die ersten Nachtfröste miterleben. Erst dann ist die perfekte Zeit, um sie für Marmelade oder Tee zu ernten. Der Vitamin-C-Gehalt der Früchte ist extrem hoch. Schon 25 g decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen!
  • Auch die schwarzen Beeren der Traubenkirsche eignen sich für Marmelade, obwohl die Frucht einen ziemlich großen Kern besitzt. „Zu Kriegszeiten hat man die Kerne geröstet und als Kaffeeersatz verwendet“, erzählt Carola. Es wäre interessant zu testen, wie das wohl schmeckt.
  • Ein typisches Heckengehölz ist auch die Berberitze. Obwohl die Pflanze eigentlich giftig ist, kann man die roten Beeren essen. Und sie schmecken gar nicht mal schlecht – sauer vor allem. Kein Wunder, enthalten sie doch reichlich Vitamin C. Irgendwie sind sie vergleichbar mit den in Mode gekommenen Goji-Beeren, die als Superfood gelten. Und tatsächlich schlägt Carolo vor: „Ein paar frische oder getrocknete Beeren in den Reis – das schmeckt köstlich.“
Silberdistel Experiment 1: Wasser auf die Distelblüte

Wilder Kräutergarten

Die Natur hält die ganze Vegetationsperiode über eine wunderbare Vielfalt an Heilpflanzen und essbaren Arten für Salate, Kräuteraufstriche oder als Gewürz bereit. Auf unserem keinen Herbstspaziergang durch die gepflegte und artenreiche Kulturlandschaft im Virgental haben wir so einiges gefunden. Hier eine kleine Auswahl:

  • Die Brennnessel: Sie ist eine Alleskönnerin und muss daher erwähnt werden. Ihre Blätter werden wir Spinat verwendet, für Füllungen von Teigmantelgerichten, in Eierspeisen, als Würzkraut und als Grundlage für Gemüsesäfte. Ihre Samen schmecken nussig und können in den Brotteig oder in Aufstriche gemischt werden. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes und ihrem hohen Vitamingehalt (v.a. A, B, C, E) haben es die Brennnesselsamen sogar in die Riege der „Superfoods“ geschafft.
  • Wilder Thymian: Auf den trockenen, warmen Klaubsteinmauern findet auch der Wilde Thymian gute Wachstumsbedingungen. Er eignet sich wunderbar als Gewürz oder getrocknet als Tee gegen Erkältungen.
  • Der Spitzwegerich: In ein Glas geschichtet – im Wechsel mit je einer Schicht Zucker - und ans Fenster gestellt, gewinnt man einen Sirup, der bei allen Erkrankungen der oberen Luftwege hilft. Aber selbst die rohen Blätter können schnell und effizient bei z.B. einem Insektenstich oder kleinen Wunden helfen, indem man sie einfach auf die Wunde drückt. Das klassische „Indianerpflaster“ kennt man doch noch aus der Kindheit, oder?
  • Silberdistel: Dass die schöne Silberdistel auch als „Jagabrot“ bezeichnet wird kommt daher, dass Jäger – und vermutlich auch Hirten –, die nichts mehr zu essen hatten, den Blütenboden der Silberdistel verspeisten – ähnlich der Artischocke. Da die Silberdistel bei uns aber als gefährdete Art gilt, bitte nur in Maßen selbst versuchen. So nebenbei ist die Silberdistel auch ein perfekter Wetteranzeiger. Steigt die Luftfeuchtigkeit, schließt sie ihre Blütenblätter. Meist ein sicheres Zeichen für baldigen Regen. Wie schnell die Pflanze reagiert, zeigt Carola in Form eines kleinen Experimentes. (siehe Bild).
  • Schöllkraut: Essen kann man das Schöllkraut nicht, da alle Pflanzenteile – vor allem der gelbe Saft – sehr giftig sind. Aber eben dieser Saft wird in der Volksmedizin gegen Hautwarzen eingesetzt – was der Pflanze auch den Beinahmen „Warzenkraut“ beschert hat. Wer es versucht hat, schwört darauf!
  • Frauenmantel: zu guter Letzt - den Frauenmantel kann man nicht auslassen. Schon Hildegard von Bingen kannte den Frauenmantel und seine hochgeschätzten Wirkungen vor allem in der Frauenheilkunde. Tatsächlich enthält er hormonähnliche Inhaltsstoffe, die dem weiblichen Sexualhormon Progesteron ähneln und daher Mangelzustände ausgleichen kann. Als Tee getrunken wirkt er prämenstruellen Störungen und Wechseljahrbeschwerden entgegen, ist krampflösend und fördert nach der Geburt die Milchbildung. 

Aktiv werden!

Wenn auch du schon immer einmal wissen wolltest, welche Beeren man essen kann, welche Kräuter sich für Salate oder Aufstriche eignen und welch uraltes Wissen sich um die geheime Welt der Heilkräuter rankt, dann stöbere in unseren Naturerlebnissen.

