Glasklare Flüsse in Trinkwasserqualität, idyllische Almwiesen, artenreiche Orchideenwiesen und Urwälder, in denen sich Smaragdeidechse und Wildkatze Gute Nacht sagen: Das Naturparadies Österreich ist alles andere als selbstverständlich. Im Anthropozän – dem Zeitalter der Menschheit – ist es auf das Wohlwollen von Homo sapiens angewiesen.

Dem Naturschutz sei dank, dass diese Oasen heute erlebbar sind und nicht als Sehnsuchtsorte in Geschichtsbüchern schlummern. Derweil ist der Naturschutz ein Kind der Neuzeit:

Vor 1800 hatte der Naturschutz in Österreich sowie der Erhalt der ökologischen Vielfalt kaum eine Bedeutung. Lediglich vereinzelte Schutzbestimmungen für die Jagd von Wildtierarten, wie beim Kaiser Maximilian I. im Halltal zum Beispiel, oder der Falknerei kursierten in Fachkreisen herum. 

"Die rohe Natur ist scheußlich und ein Bild des Todes. Laßt uns diese Moräste austrocknen, lasst Bäche, laßt Kanäle daraus werden. Laßt uns Feuer an jene überflüssige Streue, die die Erde bedeckt, und an jene alten Wälder legen, die bereits halb erstorben sind. Laßt uns das, was das Feuer nicht verzehren wird können, durch die Schärfe des Eisens vollends zerstören." (Louis Leclerc de Buffon 1707-1788)

Anfang des 19. Jahrhunderts setzten sich Stimmen des Bildungsbürgertums für den Erhalt beeindruckender Landschaftsbereiche ein. Das war die Geburtsstunden des Gedankengutes von Arten- und Naturdenkmalschutz sowie Landschaftsbildschutz. Nicht ganz selbstlos: Denn der Adel, Ärzte und Geistliche wollten lediglich ihren Besitz vor der voranschreitenden Industrialisierung schützen. 

Doch auch die Arbeiterklasse wurde aktiv und gründete 1895 den Verein “die Naturfreunde”, mit dem Ziel, ihre spärliche Freizeit in der Natur verbringen zu können. Dafür mussten erst Wegerechte und Besitzstreitigkeiten geklärt werden. So kamen die ersten Impulse für den Naturschutz auf. 

Der Gedanke des Naturschutzes, dem Erhalt der Schönheit und Artenvielfalt, kam Anfang des 19. Jahrhundert auf. Es wurden aber nur jene Regionen und Tiere unter Schutz gestellt, die besonders ästhetisch und einzigartig waren, wie z.B. der Schwan oder die Nachtigall - ganz im Sinne der romantischen Epoche. Erste Gesetze für den Natur- und Landschaftsschutz wurden erlassen und Schutzgebiete ausgewiesen. 

Um 1900 bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand der Ökosystemschutz: die ästhetisch-kulturellen Aspekten traten in den Hintergrund.

Die Natur litt unter dem ungezügelten Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg und so wurde der Naturschutz ab den 80 Jahren des 20. Jahrhunderts professionalisiert. Die Natur wurde als dynamisches System erkannt. 

Hier findest du die Geburtsjahre der österreichischen Schutzgebiete und Natur- und Umweltschutzorganisationen und deren Motivationen auf einen Blick: 
 

11873 Deutscher und Österreichischer Alpenverein

Der Vereinszweck war die Kenntnis von den Alpen zu verbreiten, die Liebe zu ihnen fördern und ihre Eroberung zu erleichtern. Als Mittel dazu dienten Vorträge und Publikationen. Hütten und Wege wurden erbaut und seit jeher gepflegt und das Wandernetz erweitert. Nach dem Ersten Weltkrieg sprengte die Teilnehmerzahl alle Erwartungen und das Vereinscredo wurde um Naturschutz und Jugendarbeit erweitert, um nachhaltig die Flora und Fauna zu schützen. 

--> Hier geht es zu den aktuellen Naturerlebnissen vom Alpenverein
 

21895 Die Naturfreunde

Ganz nach dem Motto “Hand in Hand durch Berg und Land” stehen die Naturfreunde für ein freundschaftliches Miteinander, attraktive und zeitgemäße Tourismus- und Freizeitaktivitäten und der Vereinbarkeit mit Natur- und Kulturschutz.

31913 Naturschutzbund

Der Naturschutzbund und seine ehrenamtlichen MitarbeiterInnen setzen sich seit 1913 für die Erhaltung österreichischer Naturjuwele ein. Ob die Wahrung des Wienerwaldes, die Abneigung Österreichs gegen die Atomkraft oder die Erschließung der wunderschönen Nationalparke. Der unermüdliche Einsatz trägt seit einem Jahrhundert Früchte.
 

