Wissenschaft zum Mitmachen ist nicht nur en vogue, sie macht auch Spaß: Das zeigt das sensationelle Engagement der stetig wachsenden Community in unserer Schmetterlingsapp. Über 22.000 Personen haben im Jahr 2021 unglaubliche 182.780 Schmetterlinge gesichtet, fotografiert und für das Citizen Science Projekt von Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 gemeldet.

Nicht nur bringt den Menschen das Beobachten Freude, es hilft auch der wissenschaftlichen Forschung und damit den zahlreich bedrohten Schmetterlingen. Neu ist heuer der erstmals begleitend zur Jahresauswertung erschienene Report zu den wissenschaftlich bemerkenswerten Funden der Tag- und Nachtfalter aus Österreich. Die Broschüre des Schmetterlingsexperten Helmut Höttinger stellt detailliert Besonderheiten unter den Sichtungen des letzten Jahres vor.

„Wissenschaftlich gesehen sind Meldungen von Arten besonders erfreulich und erwähnenswert, die in Österreich nur selten gefunden werden. Vom Eulenfalter Acontia candefacta, einem der aktuellsten Neuzugänge der österreichischen Fauna, gelangen Funde in der Steiermark und Niederösterreich. Funde der Syrmischen Spannereule und der Mittelmeer-Staubeule aus der Steiermark und des Pelargonien-Bläulings aus mehreren Bundesländern sind ebenfalls bemerkenswert“,

zeigt sich der wissenschaftliche Betreuer der App und Schmetterlingsexperte Helmut Höttinger erfreut.

„Zudem kann durch die Meldungen der freiwilligen SchmetterlingsbeobachterInnen auch die weitere Ausbreitung einiger Arten in Österreich gut dokumentiert werden, z. B. des Zürgelbaum-Schnauzenfalters, des Karst-Weißlings und des Japanischen Eichenseidenspinners“,

so der Experte.

Die meisten Glücksmomente unter den Citizen Scientists verzeichnete Karin Hiebner. Mit 7.704 gemeldeten Schmetterlingen für 2021 flattert die Niederösterreicherin auf den ersten Platz im Ranking.

„Ich möchte die Vielfalt der in meiner Heimatgemeinde vorkommenden Schmetterlinge erkunden und die Wichtigkeit des Erhalts der notwendigen Habitate aufzeigen“

erzählt Karin Hiebner über ihre Motivation, bei der Schmetterlingszählung so tatkräftig mitzuwirken. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Silke Geroldinger mit 4.853 Meldungen und knapp dahinter Helene Renlluem mit 4.734 beobachteten Schmetterlingen – beide aus Wien.

Tagpfauenauge ist Schmetterling des Jahres 2021

Die am häufigsten gemeldete Schmetterlingsart 2021 ist das Tagpfauenauge (9.125 Meldungen). Dieser Falter ist in allen Bundesländern verbreitet und erfreut sich besonders am Nektar violetter Blüten. Naturnahe Gärten mit Kratzdisteln, Wiesen-Klee oder Wiesen-Flockenblumen sind bei ihm deshalb besonders hoch im Kurs. Auf Platz zwei flog das Große Ochsenauge mit 6.794 Meldungen, auf Platz drei der Kaisermantel mit 6.576 Meldungen. Insgesamt wurden 167 Tagfalterarten verzeichnet, mehr als drei Viertel aller in Österreich vorkommenden Arten.

Niederösterreich, Steiermark und Kärnten sind Österreichs Oasen für Schmetterlinge

Die meisten Tagfalter-Arten wurden aus Niederösterreich gemeldet (138), gefolgt von der Steiermark und Kärnten. Niederösterreich weist mit 138 gemeldeten Tagfalterarten die höchste Artenvielfalt auf und liegt mit 60.817 Beobachtungen insgesamt an erster Stelle. Bei der Anzahl der Meldungen je Bundesland folgen Oberösterreich (28.308) und die Steiermark (24.039) auf den Plätzen zwei und drei.

