Diese 7 kuriosesten Pflanzennamen

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Österreich ist artenreich! So vielfältig wie die Landschaft ist, so kann sich auch die Fülle der Pflanzenarten sehen lassen: Bei den Blütenpflanzen und Farnen wurden 2.950 Arten gezählt, bei den Endemiten (Arten, die ausschließlich hierzulande vorkommen) liegt die Alpenrepublik mit 160 endemischen Pflanzen auf Platz 1 in Mitteleuropa. Aber nicht nur die florale Diversität ist bemerkenswert, auch die teils kuriosen Namen bringen uns zum Staunen:

Salzbunge (c) Josef Weinzettl

1 Die Salzbunge

Was nach einem würzigen Knabbergebäck klingen mag, ist in Wirklichkeit eine stark bedrohte Rarität in Österreich. Sie schlägt ihre Wurzeln in den seltenen Biotoptyp “Acker auf vernässtem Standort”, an der Langen Lacke im burgenländischen Seewinkel beispielsweise. Abseits der Meeresküsten findet die Salzbunge (Samolus valerandi) – wie der Name andeutet – ihr Zuhause auf versalzten, zeitweise überfluteten offenen Böden um Äcker. Blühendes Österreich fördert dieses seltene Biotop im burgenländischen Seewinkel.

Wiesenblume Helm-Knabenkraut

(c) Helm-Knabenkraut / Shutterstock. Sabrisy

2 Das Helm-Knabenkraut

Das kriegerisch anmutende Mitglied der Orchideenfamilie ist in Wahrheit hilflos auf eine Armee von NaturschützerInnen angewiesen. Ihre geschlossenen hellrosa Blütenhüllblätter gleichen einem Helm, der sie jedoch nicht für die Gefahren des Menschen wappnet. Gefährdungsursachen liegen sowohl in der landwirtschaftlichen Intensivierung (vor allem Düngung) als auch in der Bewirtschaftungsaufgabe (das Ende der Mahd und darauffolgende Verbuschung) seiner besonderen Standorte. Das duftende Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) stellt hohe Ansprüche an seinen Lebensraum und ist deshalb selten anzutreffen. Die Orchideenart ist in einigen Bundesländern eine vollkommen geschützte Art und gehört österreichweit zu den gefährdeten und in einigen Regionen zu den stark gefährdeten Arten. Wenn man jedoch eines entdeckt, findet man gleich eine ganze Sippe, bevorzugt auf Mäh-Halbtrockenrasen und Weide-Halbtrockenrasen mit kalkreichem, humushaltigem Boden.

Anemonen-Schmuckkoerbchen

(c) Shutterstock / Anemonen-Schmuckkörbchen

3 Anemonen-Schmuckkörbchen

Das Anemonen-Schmuckkörbchen klingt nach einer blumigen Liebeserklärung zum Valentinstag. Aber pflücken darfst du den hübschen Endemiten nicht: Ein Rendezvous mit dieser seltenen Art (Callianthemum anemonoides) ist nur in Ober- und Niederösterreich oder der Steiermark möglich – über Dolomit und Kalk zwischen 700 und 1200 Höhenmetern.

 

4 „Arschcucke"

Der Begriff Arschcucke” (Pulsatilla vulgaris) steht in keiner Infobroschüre von einem Urologen-Kongress. Nein, es handelt sich um eine seltene und vom Aussterben bedrohte Pflanze, die hochgiftig ist, aber auch als Arzneipflanze in der Kinderheilkunde angewendet wird. In Salzburg ist die Arschcucke, die auch Gewöhnliche Küchenschelle oder Kuhschelle genannt wird, bereits verschwunden. In der Wachau (NÖ) gibt es noch wenige Bestände der weiß-grau behaarten und lilablütigen Schönheiten, die dank Trockenrasenpflege von den landwirtschaftlichen Partnerbetrieben von Blühendes Österreich erhalten werden.


(c) Katharina Kropshofer

Aktiv werden für seltene Pflanzenarten auf Trockenrasen:

Trockenrasen-Pflegetage an der Thermenlinie; Naturschutz zum Mitmachen! 

Am 20. Oktober von 9 – 17 Uhr (je nachdem wie lange zu Lust hast) im Kurpark Baden

Mehr Infos gibt es hier. 


 

Felsen-Fetthenne (c) Verena Blöchl

5 Die Fetthenne

Bei den Fetthennen (Sedum & Hylotelephium), einer großen Vielfalt aus der Familie der Dickblattgewächse, handelt es sich keineswegs um opulente Hühner: Die robusten, immergrünen Dickblattgewächse schmücken jeden naturnahen Garten und sind noch bis in den späten Herbst dank ihrer Blüten eine Augenweide. Dazu bietet die Fetthenne Bienen Pollen und dem Fetthennen-Bläuling sogar eine Kinderstube für die Raupen. An der Großen Waldfetthenne leben z.B. die Raupen des Roten Apollo (Parnassius apollo).

Oesterreichische Wolfsmilch

(c) Shutterstock / Österreichische Wolfsmilch

6 Österreichische Wolfsmilch

Nach den vermehrten Sichtungen von Wölfen in Österreich gibt es schon eine neue Geschäftsidee? Zum Glück nicht. Die Österreichische Wolfsmilch (Euphorbia austriaca) ist eine endemische Pflanze, sprich, sie wächst nur in Österreich vom Ötscher-Gebiet bis ins Salzkammmergut. Ihr “krautiges Rudel” ist fest in den nordöstlichen Kalkalpen der montanen bis subalpinen Höhenstufen verwurzelt. Alle Wolfsmilch-Arten sind giftig und haben einen ätzenden, zumeist weißen Milchsaft, der bei Verletzungen abgegeben wird.

Waliser Schwingel

(c) Shutterstock / piksel_foto

7 Walliser Schwingel

Nein, der Walliser Schwingel (Festuca valesiaca) ist kein Protagonist in einem Erotikfilm, er ist ein unauffälliger und bodenständiger Bewohner von Trockenrasen und ist hierzulande noch im Burgenland, Wien, Niederösterreich und Nord-Tirol (Oberinntal) zu finden. Noch, denn sein Bestand ist gefährdet und ohne Zutun des Menschen – oder Schafen, wie jene wolligen Beweidern der Familie Hirsch – wäre sein Bestehen nicht garantiert. Der Walliser Schwingel ist an extreme Trockenheit angepasst. Dazu hat er seine Blätter borstenförmig eingerollt. So wird die Verdunstung über die Blattoberfläche stark minimiert.

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