41918 Nationalparke

Der Nationalpark Hohe Tauern ist der erste von derzeit 7 Nationalparke in Österreich. Zurückzuführen ist diese Widmung an den holzindustriellen Albert Wirth, der 1918 den Großglockner und die dazugehörige Pasterze kaufte und dem Alpenverein unentgeltlich überließ. Fasziniert von dem ältesten Nationalpark in den USA, dem Yellowstone Nationalpark, hatte er eine Vision. Österreich braucht auch solche Schutzgebiete, wo Flora und Fauna ohne menschliche Eingriffe gedeihen kann und die Schönheit der Natur ihren eigenen Lauf nimmt.

Besuche die Naturveranstaltungen von
Nationalpark Hohe Tauern Salzburg,
Nationalpark Hohe Tauern Tirol,
Nationalpark Hohe Tauern Kärnten
Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel,
Nationalpark Thayatal,
Nationalpark Gesäuse,
Nationalpark Kalkalpen,
Nationalpark Donau-Auen

 

51953 BirdLife Österreich

BirdLife International wurde von den Ornithologen Thomas Gilbert Pearson und Jean Théodore Delacour in London gegründet. Beide hatten die Vision eine Schutzorganisation für Vögel und deren Lebensräume über Grenzen hinweg zu etablieren und so die Artenvielfalt weltweit zu erhalten. 1953 schloss sich die Österreichische Vogelwarte dem internationalen Netzwerk an und überwacht die Vogelbestände und -arten in Österreich. 

61963 WWF Österreich


Dieser gemeinnützige Verein wurde als nationale Sektion des WWFs International in Österreich gegründet. Das Ziel dieser Organisation ist es, die biologische Vielfalt auf der Erde zu wahren, die erneuerbaren Ressourcen zu fördern, Verschwendung an Naturgütern und Umweltverschmutzung aufzuhalten. Zahlreiche Errungenschaften wie der Schutz der Langen Lacke im Burgenland, die Wiederansiedlung von Braunbären im Ötschergebirge, Rettet die Auen oder die Verringerung des CO2 Ausstoß in österreichischen Unternehmen, gehen auf das Konto von WWF Österreich.
 

71973 Konrad Lorenz Stiftung

Konrad Lorenz war fasziniert von der Intelligenz der Raben, dem menschenähnlichen Zusammenleben der Graugänse und dem seltsamen Verhalten der Waldrappe und gründete 1973 die gleichnamige Stiftung, um mehr über die faszinierende Welt der gefiederten Freunde zu erfahren. Mittlerweile wurde die Forschungsstelle an der Universität Wien angegliedert und hat sich international Gehör verschafft.

81973 Umweltdachverband

Die Österreichische Gesellschaft für Natur- und Umweltschutz (ÖGNU) wurde von den Naturfreunden, dem Alpenverein, dem Touristenklub, dem Naturschutzbund, dem Verband der Höhlenforscher und der Bergwacht gegründet, um den aufstrebenden Ökologiegedanken in Österreich zu fördern und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mittlerweile zählt der Umweltdachverband 36 Mitgliedsorganisationen und agiert als “öffentliches Gewissen” aller Umweltanliegen in Österreich. 

Franz Maier vom Umweltdachverband ist eines unserer Jurymitglieder der Brennnessel – dem € 200.000 Fördertopf für den Naturschutz!

91976 Biosphärenparks

Das MAB-Programm der UNESCO wurde 1971 ins Leben gerufen, um weltweit charakteristische Natur- und Kulturlandschaften zu wahren. In Österreich gab es 1977 die ersten vier Biosphärenparks. Heute gibt es aktuell drei (Biosphärenpark Wienerwald, Biosphärenpark Lungau und Nockberge sowie Biosphärenpark Großes Walsertal). Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung werden Strategien zur Erhaltung dieser Naturschätze erarbeitet und umgesetzt. Die nachhaltige Entwicklung und Schutz der Ökosysteme haben dabei immer größte Priorität. 

101982 GLOBAL 2000


Sechs Umwelt-AktivistInnen schlossen sich zusammen, um der Umwelt eine Stimme zu verleihen. Kurzerhand gründeten sie GLOBAL 2000, um als Teil von Friends of the Earth International für eine intakte Umwelt, eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften zu stehen. Mittlerweile ist GLOBAL 2000 die führende Umweltbewegung in Österreich mit Erfolgen wie die gewaltlose Besetzung der Hainburger Au 1984, das Gentechnik Volksbegehren 1997 oder der Initiative Atomkraft - Nein Danke! Dazu ist die Umweltschutzorganisation unser Partner bei der App Schmetterlinge Österreichs sowie den Publikationen Ausgeflattert I-III und Aufgeflattert 2019. 
 

111995 Natura 2000

1992 wurde gemäß der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) und der Vogelschutzrichtlinie ein zusammenhängendes Netz an Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union errichtet. Ziel ist es, alle heimischen Flora- und Faunaarten zu erfassen und zu sichern. Mit dem Beitritt zur EU am 1. Jänner 1995 verpflichtete sich Österreich, die EU-Naturschutzrichtlinien einzuhalten und ein Netz an Naturschutzgebieten auszuweisen. Der Umweltdachverband setzt sich für die lückenlose Umsetzung von Natura 2000 in Österreich ein.  
 