Starke Community für Österreichs Schmetterlinge

Der Run auf die Schmetterlingsapp ist nach wie vor ungebrochen. Mit einem Zuwachs von mehr als 13 Prozent im Vergleich zu 2020 haben im Vorjahr 22.088 freiwillige Citizen Scientists mitgeforscht. Österreich hat damit eine der größten Communities an SchmetterlingsliebhaberInnen in Europa!

Mach‘ doch mit – hier kannst du deine Sichtungen mit Foto melden: Auf www.schmetterlingsapp.at gibt es eine Desktopversion. Die App "Schmetterlinge Österreichs" steht kostenlos in den App-Stores von Apple und Android zur Verfügung.

Den kompletten Jahresbericht und die wissenschaftliche Auswertung findest du unter unseren Publikationen.

Du möchtest mehr über das spannende Universum unserer heimischen Schmetterlinge erfahren? Dann sind die Artikel von Marion Jaros und Peter Huemer im Naturmagazin genau das Richtige für dich.

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Kräuterwanderung in Heiligenblut

Kräuterwanderung Heiligenblut

8. Febr. |
Kärnten
Veranstalter: Nationalpark Hohe Tauern

„Gegen jedes Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen“, lautet eine alte Volksweisheit. Welches genau lernen die Teilnehmer/-innen im Rahmen einer geführten Kräuterwanderung im Bereich „Kräuterwand“ in Heiligenblut. Die Kräuterwand ist ein sehr trockener, südost-ausgerichteter Steilhang oberhalb der Möllschlucht. An diesem Standort kommen viele Pflanzen vor, die sonst nur auf felsigen Rasen sowie in den Felsspalten wachsen.

Kurzbeschreibung der Tour:
Ausgehend vom Haus der Steinböcke geht man über die alte Glocknerstraße bis zur Himmelschleife. Von dort über den Haritzersteig zur Kräuterwand und weiter über die Sattelalpe zur Briccius-Kapelle, welche man nach 1 ½ Stunden erreicht. Der Weg führt durch eine gut erhaltene, ursprüngliche Kulturlandschaft, mit steilen, blumenreichen Bergmähdern. Im Frühsommer bieten die mit Steinen durchsetzten Viehweiden und Lärchenwiesen mit ihrer Blütenpracht einen zauberhaften Anblick.  Die legendenumwobene Briccius-Kapelle soll sich an einem Ort der Kraft befinden. Der dortigen Quelle wird dem Volksglauben nach eine Heilende Wirkung bei Augenleiden zugesprochen.  Auf dem Weg befindet sich auch die Briccius Sennerei Sattelalm (1.606m) die zu einer Rast einlädt.

Besonderheit:
Die Kräuterwand (ca. 1.600m) ist ein durch einen Steig zugänglicher Steilhang. Sonnige Felsbänder wechseln mit schattigen, von Wasser überrieselten Stellen und schaffen ein Mosaik von Kleinlebensräumen. Die Vielfalt der Gesteine, die sonnenexponierte Lage sowie die aufgelockerte Waldstruktur bilden die Grundlage für einen großen Artenreichtum an Pflanzen (Besonderheit Fiederblättriges Veilchen).

wichtige Informationen:
Empfohlen wird stabiles Schuhwerk, warme und wetterfeste Kleidung, Sonnenschutz sowie ein Rucksack mit Getränk und Jause. Eine gute körperliche Verfassung ist Voraussetzung! Bei schlechten Witterungsbedingungen behält sich die Nationalparkverwaltung vor, Exkursionen aus Sicherheitsgründen abzusagen. Die Teilnahme an den Programmen erfolgt auf eigene Gefahr. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung! Hunde an der Leine erlaubt.

Unterwegs Möglichkeit einer Einkehr bei der Briccius Sennerei Sattelalm.

Alter: Für Kinder ab 6  Jahren geeignet.

Charakter: leichte Wanderung im alpinen Gelände, Dauer 6 Stunden (davon 3 Stunden Gehzeit)

Kosten: Erwachsene € 20,00  Kinder € 13,00, gratis mit Nationalpark Kärnten Card

Anmeldung: bis spätestens 16.00 Uhr am Vortag

Kräuterwanderung Heiligenblut
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