Wo sich das Wasser seit Jahrtausenden unermüdlich seinen Weg in das Gestein gräbt, zeigt sich Mutter Natur in der Tiefe von ihrer mystischen und prickelnden Seite.

Entlang des rauschenden Flusses und umgeben von den gewaltigen Kräften der Natur, fühlt man sich wieder ganz klein und demütig, wenn der Gastgeber einen Regenbogen aus Gischt und Sonne zaubert.

1Die Rappenlochschlucht (Vorarlberg)

Nur fünf Kilometer südlich von Dornbirn liegt die 500 Meter lange Klamm entlang der Dornbirner Ach. Von dem denkmalgeschützten Baujuwel Amannsbrücke über den idyllischen Staufensee bis zum Naturdenkmal „Kirchle“ – einem ehemaligen Wasserdurchfluss und imposanten Zeugen späteiszeitlichen Geschehens – ist die Schlucht mit ihren einmaligen Sehenswürdigkeiten einen Besuch wert. 

Vielleicht entdeckst du die Wasseramsel, die Gebirgsstelze oder einen Alpensalamander? Mit einer Riesenportion Glück können BotanikerfreundInnen einen blühenden Frauenschuh finden.

 

2Die Wolfsklamm (Tirol)

Unweit von der Gemeinde Stans führen bei einer 1,5 Stunden langen Wanderung 324 Holzstufen, Hängebrücken, Stege und Leitern durch das gewaltige Naturspektakel mit glasklaren Gumpen, Wasserfällen und steilem Fels. Auf dem Weg eine Pause am Ufer des Stanser Baches einlegen und sich von der Gischt erfrischen lassen. 

Im Anschluss führt ein Pilgerweg weiter zum Felsenkloster und einer einstigen Einsiedelei sowie zum Wallfahrtsort St. Georgenberg und zum Eingang des Naturpark Karwendel. 

Botanikerherzen schlagen beim Anblick von Schluchtpionierpflanzen wie Aurikel (Primula auricula) höher.

3Die Seisenbergklamm (Salzburg)

Kühles Lüftchen an heißen Sommertagen: Das erwarten sich die BesucherInnen bei einem Besuch in der Schlucht in Weißbach bei Lofer im Pinzgau – unweit des schneidigen Bergwies´n Projekts.

Über das tosende Wasser des gleichnamigen Bachs führen Holzstege bei der eineinhalbstündigen Expedition durch die wildromantische grüne und türkisblaue Klamm. Neben der Naturschönheit selbst warten Erlebniswege: vom Klammgeist, den Düften der Natur bis zu einem Moor-Lehrpfad.

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Ab in die Schlucht! Folgende Expeditionen bringen dich zu den vertikalen Naturschönheiten: Schluchten und Klammen im Naturkalender

4Die Garnitzenklamm (Kärnten)

Trittsichere BesucherInnen kommen in der 4,5 Kilometer langen Klamm auf Hochtouren: Gehört dieses Naturspektakel südlich von Möderndorf im Gailtal doch zu den schönsten Schluchten Österreichs.

Hier wechseln tosende Wasserfälle mit smaragdgrünen Buchten und farbenprächtigen Gesteinsformationen ab. Die über Millionen Jahre geformten Strudeltöpfe sind eine weitere Sensation.

Die mindestens vier Stunden lange Tour kann beliebig erweitert werden – über Almen bis zur Sonnenalpe des Nassfelds.

 

5Die Wasserlochklamm (Steiermark)

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Wasserlochklamm

Über der smaragdgrünen Salza im Naturpark Eisenwurzen tun sich vertikal unvergessliche Ausblicke auf: tosende Wasserfälle, schmale Canyons und von botanischen Raritäten bewohnte Felswände. Hier schlagen nämlich der schwarzbraune Streifenfarn oder das weißblütige Kalkfels-Fingerkraut neben Flechten und Moosen ihre Wurzeln.

Mit etwas Glück kannst du dem Gelbringfalter begegnen, einer stark gefährdeten Augenweide, die diese Klamm neben dem Kaisermantel oder Zwergbläuling bewohnt.