Jetzt weiterlesen:

Heilkräuter in Gefahr? Die Natur zeigt erste Narben

10 heimische Heilpflanzen für deine Haus-Apotheke

10 essbare Wildpflanzen für Körper und Geist

Essbare Pflanzen und ihre giftigen Zwillinge

Kommentare

Eine wunderbare Infoseite für Naturliebhaber
huno
24.10.2021

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Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom

31. Aug. |
Steiermark
Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Infohütte, Erlebniszentrum Weidendom

Unsere Führungen und Angebote stehen allen Menschen offen. Sollte für eine barrierefreie Teilnahme eine besondere Form der Unterstützung erforderlich sein, wird um frühzeitige Kontaktaufnahme gebeten.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität wird für diese Veranstaltung ein Rollstuhl mit Zuggerät (Swiss Trac) kostenlos zur Verfügung gestellt (Voranmeldung erforderlich).

Am Veranstaltungsort befindet sich ein rollstuhlgerechtes WC.

Kosten für Forschungsprogramme (11:00, 14:00 und 16:00 Uhr):

Erwachsene: € 7,00
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: € 5,00
Familienkarte (max. 4 Personen): € 12,00

Sondertermine sowie spezielle Programme für (Bus-)Gruppen und Schulen werden im Infobüro Admont organisiert. Unsere Gruppenangebote finden Sie hier.

Wir sind Partner der Steiermark-Card, Bonuspartner der Schladming-Dachstein Card und ZWEI UND MEHR Vorteilsbetrieb.

Forschungsprogramm 1: Die Reise in den Mikrokosmos "Wasser" 

Tauchen Sie in die spanndende Welt der Wasserlebewesen ein. Eine selbst genommene Wasserprobe kann beim Mikroskopieren "unter die Lupe" genommen werden. Dabei entdeckt man Kleinstlebewesen, die man in dieser Größe noch nie gesehen hat.

 Forschungsprogramm 2: Wildnis erforschen im Auwald

Gehen Sie auf die Suche nach Wildnis in der Aulandschaft um den Weidendom und erfahren, welche Bäume gerne nasse Füße haben und welche seltene Vogelart ganz in der Nähe brütet.

Forschungsprogramm3: Abenteuer Wilde Wiese 

Ein:e Nationalpark Ranger:in zeigt Ihnen wie Sie in einer wilden Wiese auf Entdeckungsreise gehen können und neben schillernden Käfern und Bienen auf Nektarsuche auch Russischen Bären oder eine rotflügelige Schnarrschrecke aufspüren.


Die Gruppe entscheidet, welches der drei Programme stattfindet.

Erwachsene, Jugendliche
Familien, Erwachsene mit Kindern
Kinder und Jugendliche

Findet diese Veranstaltung bei jedem Wetter statt?
Ja, denn wir finden, unser Nationalpark Gesäuse ist bei jedem Wetter ein Erlebnis!

Darf ich meinen vierbeinigen Freund mitbringen?
Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.


 

  • Öffnungszeiten: (der Weidendom ist ganzjährig frei betretbar, betreutes Besucherprogramm zu folgenden Zeiten)

    01.05.2026 - 30.06.2026: Samstag, Sonntag, Feiertage, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
    01.07.2026 - 13.09.2026 : täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
    14.09.2026 - 30.09.2026: Samstag, Sonntag, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Die Forschungsprogramme finden während der Öffnungszeiten immer um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt.

Sondertermine außerhalb der Öffnungszeiten, sowie spezielle Programme für Gruppen, Busgruppen und Schulen werden im Informationsbüro in Admont organisiert, Tel. +43(0)3613/21160-20, info@nationalpark-gesaeuse.at

Unter fachkundiger Anleitung tauchen kleine und große Besucher:innen in die wilde Seite des Nationalparks ein.

Drei unterschiedliche Programme ermöglichen Besucher:innen einen spannenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks zu bekommen: „Die Reise in den Mikrokosmos Wasser“, „Abenteuer Wilde Wiese“ oder „Wildnis erforschen im Auwald“.

Keine Anmeldung erforderlich

Die Parkplätze im Nationalpark Gesäuse sind kostenpflichtig (Tagesticket € 7,00). Nähere Informationen zu den Parkplätzen sind hier zu finden. Allgemeine Informationen zur Anreise in den Nationalpark Gesäuse stehen hier zur Verfügung.

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

Für die Anreise zu unseren Veranstaltungen empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel. Alternativ kann im Sommerhalbjahr das Gesäuse Sammeltaxi (+43 3613 21000 99) genutzt werden.

Österreichische Bundesbahn: www.oebb.at
BusBahnBim - Auskunft: www.busbahnbim.at

Haltestelle:

  • Gesäuse Bachbrücke/Weidendom (RegioBus 912)
  • Johnsbach im Nationalpark Bahnhof (ÖBB)
Besucher:innenprogramm Erlebniszentrum Weidendom
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