Österreich hat die stärkste Community an SchmetterlingsliebhaberInnen in ganz Europa. Mit 44.228 Downloads und der dazugehörigen Desktop-Version ist "Schmetterlinge Österreichs" die größte heimische Naturbeobachtungsplattform. Das letzte Jahr brachte wieder neue Höhenflüge: 18.715 Freiwillige meldeten 2020 unglaubliche 147.120 Schmetterlinge. Dabei wurden 163 Tagfalter-Arten verzeichnet, das sind mehr als drei Viertel aller bei uns vorkommenden Arten. Die am häufigsten gemeldeten Schmetterlingsarten waren Großes Ochsenauge, Kaisermantel und Admiral.

Starker Schwarm für Österreichs Schmetterlinge

Der Erfolg der App von Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 übertrifft alle Erwartungen. Besonders erfreulich ist die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Community. Mit 142.186 Kommentaren wurden im letzten Jahr Bestimmungsfragen untereinander geklärt, die Begeisterung über besonders schöne Schnappschüsse und aufregende Sichtungen seltener Arten mit 1.051.186 „Likes“ goutiert. An die 190 Schmetterlinge können derzeit nach Farbe, Größe und weiteren Merkmalen über die App bestimmt werden.

Der fleißigste Beobachter 2020 war Momcilo Borek, er hat 4.239 Glücksmomente in die App geladen. Auf Platz zwei landete Karin Hiebner (3.822 Meldungen), gefolgt von Sissi L. mit 3.560 kleinen, großen Sensationen.

Mit einem Zuwachs von mehr als 16 Prozent im Vergleich zu 2019 haben im Vorjahr 18.715 Citizen Scientists mitgeforscht. Ein herzliches Dankeschön! Die aus allen Bundesländern gemeldeten Daten sind von unschätzbarem Wert für die Erhebung der heimischen Schmetterlingsbestände.

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Titelbild Jahresauswertung Schmetterlingsapp 2020

Großes Ochsenauge hat die Fühler vorne

Das Große Ochsenauge flattert 2020 als häufigster Tagfalter mit mehr als 6.500 Beobachtungen an die Spitze. 2019 erreichte es Platz vier. Diese anpassungsfähige Art kann in unterschiedlichsten Lebensräumen gesichtet werden: Im Grünland, sofern die Bewirtschaftung nicht zu intensiv ist, auf Böschungen und Dämmen, an Wegrändern, in lichten Wäldern und an Waldrändern, in Gärten und Parkanlagen. Die Raupen des Großen Ochsenauges ernähren sich von verschiedenen Gräsern. 2019 hatte der Distelfalter ein starkes Einwanderungsjahr und Platz eins eingenommen. 2020 ist er erst auf Platz 46 zu finden!

Der 2020 zweitplatzierte Kaisermantel lag ein Jahr zuvor auf Platz drei. Er ist ein Bewohner von sonnigen, blütenreichen Stellen in Wäldern und anderen von Gehölzen dominierten Lebensräumen. Sein Nachwuchs braucht Veilchen, z. B. Wald-Veilchen, Wiesen-Veilchen und Hain-Veilchen, aber auch Brombeeren und Himbeeren werden angenommen, um heranzuwachsen. Die Eier werden dabei nicht auf die Pflanzen selbst, sondern in deren Umgebung abgelegt, etwa auf Baumstämmen.

Der Admiral mit seinen klassischen roten Binden auf Vorder- und Hinterflügeln gaukelte von Platz 5 auf Platz 3. Früher als Wanderfalter eingestuft, profitiert er vom Klimawandel. Mit den zunehmend milden Wintern überstehen immer mehr Falter in Österreich auch die kalte Jahreszeit. Seine Eier legt er in Österreich ausschließlich auf Brennnesseln ab.

Der C-Falter ist 2020 nicht mehr unter den Top 10 zu finden, dafür sind dort Schachbrett und Landkärtchen eingezogen.