Mit einer riesigen Portion Glück zieht sogar der Steinadler seine Kreise durch die Lüfte über dem Südwesthang des Hochkars.

6Die Liechtensteinklamm (Salzburg)

Mit 4.000 Metern einer der längsten, tiefsten und atemberaubendsten Schluchten der Alpen liegt die Liechtensteinklamm am Eingang des Großarltals in St. Johann im Pongau. 

Die größte Attraktion ist die 30 Meter hohe spiralförmige Treppe „Helix“, von der aus das Naturschauspiel auf ganz besondere Weise erlebt werden kann.

Unten angekommen sieht man durch die schmalen Felsen, hinaufblickend durch den Sprühnebel, einen Regenbogen.

7Die Ysperklamm (Niederösterreich)

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ysperklamm

Im südlichen Waldviertel führt die plätschernde Ysper vorbei an mythischen Granitformationen, Kaskaden und rauschenden Wasserfällen. Die 1,5 bis zwei Stunden lange Schlucht-Tour führt auf einen Aussichtspunkt mit einem herrlichen Blick ins Yspertal. 

Das Naturdenkmal ist die größte Klamm Niederösterreichs. Am oberen Ende der Tour wartet der Ödteich. Einst als Holzschwemme angelegt, erleben die Wanderfreudigen heute ein Wechselspiel aus Wasser, Stein und Holz im Laufe der Geschichte, als noch das Holz über die Große Ypser transportiert wurde. 

8Dr.-Vogelsang-Klamm (Oberösterreich)

Die erste Klamm mit Doktortitel heimst noch weitere Rekorde ein: Sie ist mit 1.500 Metern die längste Klamm in Oberösterreich und nach der Leutaschklamm die zweitlängste Klamm von Österreich. Namensgeber ist der Gemeindearzt Dr. Moritz Vogelsang, der als Vorsitzender der Alpenvereinsektion den Bau des Stegs initiierte.

Auf 1,5 Kilometern geht es über Stein- und Holzstufen entlang des Fallbachs. Neben dem Klammeingang können die BesucherInnen eine Schwefelquelle entdecken. Außer Schneerosen, Leberblümchen, Wald-Geißbart bis zu Wannerspflanze und Kohlkratzdisteln kann man im Sommer Mädesüß und Almrausch finden. 

Der Hinweg durch die wildromantische Klamm eignet sich für ältere Menschen und kleine Kinder. Retour sollten Familien aufgrund der hohen und knappen Stufen lieber über die Forststraße oder durch den Wald wandern.

9Die Leutaschklamm (Tirol)

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Leutaschklamm

Unscheinbar im Grenzwald zwischen Tirol und Bayern im Naturpark Karwendel schlängelt sich und gluckst ein Naturdenkmal der Superlative durch die längste Kamm Österreichs: die Leutascher Ache. Bei der Passage des Wasserfallsteigs ist die Naturgewalt zum Greifen nah. Nur wenige Meter von den Füßen entfernt rauscht, stürzt und fällt das Wasser hinab.

Die Leutaschklamm, auch Geisterklamm genannt, war 1880 die erste begehbare Klamm. Der Wasserfallsteig zeugt von der langen Geschichte. 2006 wurde sie aufwendig mit spektakulären Brücken erweitert.

10Die Willersdorfer Schlucht (Burgenland)

Was man im Alpenland im Westen unter Schlucht versteht, scheint im Burgenland schon fast glatt gebügelt. Doch ist das Naturjuwel zwischen Willersdorf und dem Dreiländereck nicht zu unterschätzen: Als Ausläufer der Alpen gedeihen hier alpine Pflanzenarten. Entlang des Willersbachs wachsen Erlen, Grün-Erlen und Berg-Ulmen als typische Schluchtenbäume. Im umliegenden Wald hat der Bergahorn neben Eschen und Rotbuchen Wurzeln geschlagen.

Die umliegenden Wiesen sind übersät mit Alpen-Krokus, flatterhafte Schönheiten wie der Schwarze Apollo ziehen ihre Kreise. Regelmäßig nistet der Schwarzstorch in diesem Habitat.

 

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