Die diesjährige Zählaktion "Zeig her deinen Schmetterlingsgarten" ist noch bis 5. August 2018 im Gange. Es werden bereits fleißig Schmetterlinge fotografiert, ihre Art bestimmt und in die App hochgeladen. Welche Schmetterlinge flattern heuer in die Top 10 der meist gesichteten Exemplare? Ein Blick in die Glaskugel der Schmetterlingswelt verrät:

"Aufgrund der guten Witterungsverhältnisse im Frühjahr sind viele Arten schon früher geschlüpft als in einem Durchschnittsjahr und konnten dann in der nächsten Generation, die zur Zeit fliegt, höhere Bestandsdichten aufbauen. Der Große Kohl-Weißling zum Beispiel fliegt heuer so häufig wie schon seit vielen Jahren nicht. Letztes Jahr war die Art auf Platz 18, heuer könnte sie es eventuell in die Top 10 schaffen," prognostiziert der Schmetterlingsexperte Helmut Höttinger für diese Saison und fügt noch hinzu: "Auch einige Wanderfalter sind heuer sehr früh eingeflogen und fanden gute Entwicklungsbedingungen vor. Ihre Folgegenerationen und weiterhin neu zuwandernde Falter sind jetzt zum Teil zahlreich in den Gärten anzutreffen, z. B. Admiral und Distelfalter. Unter die Top 10 könnten es auch weitere Arten schaffen, die letztes Jahr im Ranking etwas weiter hinten angesiedelt waren. Ich bin schon sehr auf den heurigen "Sieger" gespannt. Möglicherweise gibt es ja auch eine Überraschung?!"

Solange die Schmetterlingsinventur 2018 noch läuft und sich die häufigsten Schmetterlinge im Garten noch zeigen werden, präsentieren wir dir die Top 10 vom letzten Jahr:

1Große Ochsenauge

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Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)

Mit 874 Sichtungen thront das Große Ochsenauge auf Platz 1. Der mittelgroße bis große Schmetterling flattert in allen Bundesländern, vom Tiefland bis etwa zur Waldgrenze. Die Flügeloberseite beim Männchen ist dunkelbraun mit einem Augenfleck nahe der Vorderflügelspitze. Dieser ist beim Weibchen deutlich größer ausgeprägt; charakteristisch für das Weibchen ist weiters eine orange Binde auf der Vorderflügel-Oberseite.

Auch in Deutschland wurde der braune Schmetterling mit Augenfleck 2017 am häufigsten gesichtet. Selten und rar lässt sich hingegen sein kleiner Bruder, das Kleine Ochsenauge, blicken.

 

2Kaisermantel

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Kaisermantel (Argynnis paphia)

Der Kaisermantel flatterte mit 870 Sichtungen auf Platz zwei. Man begegnet ihm in allen Bundesländern zwischen Juni bis September in einer Generation. Der Edelfalter ist aufgrund seiner stattlichen Größe nicht mit den ähnlich gezeichneten Perlmutterfaltern zu verwechseln. Die Raupen haben Veilchen zum Fressen gerne: Man findet ihre Eier auf und um Wald-Veilchen, Wiesen-Veilchen und Hain-Veilchen.

 

3Admiral

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Der Admiral

Mit einem kräftigen Flügelschlag hat es der Admiral mit 801 Meldungen unter die Top 3 geschafft. Dank seiner schwarz-rot-weißen Zeichnung auf der Oberseite ist der Prachtkerl unverwechselbar. Die Raupen an den Brennnesseln sind Einzelgänger, im Gegensatz zur geselligen Brut des Tagpfauenauges oder Kleinen Fuchses. Sie sind mit etwas Erfahrung und Geduld zu finden, da sie in recht charakteristischen, zusammengesponnenen „Blatttüten“ leben.

Mit dem Klimawandel und zunehmend milden Wintern überstehen immer mehr Falter den Winter in Österreich. Von der Ebene bis ins Hochgebirge: Meist sind sie in Gärten und Parks, an Waldrändern, Dämmen und Böschungen, in Streuobstwiesen, auf Waldwegen und Kahlschlägen anzutreffen.

4Segelfalter

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Segelfalter beim Blütenbesuch auf Flieder

Der Edelfalter wird in Anbetracht der Segelphasen im Flug seinem Namen gerecht. Mit 532 Sichtungen glitt er elegant durch Österreichs Gärten auf Platz 4.

Hierzulande steht der prächtige Falter auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten. Der Segelfalter flattert von März bis Oktober in drei Generationen in allen Bundesländern, mit Ausnahme von Vorarlberg, zumeist unter 1.000 m.

Die Segelfalter suchen erhöhte Punkte in der Landschaft wie Bergkuppen oder Felsgipfel zur Gipfelbalz („hilltopping“) auf, wo sie Territorialverhalten zeigen. Die Kinderstube der Brut sind meist niedrigwüchsige Schlehen („Krüppelschlehen“), wie sie oft auf Trockenrasen zu finden sind.

Die Raupen laben sich zudem an der Schlehe, Weißdorn, Zwetschke, Kriecherl, Weichsel sowie vielen weiteren Strauch- und Baumarten (Obstgehölze!) aus der Familie der Rosengewächse.

