Der Sommer beschenkt uns reichlich mit seinen farbenfrohen Früchten. Für Naschkatzen serviert Mutter Natur die süßesten Beeren, die vor Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien strotzen.

Egal ob frisch von der Hand in den Mund, zu Marmelade bzw. Kompott verarbeitet oder für einen späteren Zeitpunkt eingefroren: Der Tisch der Wiesen und Wälder ist jetzt mit folgenden 10 runden Genüssen reichlich gedeckt. Erfahre dazu, welche Beeren im botanischen Sinne gar keine sind und welche Traube sich tatsächlich als Beere entpuppt:

1Wacholderbeere

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Wacholder

Der gefährdete Wacholder ist in Österreich durch zahlreiche Arten vertreten, deren Form von strauch- bis baumförmig reicht. Der kleine Nadelbaum ist besonders anpassungsfähig und robust. Er kommt in den Alpen als niedriger Strauch bis in eine Höhe von 2.500 m vor.

Die etwas bitter schmeckenden Beeren, des Wachholderbusches, die botanisch gesehen Zapfen sind, brauchen zwei Jahre bis zur Reife. Dann eignen sie sich wunderbar für Wildgerichte oder im Sauerkraut und bilden zudem die Basis für Gin, einen der am weitest verbreitetsten und beliebtesten Schnäpse überhaupt.

Doch Vorsicht: Als Heilpflanze für Magen-, Darm-, und Nierenbeschwerden sollte man sparsam mit den reifen Früchten umgehen.
 

Zur Veranstaltung flattern: Wacholderbeeren am Buschberg – frisch erblüht

2Brombeere

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Beeren

Brombeeren sind mit den Himbeeren verwandt, wachsen aber in größeren Stauden, die Hecken bilden und knackigere Früchte produzieren. Diese zu pflücken ist aufgrund der starken Verteidigung des Brombeerstrauches, der meist mit einer Unmenge von Dornen besetzt ist, eine stachelige Herausforderung. Eine Arbeit, die sich aber allemal lohnt: Die reifen fast schwarzen Früchte sind wahre Delikatessen und enthalten viel Vitamin C, Kalzium, Eisen, Phosphor und Flavonoide, die vor Zellschäden und freien Radikalen schützen.

Als erfreulicher Nebeneffekt ist die Brombeere eine verlässliche Bienen- und Schmetterlingsweide, der ein Fixplatz im naturnahen Garten gebührt. 
 

3Walderdbeere

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Beeren

Walderdbeeren sind deutlich kleiner als ihre bekannteren Verwandten vom Feld. In der Natur wächst das kleine, zarte Pflänzchen gern an sonnigen Plätzen und am Wegesrand. Botanisch gesehen gehören die roten Tupfen in der Wiese eigentlich zu den Sammelnussfrüchten.

Im Frühling blüht die Walderdbeere weiß und bringt im Sommer eine Frucht mit überraschend intensivem Aroma zustande. Waldbewohner wie Fuchs, Dachs, Eichhörnchen, Igel, Rötelmaus und Siebenschläfer sowie zahlreiche Vogelarten lieben die süße Walderdbeere und tragen damit zu ihrer Verbreitung bei.
 

4Waldhimbeere

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Beeren

Waldhimbeeren schmecken saftig-süß, sie haben im Ökosystem Wald auch eine bedeutende Rolle inne: Als Futterpflanze für Reh- und Rotwild, als Nektarlieferant für Bienen und Schmetterlinge und als sogenannte Waldpionierpflanze, die gerne offene, sonnige Kahlflächen besiedelt. Nach botanischer Lehre sind die rote Himbeere und ihr schwarzer Bruder, die Brombeere, gar keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte.

Die Himbeere beherbergt wie Schlehe und Brombeere 54 Arten von Schmetterlingsraupen.

Ihr hoher Gehalt an Vitamin C, Kalium, Magnesium und Fruchtsäuren stärkt zudem die Abwehrkräfte und fördert die Wundheilung.
 

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5Heidelbeere

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Heidelbeere

Der kleine Zwergstrauch der Heidelbeere, auch Schwarzbeere oder Blaubeere genannt, wächst auf sauren Böden in Nadelwäldern vom Tal bis hinauf auf die Almen auf über 2.000 m Höhe. Heidelbeeren enthalten viel Kalium, Vitamin C. sowie Anthozyane (färben Hände und Mund blau) die über antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften verfügen und das Immunsystem stärken. Im Herbst werfen die Sträucher ihre Blätter ab. Die Triebe aber bleiben grün und stellen im Winter eine wichtige Futterquelle für Wildtiere dar. 

Dazu beherbergt die Pflanze einige Raupenarten von Schmetterlingen: Die Raupen der bedrohten Weidenglucke, jene des seltenen Augsburger Bären sowie die der gefährdeten Rollflügel-Holzeule. 

ACHTUNG: Die Heidelbeere nicht mit der giftigen Tollkirsche verwechseln!

6Preiselbeere

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Beeren

Am besten gedeiht der Preiselbeerstrauch in alpinen Höhenlagen. Preiselbeeren haben aufgrund der enthaltenen Zitronensäure roh einen leicht herben, säuerlich-süßen Geschmack. Neben Vitamin C und Kalium enthalten die Beeren auch natürliche Konservierungsmittel wie Ascorbinsäure und Benzoesäure.

