Für das Überleben von Ziesel, hunderter Wildbienenarten und zahlreicher bedrohter Schmetterlingsarten haben sich gestern 14 niederösterreichische Gemeinden und Wien zusammengetan, um die wertvolle Biodiversität auf 80 Hektar Trockenrasen, Halbtrockenrasen, Wäldern und in der Weinbaulandschaft zu schützen.

Am 12. November 2019 unterzeichneten – dank der Initiative vom Landschaftspflegeverein Thermenregion-Wienerwald-Wienerbecken und der Unterstützung von Blühendes Österreich – VertreterInnen der Gemeinden einen Pakt zur Sicherung der Naturjuwele in der Region für die nächsten 5 Jahren. 

Die Gemeinden sind: 

  1. Baden
  2. Bad Fischau-Brunn
  3. Bad Vöslau 
  4. Enzesfeld-Lindabrunn 
  5. Leobersdorf 
  6. Moosbrunn 
  7. Matzendorf-Hölles 
  8. Pfaffstätten 
  9. Perchtoldsdorf 
  10. Reisenberg 
  11. Tattendorf 
  12. Traiskirchen
  13. Wiener Neudorf 
  14. .... sowie Wien.

"Blühendes Österreich unterstützt die beiden Partner - den Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken und den Bioschafhof Sonnleitner - vorläufig jährlich mit insgesamt € 78.000 über sein FLORA - Programm für Biodiversität und nachhaltige Landwirtschaft. Wir möchten weitere Akteure der Region einladen, einen Beitrag zu dieser Allianz für die heimische Biodiversität in der Thermenregion zu leisten." freut sich Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich

Das Überleben von Smaragdeidechse und Orchideen sichern

Die Ziele der Allianz sind der Schutz der Artenvielfalt, die Förderung kleinstrukturierter Kulturlandschaften und eine Sensibilisierung für Natur- und Umweltthemen. 
 
Der „Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken“ koordiniert die Maßnahmen zur Erhaltung der Biodiversitäts-Hotspots: So sollen etwa Trockenrasenflächen freigeschnitten werden, um die speziell angepasste Tier- und Pflanzenwelt zu schützen. 

„Wir engagieren uns seit langem für Biodiversität und Klimaschutz und sind stolz, dem Auftakt für diese wichtige gemeindeübergreifende Kooperation einen feierlichen Rahmen geben zu können.“ sagt Christoph Prinz, Bürgermeister von Bad Vöslau

In Pfaffstätten sollen zum Beispiel Flächen, die früher beweidet wurden und jetzt verwaldet sind, in ihren ursprünglichen Zustand zurückgesetzt werden: 

“Es braucht nachhaltige Maßnahmen, damit der Lebensraum der Orchidee bis zur Smaragdeidechse abgesichert wird, “ sagt Bürgermeister Kainz aus Pfaffstätten.

Das Schlaraffenland der Region kennen- und lieben lernen: Durch Führungen und Vorträgen sollen die BewohnerInnen der Gemeinden zum Thema Biodiversitätsverlust sensibilisiert werden. Denn nur was man kennt, schützt man!

Image
Allianz für die Vielfalt

Irene Drozdowski, Obfrau des Landschaftspflegevereins, schließt mit einem Plädoyer ab: 

„Wir können die aktuelle weltweite Biodiversitätskrise nur meistern, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen – und zwar in dieselbe Richtung. Die Zusammenarbeit mit allen wichtigen Akteuren – von der örtlichen Bevölkerung, den Gemeinden, Schulen, örtlichen Vereinen und Grundeigentümern über Landwirtschaftsbetriebe, Jagd, Wirtschaft, Tourismus bis hin zu den bestehenden Naturschutzakteuren wie Biosphärenpark Wienerwald Management, Regionale Gehölzvermehrung, REWISA, Naturschutzbund Niederösterreich, Umweltschutzabteilung der Stadt Wien und Niederösterreichischem Schutzgebietsnetzwerk ist die wesentliche Basis dafür.“

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Jetzt weiterlesen:

Weshalb der Trockenrasen in der Liga des Urwaldes spielt

Tiere des Trockenrasens

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Niederösterreichs Wälder werden klimafit

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