Literatur & Wandern: Schritt für Schritt zum literarischen Hochgenuss

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Bewegung an der frischen Luft ist Balsam für die Seele. Für viele Österreicherinnen und Österreicher ist Wandern deswegen eine besonders beliebte Freizeitbeschäftigung. Denn alles was dafür benötigt wird, ist ein bisschen Zeit und gute Schuhe, um seinen Kreislauf in idyllischer Umgebung in Schwung zu bringen. Mit unserer Veranstaltungsreihe „Literatur & Wandern“ eröffnen wir dir gemeinsam mit dem Literaturhaus NÖ noch eine weitere Facette des natürlichen Wohlfühlprogramms und lassen dich von renommierten Autorinnen und Autoren in Welten entführen, die auch mit dem besten Schuhwerk nicht zu erreichen wären.

Lesung mit Eva Menasse im Tiergarten Schönbrunn

Ob der Eisbär in der Arktis, der Gepard in der afrikanischen Savanne, oder die Riesenschlange im tropischen Regenwald – der Tiergarten Schönbrunn ermöglicht eine Reise in die unterschiedlichsten tierischen Lebensbereiche und öffnet am 10. März seine Pforten für den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Literatur & Wandern“. Die Besucher erwartet eine spannende Führung durch den ältesten Zoo der Welt gefolgt von einer Lesung der preisgekrönten Autorin Eva Menasse. Für ihren Erzählband „Tiere für Fortgeschrittene“ hat die Gewinnerin des österreichischen Buchpreises 2017 jahrelang kuriose Tiermeldungen gesammelt, die ihr, wie umgekehrte Fabeln, etwas über menschliche Verhaltensweisen verrieten.

Für Blühendes Österreich ist der Tiergarten Schönbrunn in Wien ein besonders passender Austragungsort für den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Literatur & Wandern“. Denn Prof. Dr. Dagmar Schratter bemüht sich als Direktorin des beliebten Ausflugszieles nicht nur um die tierische Artenvielfalt. Die Biologin und ausgebildete Tierpflegerin unterstützt die Naturschutzstiftung Blühendes Österreich als ehrenamtliches Mitglied des Stiftungsvorstandes und setzt sich somit für den Erhalt von Biodiversität und Nachhaltigkeit in ganz Österreich ein.

Eva Menasse für Literatur und (c) Jürgen Bauer

Auf ein Wort mit Eva Menasse

Ich fürchte, in uns steckt viel mehr Tier, als wir wahrhaben wollen. Wir sind unserer Triebe oft weniger Herr, als wir glauben. Aber literarisch interessiert mich am meisten, wofür wir Tiere benutzen, also: unser Bild vom Tier. Wir verwenden Tiere sehr oft als Metaphern für menschliches Verhalten.

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Auf ein Wort mit Eva Menasse

Schlau wie ein Fuchs, zart wie eine Blume, emsig wie eine Biene oder weit wie das Meer. Seit Menschengedenken bereichert die Vielfalt der Natur unseren Wortschatz und inspiriert Schriftsteller bis heute zu spannenden und berührenden Geschichten. Mit seinem Engagement für Nachhaltigkeit und Biodiversität sichert Blühendes Österreich nicht nur wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sondern bietet in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus NÖ mit der einzigartigen Veranstaltungsreihe „Literatur & Wandern“ auch eine ganz besondere Inspirationsquelle für die Poeten von morgen.

Auch die österreichische Autorin Eva Menasse ist im inspirierenden Repertoire von Mutter Erde fündig geworden und hat sich bei kuriosen Tiergeschichten Anregung zu einem mittlerweile preisgekrönten Erzählband geholt. Aus verblüffenden Meldungen, wie jene über die Tabakschwärmer-Raupen, die sich während dem Verzehr von Tabakpflanzen ungewollt ihr eigenes Grab schaufeln, oder jene über ein Krokodil, das Bienen und Schmetterlingen seine Tränen in mageren Zeiten als Nahrungsquelle zur Verfügung stellt, zaubert Eva Menasse ergreifende Geschichten über menschliche Beziehungen, Schicksale und Abgründe.


Mit einem Einblick in ihren Erzählband „Tiere für Fortgeschrittene“ eröffnet Eva Menasse die diesjährige Veranstaltungsreihe „Literatur & Wandern“, veranstaltet vom Literaturhaus NÖ in Zusammenarbeit mit Blühendes Österreich.