5Tagpfauenauge

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Das Tagpfauenauge

Ein jeder hat ihm bereits wie hypnotisiert in die markanten Augenflecke gesehen: Das Tagpfauenauge flattert durch alle Bundesländer und ist sogar im Winter als Falter anzutreffen. Schließlich ist sein Quartier oft ein Keller, Dachboden oder Schuppen. Seine Raupen leben an und von der Brennnessel, in seltenen Fällen auch vom Hopfen. Bei der Zählaktion kamen letztes Jahr 474 Exemplare vor die Linse.

 

 

6Kleiner Kohlweißling

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Kleine Kohlweißling

Der mittelgroße, weiße Falter präsentiert sich mit schwarzem Apikalfleck. Das Männchen trägt einen schwarzen Fleck auf der Oberseite des Vorderflügels, die Weibchen tragen zwei. Der Kleine Kohlweißling ist ein Kulturfolger und kommt somit in von Menschen veränderten Lebensräumen zurecht. So findet man ihn überall bis zu 2.000 m Höhe – außer in geschlossenen Wäldern, die er meidet. Im letzten Jahr wurden 419 Exemplare in Österreichs Gärten fotografiert.

Die Raupen "kriechen" auf unterschiedliche Kreuzblütler (kultiviert und wildwachsend) wie Kohl, Resede, Kren, Raps, Pfeilkresse, Acker-Senf, etc.

7Hauhechel-Bläuling

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Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)

389 leicht verwechselbare Exemplare tanzten 2017 vor die Linse und wurden aber auch vom Experten als solche verifiziert: Der Hauhechel-Bläuling ist der häufigste Bläuling Österreichs. Seine vielen blau beflügelten Geschwister machen eine Bestimmung nicht leicht. Als Hilfe gibt es aber auf den Vorderflügel-Unterseiten innen einen schwarzen Fleck. Beim Esparsetten-Bläuling und dem kleineren Kleinen Sonnenröschen-Bläuling fehlt dieser. Beim ähnlichen Himmelblauen Bläuling ist der Fransensaum deutlich schwarz-weiß gescheckt, beim Kleinen Sonnenröschen-Bläuling ebenfalls, wenn auch nicht so deutlich.

Er flattert in vier Generationen von Mai bis November durch das ganze Land, außer intensiv bewirtschaftete Äcker und Grünlandflächen sowie dichte Wälder, die lässt er aus.

Die gefräßigen Raupen bevorzugen verschiedene Schmetterlingsblütler, wie Kriech-Klee, Hopfenklee, Gewöhnlicher Hornklee, Luzerne, u.a.

8Zitronenfalter

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Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)

Den mittelgroßen bis großen Tagfalter erkennt man nicht nur an seiner Färbung (Männchen einfarbig gelb, Weibchen weißlich), auch die Form seiner Vorderflügelspitze ist ein klares Erkennungszeichen. Der Zitronenfalter machte mit 336 Sichtungen Stimmung im Garten.

Mit einer Lebenserwartung als Falter von einem Jahr gilt er als langlebigster Tagfalter. Man kann den flatterhaften Greis auch an sonnigen Wintertagen beobachten. Er fliegt überall, nur wenn es um das Raupenleben geht, ist er auf bewaldete Gebiete angewiesen, wo sie sich am Faulbaum oder Gewöhnlichen Kreuzdorn laben. Du willst noch mehr über die Besonderheiten des gelben Falters erfahren, dann schau gleich in unserem Naturlexikon vorbei.

9Schornsteinfeger

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Der Schornsteinfeger

332 Sichtungen wurden bei dieser farblich bescheidenen Art dokumentiert. Den mittelgroßen Tagfalter, auch Brauner Waldvogel genannt, erkennt man an den fünf schwarzen, gelb umrandeten und weiß gekernten Augenflecken an der Unterseite der Hinterflügel. Die Oberseite ist schlicht dunkelbraun, die Augenflecken meist nur angedeutet. Das Schornsteinfeger-Weibchen legt die Eier nicht auf eine Raupennahrungspflanze ab, sondern lässt sie frei zu Boden fallen.

Die relativ anspruchslose, häufige Art lebt in unterschiedlichen Lebensräumen, zumeist in Gehölznähe: Waldränder, Lichtungen, unterschiedliche Wiesentypen, Säume, Brachen, gelegentlich auch Gärten nennen sie als ihr Zuhause. Über 1.500 Meter lassen sie sich jedoch nicht blicken.

Sie flattern von Mai bis August in einer Generation. Die Raupen schmausen jegliche Gräser.

10C-Falter

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Der C-Falter

Aufgrund der stark gebuchteten orange-schwarz gefärbten Flügel ist der C-Falter unverkennbar. Sein weißer, C-förmiger Fleck auf der weitgehend dunklen Hinterflügel-Unterseite ist typisch und namensgebend. Die Raupen an Brennnesseln findet man wie beim Admiral recht selten, da sie einzeln leben und meist versteckt auf der Blattunterseite sitzen.

Ihr Lebensraum sind Wälder oder halboffene Kulturlandschaften wie z. B. Taleinschnitte und Gräben, buschige Waldränder, Waldwege, Lichtungen, Streuobstwiesen oder Gärten und Parkanlagen.

Die Art überwintert als Falter und kann daher je nach Witterung theoretisch in jedem Monat des Jahres angetroffen werden. Bis zu drei Generationen pro Jahr können auftreten. Bei der Zählaktion "Zeig her deinen Schmetterlingsgarten" wurden 273 Arten dokumentiert.

Die Raupen lieben v.a. Brennnesseln, Ulmen, Sal-Weide, Hainbuche, Hasel, Johannisbeeren und Hopfen

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