Wissenschaftliche Highlights

Besonderes Aufsehen erregen die Nachweise besonders naturschutzrelevanter Schmetterlinge. 33 solcher Tagfalter-Arten sind 2020 insgesamt 2.716 Mal vor die Linse geflattert. Die meisten Meldungen wurden uns vom Großen Feuerfalter übermittelt (803), gefolgt vom Schwarzen Apollofalter und dem Apollofalter an dritter Stelle. Daneben wurden sieben in Österreich vom Aussterben bedrohte Tagfalterarten gesichtet: Berghexe, Saumfleck-Perlmutterfalter, Eisenfarbiger Samtfalter, Moor-Wiesenvögelchen, Bergziest-Dickkopffalter, Blauschillernder Feuerfalter und Graublauer Bläuling. Weiters wurden Nachweise von 18 in Österreich stark gefährdeten Tagfalterarten erbracht.

Unser Schmetterlings-Experte und wissenschaftlicher Betreuer der App, Helmut Höttinger, bewältigt nicht nur die herkulische Aufgabe der Verifizierung aller Sichtungen. Er führt auch alle Schmetterlings-Meldungen in einer Jahresauswertung zusammen und analysiert sie wissenschaftlich.

„Besonders erfreulich sind die zahlreichen Meldungen von Arten, die in Österreich nur selten gefunden werden.

Beispiele sind Funde der Syrmischen Spannereule aus der Steiermark, des Kleinen Wander-Bläulings aus Vorarlberg und des Pelargonien-Bläulings aus Kärnten“,

freut sich Helmut Höttinger. Zudem kann durch die Meldungen auch die Ausbreitung einiger Arten in Österreich gut dokumentiert werden, z. B. des Zürgelbaum-Schnauzenfalters und des Karst-Weißlings. Von letzterem gelangen erstmals Funde im Burgenland.

Ein mittlerweile nicht mehr so kleines Detail am Rande: Bei den Nachtfaltern können in der App nur 32 Arten direkt bestimmt werden. Deshalb haben viele UserInnen die Bestimmung der nicht vorhandenen Nachfalter selbst im Feld "Anmerkungen" durchgeführt. Das war eine deutliche Arbeitserleichterung bei der wissenschaftlichen Auswertung für Helmut Höttinger.

Termine 2021: Es wird wieder fleißig geflattert, beobachtet und gezählt

Auch 2021 heißt es „Jedes Foto zählt!“

Mach auch du mit, denn die Schmetterlingssaison ist bereits im Gange. Unsere zwei Schwerpunkte sind:

  • „Der Aurorafalter – Auf der Suche nach dem Frühlingsbotschafter“ läuft noch bis 31. Juli 2021
  • Von 2. Juli bis 25. Juli 2021 möchten wir wieder wissen, welche Schmetterlinge im Garten zu finden sind!

Hier kannst du deine Sichtungen mit Foto melden: Auf www.schmetterlingsapp.at gibt es eine Desktopversion. Die App "Schmetterlinge Österreichs" steht kostenlos in den App-Stores von Apple und Android zur Verfügung.

Den kompletten Jahresbericht und die wissenschaftliche Auswertung findest du unter unseren Publikationen.

Du möchtest mehr über das spannende Universum unserer heimischen Schmetterlinge erfahren? Dann sind die Artikel von Marion Jaros und Peter Huemer im Naturmagazin genau das Richtige für dich!

 

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Die Schuhmühle ist eine der letzten historischen Mühlen des Burgenlandes und wird nach einer Sanierung seit 2015 als Kulturhaus und für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt. An das historische Ereignis der "Schüsse von Schattendorf", auf die 1927 der Brand des Justizpalastes in Wien folgte, erinnert eine Dauerausstellung in der Schuhmühle. Besichtigungen der Mühle und des Mühlenladens mit Handwerkskunst und regionalen Schmankerln aus dem Naturpark sind zu den Öffnungszeiten möglich; Führungen von Gruppen nach Voranmeldung. 

 

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