Als Marmelade passen sie hervorragend zu Wildgerichten oder zu einem Wiener Schnitzel. In der Natur ist die Preiselbeere dagegen eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Schneehühner, da ihre Beeren auch im Winter noch genießbar sind.  

Damit die Preiselbeere bestäubt wird, kommen fleißige Wildbienen und Bienen ins Spiel. Die Samen werden wiederum von Vögeln, die die Beeren fressen, verbreitet. 

ACHTUNG: Verwechslungsgefahr ist bei der Preiselbeere mit dem giftigen (aber gefährdeten) Seidelbast und der Roten Heckenkirsche gegeben!

7Alpen Johannisbeere

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Beeren

Mit etwas Glück findet man in den Alpen die wilde Alpen Johannisbeere, Ribes alpinum

Die wilden Geschwister der gezüchteten Johannisbeeren, oder Ribiseln, wie sie hierzulande genannt werden, schmecken eher langweilig. Man findet sie selten in den höher gelegenen Bundesländern Österreichs.

Für Genießer sind die gezüchteten Ribiseln zu empfehlen: Frisch gepflückt im Obstgarten erfrischen sie mit ihrem süß-sauren Geschmack. Auch der Ribiselkuchen mit Schneehaube verdankt seine Kreation den kleinen, aber feinen, Beeren. 

Neben den klassischen roten Beeren gibt es auch noch schwarze und gezüchtete weiße Johannisbeeren.

8Schwarzer Holunder

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Beeren

Der Schwarze Holunder wächst zu großen buschigen Sträuchern aus, die ab Mai bis in den Juli hinein Unmengen von kleinen weißen Einzelblüten ausbilden. Ihr Duft zieht besonders Bienen in seinen Bann, die dem Holunder bei der Vermehrung helfen. Im August oder September reifen die Früchte heran. Sind die Beeren fast schwarz, werden sie geerntet und durch ihr Erhitzen die enthaltenen Pflanzengifte verkocht, um aus ihnen beispielsweise Hollermus oder Hollersaft zu machen.

Zudem bereichern sie deinen Garten mit einer zwitschernden Vielfalt, mehr darüber in unserem Spezialbeitrag zum VerVielfalter Schwarzer Holunder.

9Stachelbeere

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Beeren

Die Stachelbeere ist ein sommergrüner Strauch, seine Beeren können je nach Art gelblich, grünlich, weißlich oder sogar rötlich gefärbt sein und haben zunächst eine behaarte, später eine glatte Haut.

In Österreich hört sie auch auf den Namen Mungatzen (Stmk.), Mugatze (Sbg) oder Mauschale (Kärnten).

Stachelbeeren schmecken leicht säuerlich und hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Dazu sind sie reich an Vitamin A und C, Kalium und Phosphor.

In der freien Natur ist es unmöglich, eine wilde Art mit einer gezüchteten zu unterscheiden. Stachelbeeren werden hauptsächlich von Vögeln gefressen, die so für die Ausbreitung der Samen sorgen.
 

10Wilde Weinreben

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beeren

Allgemein als „Weintraube“ bezeichnet, ist die einzelne Frucht der rankenden Liane in Wirklichkeit eine Weinbeere. In den Beeren der Wilden Weintraube (Vitis vinifera ssp. sylvestris) stecken viele gesunde Ballaststoffe, die den Körper reinigen und das Immunsystem stärken. 

Ihr natürlicher Lebensraum sind Uferwälle in den Augebieten der großen Ströme und Flüsse. In Österreich ist die Wilde Weinrebe stark gefährdet und nur noch in den Donau- und March-Auen anzutreffen. In den Donau-Auen östlich von Wien sind aktuell mehr als 200 Individuen bekannt.

Die Wilde Weinrebe ist nicht mit dem ungenießbaren Wilden Wein zu verwechseln.

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Beerenwissen kompakt


Wie das Beispiel der Weintraube deutlich zeigt, darf man es bei Beeren im Sprachgebrauch nicht ganz so genau nehmen. Botanisch gesehen bestehen Beeren aus einer Ansammlung von Samen, die in ein weiches Fruchtfleisch eingebettet und von einer weichen Fruchthaut umhüllt sind. 

Das trifft bei unseren heimischen Beerenarten auf die Stachelbeeren, die Ribisel (Johannisbeeren) und auf Weintrauben (Weinbeeren) zu. Erdbeeren dagegen sowie auch Brombeeren und Himbeeren sind vom Fruchtaufbau her in Wahrheit gar keine „echten Beeren“, sondern „Sammelnüsse“ und „Sammelfrüchte“. Sie werden nur aufgrund der optischen Fruchteigenschaften wie klein, weich und rund traditionell als Beerenobst bezeichnet.

Wie weit Vorstellung und Wirklichkeit auseinanderklaffen zeigt weiters der Umstand, dass BotanikerInnen auch

  • Melonen,
  • Datteln,
  • Paprika,
  • Bananen,
  • Zitrusfrüchte
  • Kürbisse
  • Avocados

zu den „Beeren“ zählen.

Auch die Tomate ist botanisch gesehen eine Beere, wird aber aufgrund der Einjährigkeit nicht als Obst, sondern zum Gemüse gezählt.

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