Blüten allein reichen nicht aus, damit Schmetterlinge überleben. Entscheidend ist, ob sie in jeder Phase ihres Lebens die passenden Bedingungen vorfinden. Nur wenn Raupenfutterpflanzen, Rückzugsorte und Nektarquellen vorhanden sind, gelingt der Weg vom Ei bis zum Falter.
Mit dem Schmetterlings-Check kannst du herausfinden, ob dein Garten, dein Betrieb oder deine Fläche bereits alles bietet, was Schmetterlinge zum Überleben brauchen.
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Warum die Blumenwiese allein nicht reicht
Eine blühende Wiese wirkt lebendig und artenreich. Doch Blüten allein reichen nicht aus, damit Schmetterlinge dauerhaft überleben können. Entscheidend ist, ob sie in jeder Phase ihres Lebens die passenden Bedingungen vorfinden. Nur wenn Raupenfutterpflanzen, geschützte Rückzugsorte und Nektarquellen vorhanden sind, gelingt der Weg vom Ei bis zum Falter.
Schmetterlinge sind keine reinen Blütenbesucher. Sie durchlaufen einen komplexen Lebenszyklus mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen. Was für den Falter Nahrung ist, kann für die Raupe völlig wertlos sein. Viele Arten legen ihre Eier gezielt auf ganz bestimmte Pflanzen ab. Fehlen diese, kann sich die Art nicht entwickeln. Auch strukturreiche Bereiche wie Altgras, Hecken, Totholz oder offene Bodenstellen sind wichtig, damit Eier und Puppen geschützt überleben können
Die gute Nachricht: Oft fehlt nur ein einziges Puzzleteil, damit aus einer Fläche ein echter Lebensraum für Schmetterlinge wird. Vielleicht eine Raupenfutterpflanze. Vielleicht ein Altgrasstreifen. Vielleicht eine Hecke als geschützter Übergang.
Mach den Schmetterlingscheck!
Überprüfe, ob für alle Schmetterlingsstadien passender Lebensraum vorhanden ist.
Wir freuen uns über Fotos von euren Flächen, Gärten und Balkonen.
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Lebensraum für alle Schmetterlingsstadien
Was Falter zum Bleiben brauchen
Alexandra Homburg beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Gemüsebau, Biodiversität und naturnaher Landwirtschaft. Nach Stationen in Österreich, Deutschland und den USA kehrte sie auf den elterlichen Betrieb zurück und begann, ihren Hof mit einem neuen Blick zu betrachten. Dabei stellte sie sich eine einfache, aber entscheidende Frage:
„Haben wirklich alle Phasen im Lebenszyklus eines Schmetterlings Platz auf unserem Betrieb?“
Denn oft nimmt man nur den fertigen Schmetterling wahr. Tatsächlich verbringen Falter jedoch den Großteil ihres Lebens als Ei, Raupe oder Puppe. Genau diese Lebensphasen entscheiden darüber, ob Schmetterlinge dauerhaft bleiben können oder nur kurz vorbeifliegen.
„Es gibt die sehr Wählerischen, die wirklich nur an einer ganz bestimmten Art knabbern, während andere als Auswahlkriterium gefühlt einfach nur ,Hauptsache grün‘ haben“, erklärt sie.
Besonders wichtig sind oft unscheinbare Pflanzen wie Gräser, Brennnesseln, Weiden oder Schlehen. Ebenso entscheidend sind Strukturen wie Altgras, Totholz, alte Stängel oder Steinhaufen. Sie bieten geschützte Rückzugsorte für Eier und Puppen.
Alexandra Homburg erklärt:
„Blühflächen müssen über die ganze Saison hinweg Nahrung bieten – wie ein Staffellauf, bei dem eine Blüte die nächste ablöst."
Mach mit! Mit dem Schmetterlingscheck kannst auch du herausfinden, was Schmetterlingen auf deiner Fläche noch fehlt und wie sich mit einfachen Maßnahmen wertvolle Lebensräume schaffen lassen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Check 1: Raupenfutterpflanzen Spezialisten und „Allesesser“
Manche Schmetterlingsarten fressen nur eine einzige, spezifische Pflanzenart. Kommt sie nicht vor, kann sich der Falter nicht entwickeln. Andere Raupen sind da nicht so wählerisch. Je diverser das angebotene Buffet, desto mehr Falter kann man anlocken!
- Absoluter Hotspot: Brennnesseln z.B. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs
- Obstbäume und Sträucher z.B. Segelfalter und Wiener Nachtpfauenauge
- Weiden z.B. Schillerfalter und Trauermantel
- Leguminosen z.B. Gewöhnlicher Bläuling und Himmelblauer Bläuling
- Unterschiedlichste Gräser z.B. Schachbrettfalter und Kleines Wiesenvögelchen
Check 2: Vielfältige Strukturen zur Eiablage & Verpuppung
Schmetterlinge verbringen zwei Lebensphasen völlig bewegungslos: als Ei und als Puppe. Gerade deshalb reagieren sie in dieser Zeit besonders sensibel auf Umwelteinflüsse. Strukturreiche Lebensräume bieten ihnen den nötigen Schutz, um diese Phasen sicher zu überstehen – oft auch gleich den Winter.
- Totholz und Baumhöhlen
- Steinhaufen
- Stängel
- Ungestörter offener Boden
- Altgras
Check 3: Erreichbare blütenreiche Flächen als Nektarquelle
Erwachsene Schmetterlinge sind ständig unterwegs und brauchen viel Energie, die sie als Nektar aus Blüten beziehen. Deshalb sind sie auf ein kontinuierliches Angebot angewiesen – sowohl über die gesamte Saison hinweg, als auch flächig in der Landschaft verteilt.
- Frühblüher für die Frühstarter im Frühling z.B. Huflattich und Weidenkätzchen
- Kontinuierliches Blühangebot über den Sommer
- Spätblüher für die im Herbst noch flatternden Falter z.B. Efeu
Die Profiteure der Maßnahme