Wir verlosen 2 x 2 Karten für „Literatur & Wandern“ am 10. März im Tiergarten Schönbrunn und haben die Gewinnerin des österreichischen Buchpreises 2017 als kleinen Vorgeschmack zum Gespräch gebeten.


 

Literatur und Wandern Eva Menasse

(c) Jürgen Bauer

Was verbinden Sie mit dem Schauplatz Tiergarten Schönbrunn?

In meiner Kindheit war es üblich, dass wir an jedem meiner Geburtstage in den Zoo gingen. Insofern ist dieser Ort sehr heimatlich besetzt. Als ich zwei Jahre alt war, brüllte angeblich der Löwe, gerade, als wir davor standen. Ich war als kleines Kind sehr schreckhaft und geräuschempfindlich. Meine Eltern haben angeblich den Zoo mit Kinderwagen und mir im Laufschritt verlassen müssen, weil ich vor lauter Angst den Löwen zu übertönen versuchte.

Lebensraum, Inspirationsquelle oder Rückzugsort – Welche Bedeutung hat die Natur für Ihr persönliches Leben?

Es ist ganz einfach: Wenn es Sommer wird, will ich im Grünen sein, leben, liegen, arbeiten. Im Winter ist mir die Großstadt viel gemütlicher. Also hänge ich, zumindest theoretisch, dem schönen alten österreichischen Konzept der Sommerfrische an. Wenn ich es mir leisten könnte, wäre ich zwei Monate im Salzkammergut.

Für Ihr Buch „Tiere für Fortgeschrittene“ haben Sie jahrelang kuriose Tiermeldungen aus Zeitungen gesammelt. Was hat Sie an diesen Geschichten so fasziniert?

Dass darin – zumindest für mich offensichtlich – die Menschengeschichten schon deutlich drinsteckten. Man musste sie nur bergen. Die Meldungen selbst sind entweder sehr skurril und komisch, oder es sind Wissenschaftsmeldungen mit wirklich interessanten neuen Erkenntnissen.

Mit den vorangestellten Tiermeldungen schaffen Sie eine Verbindung zu menschlichen Verhaltensweisen in Ihren Erzählungen. Wie viel Tier steckt Ihrer Ansicht nach in uns Menschen und umgekehrt?

Ich fürchte, in uns steckt viel mehr Tier, als wir wahrhaben wollen. Wir sind unserer Triebe oft weniger Herr, als wir glauben. Aber literarisch interessiert mich am meisten, wofür wir Tiere benutzen, also: unser Bild vom Tier. Wir verwenden Tiere sehr oft als Metaphern für menschliches Verhalten.

Diversität spielt sowohl in der Natur als auch in der Gesellschaft eine tragende Rolle. Welche Maßnahmen wären notwendig, um die biologische und kulturelle Vielfalt zu erhalten und zu fördern?

Das ist alles zu gut bekannt, als dass ich es wiederholen musste. Der Zustand unseres Planeten ist durch unsere eigene Schuld katastrophal, und wenn man neuen Studien glauben darf, wird es ab 2050 wirklich ungemütlich. Der Klimaschutz ist die größte Herausforderung der Menschheit, aber derzeit stellen wir uns an wie rücksichtslose Vollidioten.

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie dann und warum?

Ich wäre gern ein kluger Vogel, ein Rabe oder ein Graupapagei. Erstens könnte ich dann fliegen, und zweitens finde ich Vögel aus einem schwer erklärlichen Grund faszinierend. Sie sind irgendwie kategorisch anders als alles, was kriecht, klettert und läuft.

Eva Menasse - zur Person

Die 1970 in Wien geborene Eva Menasse startete ihre berufliche Laufbahn als Redakteurin beim österreichischen Nachrichtenmagazin Profil gefolgt von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Nach zwei Kinderbüchern, die sie in Zusammenarbeit mit ihrem Halbbruder Robert Menasse und dessen Ehefrau veröffentlichte, startete die politisch und sozial engagierte Journalistin in ihre erfolgreiche literarische Solokarriere.