122013 Blühendes Österreich

BirdLife Österreich-Geschäftsführer Gerald Pfiffinger und Willi Nuster, Leiter des Qualitätsmanagements beim Obsterzeuger OPST Obst Partner Steiermark GmbH geben der REWE International AG den Anstoß, die Stiftung Blühendes Österreich zu gründen. Das Ziel ist, wertvolle ökologische Flächen zu erhalten. Hier geht es zu den Naturerfolgen.

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Fischotter

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Säugetiere
Als Anpassung an ihren aquatischen Lebensraum ist der Körper des Fischotters sehr schlank und stromlinienförmig. Mit bis zu einem Meter Körperlänge der Männchen erreichen sie auch stattliche Dimensionen, wenngleich es schon einiges an Glück bedarf, um diesen meisterhaften Fischjäger in freier Wildbahn zu begegnen. Die Färbung des Fells ist sehr einheitlich dunkelbraun, lediglich Kehle, Brust und Bauch heben sich hell davon ab. Der Kopf ist flach und breit mit einer stumpfen Schnauze, kurzen Ohren und langen Barthaaren. Wie sein Name schon verdeutlicht besteht seine Hauptnahrung aus Fischen. Er ist jedoch grundsätzlich nicht wählerisch und frisst genauso Muscheln, Amphibien, Wasservögel oder kleinere Säugetiere.
Fischotter

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Reise in den Mikrokosmos

Reise in den Mikrokosmos

22. Aug. | Ab 12:00
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Gstatterboden 8913
Österreich

Gstatterboden, 8913

Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Tauchen Sie unter fachkundiger Anleitung unserer Nationalpark Ranger in die faszinierende Welt der Wasser- und Bodenlebewesen ein. Bestaunen Sie beim Mikroskopieren jedes einzelne Bein eines Tausendfüßlers, das Schneidewerkzeug einer Ameise, den Düsenantrieb einer Libellenlarve oder die Geburt eines Wasserflohs. Beim Mikroskopieren entdecken Sie Tiere, die Sie vorher noch nie gesehen haben und bewundern im Mikrotheater winzige Mikroorganismen und andere Naturobjekte live in Großprojektion.

Termine: während der Öffnungszeiten des Weidendoms jeweils um 11:00, 14:00, und 16:00

Öffnungszeiten Nationalpark Erlebniszentrum Weidendom:

Mai, Juni: Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
Juli, August, bis Mitte September: täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
September: Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer: Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

Reise in den Mikrokosmos Der Fährte folgen
Lebe ich auf großem Fuss

Lebe ich auf großem Fuß?

22. Aug. | Ab 12:00
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Gstatterboden 8913
Österreich

Gstatterboden, 8913

Veranstalter: Nationalpark Gesäuse GmbH

Wie groß ist mein ökologischer Fußabdruck?
Um die im Labyrinth gewonnenen Erfahrungen zu erweitern und zu vertiefen, bieten wir betreute Programme zum Ökologischen Fußabdruck an. Erfahren Sie hier spielerisch und spannend aufbereitet von unseren Rangern, wie Sie Ihren Ökologischen Fußabdruck verringern und die Umwelt schonen können. Lernen Sie mehr über die globalen Zusammenhänge des Ökologischen Fußabdrucks der Menschen der Welt, der jeweiligen Länder und jeder einzelnen Person…

Termine:
während der Öffnungszeiten des Weidendoms jeweils um 11:00, 14:00, und 16:00

Öffnungszeiten Nationalpark Erlebniszentrum Weidendom:

Mai, Juni:
Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Juli, August, bis Mitte September:
täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr

September:
Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Anfahrt:
Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

Für Navi-Nutzer:
Der Weidendom hat keine eigene Adresse. Am besten ist die Eingabe der Adresse des Gasthofes zur Bachbrücke: Krumau 97, 8911 Admont.

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Wald und Wiese treibens bunt TVB Naturpark Zirbitzkogel Grebenzen

Wald und Wiese treiben’s bunt

22. Aug. | Ab 12:30
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wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Neumarkt/Stmk 8820
Österreich

Neumarkt/Stmk, 8820

Veranstalter: Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen

Hinschauen erlaubt
Jede Woche ein spannendes NaturLese-Thema! Altes Wissen erfahren und die Zusammenhänge in der Natur besser verstehen.

Unsere PartnerInnen leben ihre Themen, nehmen Sie mit auf eine Reise rund um den Betrieb und ermöglichen Ihnen einen tiefen Einblick in die Artenvielfalt und deren Veränderungen im Laufe der Zeit. Erkenntnisse für Ihr eigenes Leben sind dabei nicht ausgeschlossen!

Dauer: 1 – 1,5 Stunden
INFO UND ANMELDUNG bis 16 Uhr des Vortages im TVB Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen.

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