Zu ihren bekanntesten Werken zählen „Der Holocaust vor Gericht“, eine Sammlung ihrer Reportagen über den Prozess um den Holocaust-Leugner David Irving, der Bestseller „Vienna“, oder der mehrfach ausgezeichnete Roman „Quasikristalle“. Mit ihrem neuesten Werk „Tiere für Fortgeschrittene“ gelang Eva Menasse ein weiterer Meilenstein ihrer literarischen Laufbahn. Der 2017 im Kiepenheuer & Witsch-Verlag erschienene Erzählband wurde mit dem Österreichischen Buchpreis 2017 ausgezeichnet. „Ein Erzählband, der auf pointierte und stilistisch ausgefeilte Weise zeigt, dass auch in der kleinen Form die großen zwischenmenschlichen und gesellschaftspolitischen Themen verhandelt werden können“, heißt es in der Begründung der Jury.

Eva Menasse ist Mutter eines Sohnes und lebt seit rund 15 Jahren in Berlin.

Interview: Bettina Ostermann
Foto: Jürgen Bauer

 

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Lesung mit Eckhard Fuhr in Retz

„Ihre Freiheit beginnt.“ Mit diesen Worten begrüßt einen der Webauftritt der 4000-Seelen-Gemeinde Retz im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn. Was hinter dieser verheißungsvollen Begrüßung steckt, erfährst du am 12. Mai, denn dann nimmt dich „Literatur & Wandern“ mit auf eine Reise durch das Retzer Land. Soviel sei verraten: Naturfans werden in der endlosen Ferne sanfter Hügel rund um Zellerndorf und den mystischen Tälern bei Pulkau voll auf ihre Kosten kommen – ebenso wie Bücherwürmer und Leseratten. Mit Johanna Rachinger hat sich „Literatur & Wandern“ nämlich niemand geringeren als die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek ins Boot geholt. Die gebürtige Mühlviertlerin verfügt über langjährige Erfahrung im Verlagswesen und zählt zu den wichtigsten Kulturmanagerinnen des Landes. Zusätzlich besucht die Wanderrunde die letzte funktionstüchtige Windmühle Österreichs und spaziert rund um die Schafweiden am Gollitsch von Stefan Hirsch, einem Partnerbetrieb von Blühendes Österreich. Mitwandern wird auch Gabriele Bassler, Ökologin und Schutzgebietsbetreuerin für die Region Weinviertel West.

Artenreiche Trockenflächen in Retz

Retz ist für Blühendes Österreich nicht nur aufgrund dieser Veranstaltung, sondern auch aus ökologischer Hinsicht ein besonders wichtiger Ort. Denn dort befinden sich artenreiche Trockenrasen, die in Österreich als stark gefährdet eingestuft werden. Um diese wertvolle Flächen vor dem Verbuschen zu bewahren, werden sie von der Schafherde von Stefan Hirsch mit der Unterstützung von Blühendes Österreich beweidet. 

Barrierefrei: Lesung mit Erwin Riess auf dem Nikolaihof

Für seinen herbstlichen Ausklang am 6. Oktober hat sich „Literatur & Wandern“ ein ganz besonderes Ziel ausgesucht und lädt dich im Anschluss an eine Wanderung durch die bezaubernde Wachau, in das älteste Weingut Österreichs. Auf den 22 Hektar des Nikolaihofs werden nach strengen biodynamischen Demeter-Richtlinien vornehmlich Riesling und Grüner Veltliner kultiviert. In den Weingärten wird ausnahmslos auf Herbizide, Pestizide, Kunstdünger oder synthetische Spritzmittel verzichtet. Die Weine vergären auf der hauseigenen Hefe und lagern im geschichtsträchtigen, römischen Weinkeller in großen, alten Eichenholzfässern bis zu 20 Jahre.

Historisch, nachhaltig und barrierefrei, ist diese Location wie geschaffen für eine Lesung des Schriftstellers und Behindertenaktivisten Erwin Riess. Der 1957 in Wien geborene Verfasser von Theaterstücken, Hörspielen, Drehbüchern, Krimiromanen und Prosa ist seit mehr als 30 Jahren Rollstuhlbenutzer, war wissenschaftlicher Referent für behindertengerechtes Bauen im österreichischen Wirtschaftsministerium und engagiert sich bei EUCREA, dem europäischen Netzwerk für Kreativität von und für Personen mit Behinderung.

Artenvielfalt in der Wachau

Die Wachau ist zu jeder Jahreszeit ein schönes Ausflugsziel. Nicht zuletzt auch wegen ihrer besonderen Naturvielfalt und der leider stark gefährdeten Trockenflächen. Diese werden vom Verein Lanius mit zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern geschützt und gepflegt. Blühendes Österreich unterstützt diese Initiative im Rahmen seines Naturschutzprogramms FLORA.

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